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Ölpreis: Plötzlicher starker Absturz dank doppeltem China-Effekt

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Worauf haben wir die letzten Tage hingewiesen? Und erst gestern erneut? Der nette tagelange Anstieg im Ölpreis, das sei eine wacklige Nummer, so unsere Worte. Denn er beruhte auf Hoffnungen, dass die OPEC ihre Fördermenge weiter kürzt, und dass der Handelskrieg schon glimpflich ausgehen wird. Und heute? Da passiert genau das, wovor wir gewarnt hatten (schlecht verstecktes Eigenlob). Der Handelskrieg geht in die nächste Eskalationsstufe. China kündigt neue Zölle gegen die USA an im Volumen von 75 Milliarden Dollar. Betroffen sind 5.078 Produkte, darunter Autos, aber auch Öl-Einfuhren (5% Zoll). Deshalb werden chinesische Importeure wohl weniger Öl aus den USA kaufen, weil es im Vergleich zu Öl aus anderen Ländern teurer wird.

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Damit würde die Angebotsmenge an US-Öl in Nordamerika steigen, da ja weniger nach China verkauft wird. Somit ergibt sich für das US-Öl WTI ein doppelt negativer Effekt. Der Handelskrieg verschärft sich, und tendenziell sollte die Öl-Nachfrage global sinken. Und durch das offenbar steigende Angebot in Nordamerika wird gleich nochmal auf den Ölpreis gedrückt. Und so sieht das Resultat aus. Der WTI-Ölpreis ist vorhin wie ein Stein gefallen, nämlich von 55,33 Dollar auf 53,40 Dollar im Tief. Aktuell notiert der Preis bei 54,20 Dollar. Fürs Erste ist die schöne Hoffnungsphase der letzten Tage für die Öl-Bullen unterbrochen worden. Der folgende Chart seit dem 26. Juli zeigt, wie die Gewinnstrecke der letzten zwei Wochen durch den aktuellen Absturz ausradiert wurde. Ausgang übers Wochenende: Unklar. Denn nun finden ja die Jackson Hole-Tage der Notenbanker statt, die bis einschließlich Samstag andauern. Also, wer heute noch im Öl handelt – fest anschnallen bitte!

Ölpreis WTI Verlauf der letzten 30 Tage

Tiefwasserhafen Shanghai - Symbol im Handelskrieg - Ölpreis bricht ein
Tiefwasserhafen Yangshan, mitten im Meer gebaut vor der Küste von Shanghai.

Ursprünglich berichteten wir von 10% Zusatzzoll für Öl. Dies haben wir auf 5% korrigiert.

8 Kommentare

8 Comments

  1. Avatar

    Diesel

    23. August 2019 17:02 at 17:02

    @Redaktion @Claudio Kummerfeld @sufaap2008
    Guten Tag! Kann jemand von den Rohstoffprofis über KUPFER eine Einschätzung abgeben?
    Danke!

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    Chris

    23. August 2019 18:53 at 18:53

    Lohnt es sich Shell und BP (nach)zukaufen oder weiter abwarten?
    Die Dividende liegt ja über 6%.

    • Avatar

      Stina

      23. August 2019 19:31 at 19:31

      @Chris, kaufen Sie lieber nachhaltige grüne Umweltaktien statt den Verbrechern Geld zu leihen. Investieren Sie in Zukunft statt in stinkende flüssige Dinosaurier. Wenn schon die Immobilie in 1a-Lage so floppt.
      https://www.umweltbank.de/anlegen-vorsorgen/investieren/umweltaktien
      https://www.boerse.de/aktien/Umwelt/kursliste

      • Avatar

        Chris

        23. August 2019 20:42 at 20:42

        @Stina
        Wir haben in unser Haus und in das Mietobjekt bereits Umweltmaßnahmen in Höhe des Anschaffungspreises dreier Mittelklasse-PkWs versenkt. Wir waren meist Pioniere, also Anschub für unsere Wirtschaft. Aber wir investieren direkt und dann sind es Sunk Costs. Unser Beitrag statt Spenden, Rohstoffe langfristig einsparen.

        Ich bin der Ansicht, dass sich die Energiefirmen wandeln, und über das Know-how und die Skaleneffekte verfügen. Soll umgestellt werden, muss das international geschehen, wer soll es sonst machen.
        Im Privatbereich könnte man teilweise dezentralisieren, wenn die Handhabung einfach ist, aber im Bereich Staat und Industrie?
        Die können ja nicht einmal den Bau des BERs überwachen.

        Ok, wenn der Staat wieder reingrätscht, stimme ich Dir zu.
        Ich bitte um weitere Rückmeldungen.

      • Avatar

        sabine

        23. August 2019 21:06 at 21:06

        1.) Also, ich weiß nicht. Ich hab bereits dreimal im Biosektor mehrere Jahre gearbeitet. Die sind auch nicht besser, als Ölgiganten.
        – Da hat z.B. ein Lieferant definitiv schlechte „unbiologische“ Ware geliefert, ich sollte nicht nachforschen, Schwamm drüber. Merkt doch keiner.
        – Oder es wurden Geldzusagen gemacht, die definitiv nicht eingehalten werden konnten. Ich mußte sie aber vertreten – ich mußte Lügen. Als ich dann vor dem Chef dem Lieferanten die Wahrheit angedeutet habe, ist er vor diesem gegen mich explodiert. Ich sei geschäftsschädigend… (Lustig war, ich hab in Fremdsprache geredet, die der Chef nur bruchstückhaft verstand. Das hat ihn natürlich noch mehr erzürnt. Obwohl ich nur etwas ganz wage angedeutet hatte und ihm auch wahrheitsgetreu übersetzt. Also nix krummes, und rr kann zufrieden sein. Denn später konnten wir nicht zahlen, 6-stellige Summen. Für einen Kleinunternehmer (Lieferant) viel Geld.
        .
        Jedenfalls ist es sehr „schlicht“, in schwarz-weiß zu denken. Klar müssen wir für den Umweltschutz mit aller Kraft kämpfen, aber dabei eher bei uns anfangen. Das macht dann Schule. Nur alte gebrauchte Autos nutzen, bis sie auseinanderfallen, denn die haben bei der Herstellung (Anteil mind.80%) die Umwelt schon belastet!!! Keinen neuen Bildschirm, keine unnötigen Flugreisen, sparsam heizen usw.
        .
        Arbeitet Joschka Fischer nicht bei BMW?

        • Avatar

          Stina

          23. August 2019 22:08 at 22:08

          @sabine, Sie schreiben immer von einzelnen Beispielen und eigenen Erfahrungen. Wer kann das nachprüfen? Alte gebrauchte Autos werden doch nach Osten verkauft und gefahren, bis nichts mehr geht. Alte Röhrenmonitore mit 300 Watt schaden nur Umwelt und Augen und sind viel mehr wertvoll beim Recycling.
          Neue Häuser sollten wie in Skandinavien üblich aus Holz mit Dämmung aus Flachs oder Hanf sein. So viel Schadholz ist übrig, dass Waldbesitzer ständig klagen, wohin damit. Solarthermie als Zusatzheizung zu Pellets ist so viel besser als Öl und Gas oder auch Fotovoltaik.
          Unser Haus mit 165 qm verbraucht im Jahr (!!!) 320 EURO Heizkosten aus Pellets und Sonne. Völlig CO2-neutral.

          Ist Joschka Fischer nicht seit 2006 Privatmann?
          https://www.spiegel.de/politik/deutschland/joschka-fischers-video-fuer-bmw-vom-weltpolitiker-zum-werbeprofi-a-936787.html

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          Stina

          24. August 2019 13:48 at 13:48

          @sabine, woher nehmen Sie immer die min. 80% für Produktion? Habe ich noch nie gelesen, eher 15 – 20% für Produktion und Recycling zusammen.

          „Der Energieaufwand über den gesamten Lebenszyklus ist bei Elektrofahrzeugen um das drei- bis vierfache geringer als bei fossil betriebenen Fahrzeugen. Im Vergleich zu Hybridautos erfordern Elektroautos über ihren gesamten Lebenszyklus einen 50% bis 70% geringeren Energieaufwand. Der Energieaufwand bei der Fahrzeugherstellung und der Materialeinsatz sind für alle Fahrzeuge ungefähr gleich. Die meiste Energie erfordert bei allen Antriebsarten der Betrieb des Fahrzeugs„.
          https://www.umweltbundesamt.at/aktuell/presse/lastnews/news2016/news_160623/

          „Je nach Gesamtfahrleistung entstehen 15 bis 20 Prozent der CO2-Emissionen bei der Produktion eines Pkw und ein Prozent beim Recycling“.
          https://www.vcoe.at/service/fragen-und-antworten/wie-viele-ressourcen-werden-bei-der-pkw-produktion-verbraucht

          Sie vergessen die vielen Ersatzteile und Energie für immer mehr Reparaturen bei alten Autos. Natürlich müssen Sie ein sparsameres Auto kaufen. Wenn Sie 90 PS bei 1100 kg mit 9 Liter Verbrauch durch 160 PS bei 1500 kg mit 9 Liter Verbrauch ersetzen, bringt es natürlich null Vorteil. Die Autoindustrie muss endlich leichtere Autos mit weniger PS bauen, die nur 2 oder 3 Liter brauchen. Große Kisten müssen viele 1000 EURO Kfz-Steuern kosten.

          • Avatar

            Claudia

            25. August 2019 09:36 at 09:36

            @Stina
            Das stimmt so nicht

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Boeing-Quartalszahlen: Katastrophen-Zahlen, aber Aktie im Plus

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Beispielbild einer Boeing-Maschine

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten.

Der Umsatz liegt bei 17,91 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 28,34/erwartet 21,67).

Der Verlust (!!!) liegt bei 2,33 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert +5,48/erwartet +1,47).

Die Boeing-Aktie notiert vorbörslich mit +1,7%.

Der Umsatz mit kommerziellen Flugzeugen (also ohne Rüstungssparte) sinkt von 16,5 auf 7,5 Milliarden Dollar! Der operative Cash Flow sinkt von +15,3 auf -2,4 Milliarden Dollar. Natürlich sind die Finanzdaten maßgeblich negativ beeinflusst durch das Debakel rund um die 737 Max.

Die Produktion der 787 soll ab Ende 2020 gesenkt werden von 14 auf 12 Maschinen pro Monat.

Daten für das Gesamtjahr:

Boeing Jahresdaten

Daten für das letzte Quartal in Relation zum Vorjahresquartal:

Boeing-Quartalszahlen

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Milliardenmarkt Fußball: Können wir als Börsianer mitverdienen?

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Lieber Börsianer,

gestern habe ich Sie hier in Börse am Mittag etwas verwirrt. So habe ich Ihnen irrtümlich die Wochen-Information meines Börsendienstes Premium Chancen geschickt. Daraufhin glühten einige Drähte in der Kundenhotline. Viele unter Ihnen wollten den Dienst gleich bestellen. Darf ich Sie hier noch um etwas Geduld bitten? Zurzeit können die Premium-Chancen nicht bestellt werden. Ich gehe allerdings davon aus, dass der Verlag in sehr absehbarer Zeit die Premium-Chancen für Sie wieder öffnen wird. Selbstverständlich werde ich Sie dann als Leser von Börse am Mittag sofort informieren.

Nun zum Thema der heutigen Ausgabe! Zuletzt hielt ich mich in der deutschen Region auf, wo Fußball nicht einfach nur ein Sport ist, sondern Religion. Die Rivalität zwischen den beiden Ruhrgebietsvereinen Schalke 04 und BVB Dortmund ist legendär. Hier gilt der Satz: Wenn Schalke und Dortmund im Pott sind, dann tusse nich umrühren. Zu Hochdeutsch: Provozieren Sie nicht am falschen Ort zur falschen Zeit!

Aber auch außerhalb Deutschlands wird Fußball mit Inbrunst gelebt. In den vergangenen Jahrzehnten ist rund um die schönste Nebensache der Welt ein veritabler Milliardenmarkt entstanden. Allein die führenden Vereine aus Deutschland, England, Spanien oder etwa Italien setzten im vergangenen Geschäftsjahr fast 30 Milliarden Euro um. Allein knapp 4 Milliarden Euro davon erwirtschafteten die deutschen Bundesligisten. Nur der FC Bayern und der BVB Dortmund kommen alleine auf einen Umsatz von fast 1 Milliarde Euro pro Jahr. Diese Unternehmen der Unterhaltungsbranche sind mittlerweile Milliarden wertvoll.

Auch die Spielergehälter erreichen jedes Jahr neue Rekorde. So sicherte sich der BVB Dortmund jüngst die Dienste eines norwegischen Stürmers. Dafür werden die Schwarz-Gelben aus Dortmund…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

 
 
 

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Gold/Silber

Warum der Silberpreis unter dem Coronavirus leidet

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Ebenso wie Rohöl und Kupfer erlebt auch Silber im Zuge der Coronavirus-Epidemie eine Preiskorrektur. Doch so stark wie das Industriemetall Kupfer verbilligt sich der Silberpreis nicht – aus gutem Grund.

Silberpreis leidet unter möglichen wirtschaftlichen Schäden

Nachdem sich Anfang Januar in der chinesischen Millionenstadt Wuhan die Erkrankungen an Lungenentzündungen ungewöhnlich häuften, forschten die Mediziner genauer nach und stießen auf einen neuen Corona-Virus, ähnlich dem SARS-Virus aus dem Winter 2002/2003.

Mittlerweile hat sich das Virus, dass schwere Atemwegserkrankungen bis hin zum Tode verursacht, über die Stadt Wuhan mit seinen 11 Millionen Einwohnern und die Provinz Hubai mit insgesamt 58,5 Millionen Einwohnern hinaus ausgebreitet. Über den internationalen Reiseverkehr droht eine weltweite Pandemie. Die wirtschaftlichen Folgen für die direkt betroffene Region sind noch nicht quantifizierbar, werden aber von den Analysten der Economist Intelligence Unit (EIU) als signifikant eingeschätzt.

Die Provinz Hubai und ihre Hauptstadt Wuhan sind der wichtigste Standort der chinesischen Automobil- und Stahlindustrie, in der auch große Mengen an Kupfer und Silber verarbeitet werden. Die als „Durchgangsstraße Chinas“ bekannte Stadt fungiert als Verkehrs- und Industriezentrum für Zentral-China und ist das politische, wirtschaftliche und kommerzielle Zentrum der Region.

Die Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft sind noch nicht bezifferbar und hängen von der Dauer der Epidemie und der Dauer der Werksschließungen in China ab (Werkbank der Welt).

Fakt ist, dass bedingt durch die Produktionseinbußen im Zuge der Coronavirus-Epidemie die Nachfrage nach Industrierohstoffen wie Rohöl, Kupfer und Silber temporär leidet. Zumal die Weltwirtschaft sich ohnehin in einem anämischen Aufschwung befindet. Dies dürfte einer der Gründe dafür sein, warum der Silberpreis aktuell zusammen mit dem Kupfer- und Ölpreis schwächelt, während das für die Industrie weitgehend unbedeutende Währungsmetall Gold sich als „Save Haven“-Asset sehr stabil in der Nähe seiner Allzeithöchststände (in Euro) halten kann.

Der Silberpreis ist wie andere Rohstoffe wegen des Coronavirus unter Druck

Silber – das Zwittermetall

Die Industrienachfrage macht 51 Prozent an der Gesamtnachfrage bei Silber aus. 49 Prozent werden als Schmuck, Geschirr, Münzen, Barren oder an physisch gedeckte ETFs als Investments verkauft und dienen vor allem dem Schutz vor Inflation und systemischen Risiken im Geldsystem (Daten-Quelle: The Silver Institute, Metals Focus).

In der Industrie wird das Hightech-Metall Silber in stark zunehmendem Maße aufgrund seiner einmaligen physikalischen Eigenschaften in der schnell wachsenden Solarindustrie (Spiegel) sowie in sämtlicher Elektronik, in Batterien (Kontaktstellen), in E-Autos sowie in der Logistik (RFID-Chips) und für Medizinbesteck sowie Funktionskleidung eingesetzt (antiseptisch).

Silber ist aufgrund des Angebots-Nachfrage-Verhältnisses kurz vor einem Angebotsdefizit, was grundsätzlich positiv für die Preisentwicklung einer knappen Ressource ist.

Kupfer wird hingegen nahezu vollständig von der verarbeitenden Industrie absorbiert. Der Hauptteil fließt dabei in den Bausektor, der in China momentan blasenbedingt schwächelt. Ein Viertel des jährlichen Angebots in Höhe 23.55 von Million Tonnen wird in der Elektronikindustrie verbaut (hauptsächlich Drähte), zu 24 Prozent findet das Metall Anwendung in der Infrastruktur sowie dem Transport und zu 15 Prozent wird es in Automobilen verbaut (Quelle: IWCC, Copper Alliance/ European Copper Institute).

Die Vermögensverwaltung Incrementum AG aus Lichtenstein hat drei ausgeprägte Phasen in der Historie, die geprägt waren von Deflation und wirtschaftlicher Schwäche, untersucht. Das Ergebnis dieser Untersuchung deckt sich im großen Bild mit der Momentaufnahme im obigen Chart. Industrierohstoffe werten in Phasen schwacher industrieller Nachfrage ab. Silber als Zwittermetall zwischen Industrie- und Geldmetall hält sich hingegen relativ gut und Gold wertet sogar auf (Chart #18 v. 61).

Aufgrund der hohen Korrelation zwischen der Konjunktur und der Kupfernachfrage trägt das rötliche Metall auch den Beinamen „Dr. Copper“, also dass Metall mit dem Doktortitel in Ökonomie. Sowohl

„Dr. Copper“ als auch Rohöl weisen eher auf eine hartnäckige Wachstumsschwäche der Weltwirtschaft hin. Dies ist für Silber aber nur kurzfristig ein relativer im Nachteil im Vergleich zu Gold.

Silberpreis: Terminmarkt, Saisonalität und Geldpolitik

Ein weiterer Grund für den jüngsten dynamischen Abverkauf bei Silber bildet die angespannte Terminmarktsituation, die überdurchschnittliche hohe spekulative Long-Positionen aufweist (rote Linie im Chart). Diese Konstellation mach den Silberpreis kurzfristig anfällig für spekulative Gewinnmitnahmen, die sich wertmindernd auswirken können.

Auf der anderen Seite spricht die Saisonalität für eine Fortsetzung des aktuellen Aufwärtstrends bei Silber bis Anfang Mai.

Der wohl wichtigste Grund für den säkularen Aufwärtstrend bei Silber ist und bleibt jedoch die monetäre Nachfrageseite via Münzen, Barren und ETFs. Für diese Nachfrage spielt primär die Geldpolitik, insbesondere in den USA, die entscheidende Rolle.

Es ist empirisch belegt, dass im Vorfeld der Sitzungen des US-Offenmarktausschusses der Fed (FOMC, heute Abend) die Preise für Gold und Silber nachgeben. Fakt ist aber auch, dass sich die akkommodierende Geldpolitik der US-Notenbank nicht nur fortsetzen, sondern in Anbetracht der US-Aktienmarktblase, der US-Schuldenproblematik sowie der spezifischen Situation am US-Anleihemarkt in den nächsten Monaten noch verschärfen wird und die Fed die Leitzinsen weiter absenken muss.

Für das zinslose und zur Hälfte monetäre Edelmetall mit seiner partiellen „Save Haven“-Funktion im Falle extrem laxer Geldpolitik bedeutet dies einen anhaltenden Aufwärtsdruck für den Silberpreis.

Fazit und Ausblick

Die Abhängigkeit der Silbernachfrage von der Industrie macht das weiße Edelmetall konjunkturanfälliger als die reine „Save Haven“-Währung Gold. Schon mehrfach hatte ich darauf hingewiesen, dass Silber sehr stark von der Nachfrage als Hightech-Metall in der Industrie profitiert. Mit disinflationären Phasen, einhergehend mit konjunktureller Schwäche, kann das Edelmetall hingegen weniger gut umgehen als sein großer gelber Bruder.

Da jedoch davon auszugehen ist, dass entweder die Coronavirus-Epidemie schnell wieder abebbt und sich damit die industrielle Nachfrage nach Silber wieder rasch erholt oder aber alternativ die Epidemie sich verschlimmert und die Notenbanken zur Stützung der Konjunktur noch aggressiver gegensteuern, dürfte die aktuelle Schwäche beim Silberpreis nur eine temporäre Episode in einem übergeordneten säkularen Aufwärtstrend bleiben.

 

 

 

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