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Ölpreis: OPEC-Meeting verschoben, viele Probleme – Fallhöhe riesengroß!

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild für eine Öl-Pumpe

Der Ölpreis könnte am morgigen Montag eine sehr turbulente Handelssitzung erleben. Er könnte stark fallen. Erst am Freitag Nachmittag sprachen wir von der großen Wette auf Montag, auf eine Einigung vor allem zwischen Russen und Saudis über eine Fördermengenkürzung bei Öl. Auch die USA sollen wenn möglich an Bord sein – nur wie soll das gehen bei einer privat organisierten Öl-Branche in den USA? Aber gut. Ganz aktuell tut sich was.

Ölpreis könnte Montag extrem heftig schwanken – Meeting verschoben

Das mit Spannung für den morgigen Montag erwartete Online-Meeting zwischen OPEC, Russen und vielen anderen Öl-Produzenten, mit dem Zweck den Ölpreis zu pushen, ist auf Donnerstag den 9. April verschoben worden. Der offizielle Grund ist nicht genannt worden. Es ist gut möglich, dass man erst noch versucht mehr Teilnehmer für die Konferenz zu gewinnen, oder dass die Streitereien im Vorweg zu groß sind, und man erstmal mehr Zeit hinter den Kulissen benötigt. Aktuell brodelt die Gerüchteküche an allen Ecken und Enden. Russen und Saudis (das darf man annehmen) haben die Erwartungshaltung, dass auch die Fracker in den USA bei der Fördermengenkürzung mitmachen. Schließlich haben die Fracker in den letzten Jahren (siehe Grafik weiter unten im Artikel) ihre Fördermenge jahrelang ausgeweitet, vor allem auf Kosten der OPEC. Nur können die Amerikaner nicht mal eben pauschal kürzen, weil die Fracking-Buden ja wie gesagt alle privat organisiert sind, und die US-Regierung ihnen keine Anweisungen erteilen kann (eine große Fracking-Bude ging wegen dem niedrigen Ölpreis gerade erst pleite).

Eine verdammt komplizierte Gemengelage

Was von morgen bis Donnerstag vor dieser Online-Konferenz alles passieren wird – das ist völlig unklar! Klar ist nur, dass die Lage verdammt unklar ist. Als Donald Trump Mitte letzter Woche tweetete, dass Russland und Saudi-Arabien sich einig seien mindestens 10 Millionen Barrels pro Tag zu kürzen, da schien er wohl davon auszugehen, dass diese Kürzungs-Geschichte etwas ist, dass „die da im Ausland“ unter sich ausmachen werden. Aber „die da im Ausland“ erwarten wohl, dass die USA mit an Bord sind. Aber Trump scheint zu glauben, dass die US-Fracker nach einer Mengenkürzung im Ausland einen höheren Ölpreis bekommen, und munter weiter pumpen können.

Jüngst bekannt gewordene Aussagen von Wladimir Putin legen nahe, dass Russland bereit sein könnte bei der Kürzung von insgesamt 10 Millionen Barrels pro Tag mitzumachen, wenn die USA mit an Bord sind! Auch hört man aktuell Aussagen von Wladimir Putin, dass es den Saudis bei ihrem Öl-Krieg vor allem darum gehe die US-Fracker mit dem niedrigen Ölpreis aus dem Geschäft zu drängen. Um dies zu schaffen, benötige man einen Ölpreis von weniger als 40 Dollar. Und das hätten die Saudis geschafft. Aber Russland brauche das nicht, man habe sich selbst niemals so ein Ziel gesetzt. Diese Aussagen von Putin weißt Saudi-Arabien prompt zurück, und das ganz offiziell! Da ist ein richtiger Zank in Gange, möchten wir sagen. Ob das was wird mit einer Einigung zwischen Russen und Saudis?

Nochmal: Donald Trump scheint zu glauben, dass er zwischen den „nervigen“ Saudis und Russen moderiert hat, damit die nun endlich weniger Öl fördern. Dann steigt der Ölpreis, und das war es dann für ihn? Dass man von ihm und den US-Frackern auch Kürzungen erwartet, das ist vermutlich kein Thema in Washington DC? Man hört aktuell jedenfalls von Donald Trump eher, dass er daran denkt die Öl-Importe aus dem Ausland in die USA zu bezollen, um die heimische Fracking-Industrie zu schützen. Denn würde Öl aus Russland oder der Golfregion durch Zölle viel zu teuer, gäbe es deutlich weniger Angebot auf dem US-Markt, und das WTI-Ölpreis würde steigen. Das würde den US-Frackern helfen, und die heimischen Raffinerien würden ihnen Öl zu höheren Preisen abkaufen. Und genau diese Bezollung hat Trump aktuell angedeutet, um „Energiearbeiter in den USA zu schützen“ usw. 1 Million Barrels pro Tag kamen letztes Jahr aus Saudi-Arabien und Russland in die USA. Es geht hier als durchaus um nennenswerte Größenordnungen.

Ölpreis mit verdammt hoher Fallhöhe ab morgen früh

Der WTI-Ölpreis war Freitag Abend noch bis auf fast 29 Dollar geklettert, von 20 Dollar am Mittwoch! Der Chart am Ende des Artikels zeigt WTI-Öl im Verlauf seit dem 24. März. Die Erwartung einer tollen Einigung für Montag auf 10 Millionen Barrels pro Tag an Kürzung (oder mehr) ist hier schon enthalten. Und jetzt nach der Verschiebung der Konferenz auf Donnerstag, und jeder Menge Unklarheiten, wie wird der Ölpreis ab morgen früh reagieren? Es könne turbulent werden, denn nach fast 9 Dollar Anstieg von Mittwoch bis Freitag ist die Fallhöhe jetzt verdammt hoch!

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Ölpreis Kursverlauf seit dem 24. März

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    joachim

    5. April 2020 13:56 at 13:56

    Wenn man auf die am Wochenende gehandelten Indizes bei IG-Markets schaut ist zu sehen, dass die dort gehandelten Indizes seit Verkündigung der Verschiebung des Treffens leicht gestiegen sind. Da der Wochenendhandel nicht wirklich aussagekräftig sein könnte bin ich mal auf morgen gespannt. Öl runter…Gold rauf…ist alles verdächtig plausibel am heutigen Tag, und gerade deshalb besteht die Möglichkeit, dass alles ganz anders kommt…

    • Avatar

      LEO

      5. April 2020 19:53 at 19:53

      Moin, Joachim.

      Wie sagte der gute Kosto sinngemäß? Ich höre auf das, was die Medien sagen, tue das Gegenteil und werde reich :D

      Durchhalten ;)

  2. Avatar

    thinkSelf

    5. April 2020 19:56 at 19:56

    Die Lage ist überhaupt nicht kompliziert.
    Die Rolle der amerikanischen Ölindustrie spielt keine Rolle. Russland hat sich in eine strategisch äußerst günstige Position ma­nö­v­rie­rt. Als zusätzlich einer der größten Getreideexporteure haben sie gerade ihre entsprechenden Exporte gestoppt. Damit sind sie nun endgültig am Drücker.
    So lange Russland also keine massiven Goddies bekommt, wie z.B. die Aufhebung der Wirtschaftssanktionen wird man sich auch im Ölmarkt nicht „einigen“.

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source: tradingeconomics.com

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