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Märkte

Ölpreis plus 4 Dollar in 24 Stunden – die Hoffnungs-Hausse

Claudio Kummerfeld

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am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis war letzte Woche in gerade Mal drei Handelstagen um 100 Prozent angestiegen. Gestern folgte dann ein Dämpfer, und der Ölpreis (amerikanisches WTI) rutschte von 20 auf fast exakt 18 Dollar im Tief. Denn nach Aussagen der Trump-Administration über mögliche Sanktionen gegen China gab es Sorgen über ein Aufwärmen des Handelskriegs gegen China. Und heute? Da denkt niemand mehr dran. So schnelllebig ist derzeit der Ölmarkt!

Ölpreis steigt kräftig an – die Hoffnung ist da, aber Vorsicht!

Nun hat der WTI-Ölpreis binnen 24 Stunden weit mehr als 4 Dollar zugelegt auf aktuell 22,53 Dollar. Was für eine Bewegung. Ein Plus von 12,50 Dollar in genau einer Woche! Im Chart sehen wir den Verlauf im Ölpreis in den letzten 30 Tagen. Man sieht mittig den Absturz im Mai-Kontrakt, an den (sinnbildlich gesprochen) der Juni-Kontrakt angeklebt wurde. Er drohte eine  Zeit lang auch gen Null zu crashen – da gab und gibt es Befürchtungen von Beobachtern! Aber aktuell geschieht das Gegenteil. Warum? Seit Tagen steigert sich eine Euphoriewelle immer weiter.

Und liest man aktuell Presseartikel, schaut Fernsehen, und verfolgt die weltweiten Entscheidungen der Regierungen, dann sieht man überall eine ähnliche Entwicklung. Die Einschränkungen des öffentlichen Leben wegen dem Coronavirus werden weltweit an vielen Orten Schritt für Schritt gelockert. Das nährt aktuell die Hoffnung der Trader, dass auch die Nachfrage nach Öl immer weiter ansteigt, und somit auch der Ölpreis. Denn dadurch würde die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage kleiner werden. Aktuell läuft diese Euphorie-Hausse auf Hochtouren. Sie kann aber schnell zerstört werden. Denn genau in diesen Tagen treffen im Golf von Mexiko nach und nach zahlreiche übergroße saudische Öl-Tanker ein, die Ende März/Anfang April in Saudi-Arabien voll beladen mit Öl abgelegt hatten. Sie werden die nächsten Tage die Öl-Lager in den USA noch weiter füllen.

Heute Abend um 22:30 Uhr werden die privat ermittelten API-Daten andeutungsweise zeigen, ob die Lagerbestände in den USA weiter kräftig ansteigen. Und morgen sehen wir dann um 16:30 Uhr die staatlichen Lagerdaten in den USA. Sie könnten die Hausse im Ölpreis beenden – oder bei weniger Lagermengen als erwartet die Hausse befeuern. Letzte Woche zum Beispiel stiegen die Lager „nur“ um 9 Millionen Barrels, bei einer Erwartung von +11 Millionen. Was für eine Erleichterung für die Öl-Bullen (Ironie). Achtung: Auch schlechte Konjunkturdaten können jederzeit voll reinknallen. Man bedenke: So ein gigantischer Anstieg im Ölpreis in so kurzer Zeit bietet viel Rückschlagpotenzial! Aber mitten in einer Hausse – wer kann da schon sagen, wo sie halt macht.

Ölpreis im Verlauf der letzten 30 Tage

Analystenmeinungen

Naeem Aslam von Avatrade sagt heute, dass der Ölpreis höher notiert, weil die Welt zu ihrer neuen Normalität zurückkehre. Ehemalige Pandemie-Hotspots wie Italien und Spanien haben gestern die Lockdown-Maßnahmen gelockert, und der Weg Großbritanniens, den Lockdown zu beenden, wird wahrscheinlich diese Woche festgelegt werden. All dieser Optimismus hat dazu beigetragen, dass der Ölpreis die längste Serie von Tagesgewinnen seit mehr als neun Monaten verzeichnet hat. Dies bestärkt das Argument, dass das Schlimmste für das Öl vielleicht vorbei ist, so Naeem Aslam. Jasper Lawler von der London Capital Group meint heute, dass der Absturz im Mai-Kontrakt intuitiv ein Tiefpunkt gewesen sei. Der Future für den nächsten Frontmonat läuft in gut zwei Wochen aus, so dass sich bärische Händler für den richtigen Moment zurückhalten, um die Lagerkapazität zu bewerten. Es ist immer noch möglich, dass wir Zeuge eines weiteren negativen WTI-Preises werden, wenn niemand eine erneute Lieferung nach Ablauf des Terminkontrakts wünscht. Und da die Tankschiffe voll sind, steuert Brent auf dasselbe Schicksal zu, so Jasper Lawler.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marko

    6. Mai 2020 00:24 at 00:24

    Das hier :

    bringt Druck auf den Markt, ohne jede Frage

    https://www.bild.de/politik/2020/politik/corona-krise-kneipen-und-restaurants-sollen-ab-9-mai-wieder-oeffnen-70468314.bild.html

    ’nebst Bayern mit dem Söder…

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Finanznews

Aktienmärkte: „Dreifaltigkeit“ Stimulus, Corona, US-Wahlen! Marktgefüster (Video)

Markus Fugmann

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Für die Aktienmärkte ist derzeit die „Dreifaltigkeit“ entscheidend: die Frage Stumlus ja oder nein bzw. wann und in welcher Größe, die Lage vor allem in Europa um das Coronavirus – und schließlich die immer näher rückenden US-Wahlen mit der Debatte heute Nacht zwischen Trump und Biden. Immer wieder wiederholt sich in den letzten Tagen ein Muster: die Aktienmärkte der Wall Street starten aufgrund von Stimulus-Hoffnugnen stark, um dann aber deutlich nachzulassen – weil dann doch wieder klar wird, dass die optimistischen Aussagen etwa von Pelosi noch lange nicht bedueten, dass man sich wirklich einigt. Noch jedenfalls handeln die Indizes in einem kurzfristigen Abwärtstrend..

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Devisen

Freudige Nachricht für Gold-Anleger, Robert Halver über Aktienmärkte, Ideen zu Pfund und Facebook

Redaktion

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Eine freudige Nachricht für Anleger, die in Gold-Produkte wie ETCs investieren. Bisher waren nämlich Gewinne auf physisches Gold nach 12 Monaten steuerfrei. Jetzt gibt es ein Gerichtsurteil, wonach ein Goldprodukt dem physischen Gold gleichgestellt wurde. Auch hier sind die Gewinne nach 12 Monaten steuerfrei. Dies liegt daran, dass man sich als Anleger bei diesem Produkt (ETC) das Gold auch physisch ausliefern lassen kann. Möglicherweise können Sie sich sogar gezahlte Steuern erstatten lassen. Fragen Sie hierzu Ihren Steuerberater. Manuel Koch geht im folgenden Video auf diesen Sachverhalt ein.

Auch bespricht er mit Robert Halver die aktuelle Lage am Aktienmarkt. Seine Empfehlung: Trotz aktueller Unsicherheiten sollte der Anleger am Ball bleiben und über Aktiensparpläne investieren. Auch bespricht Manuel Koch im Video zwei Handelsempfehlungen der trading house-Börsenakademie. Euro gegen Pfund sei eine Kaufidee über das Vehikel einer Stop-Buy-Order. Die Aktie von Facebook könne man shorten über eine Stop-Sell-Order. Beide Ideen werden im Detail erläutert.

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Allgemein

Marc Friedrich mit 5 Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade

Redaktion

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Marc Friedrich

Der Bestsellerautor Marc Friedrich spricht in seinem aktuellen Video „Der größte Vermögenstransfer der Geschichte“ über viele aktuelle Kapitalmarktthemen. Vor allem geht es um die große Anfeuerung von bestimmten Assetklassen, verursacht durch die immer größeren Gelddruck-Orgien der Notenbanken.

Marc Friedrich mit 5 Investment-Ideen

Im späteren Verlauf des Videos spricht Marc Friedrich seine fünf Top-Investment-Ideen für die nächste Dekade an. Auffällig dabei ist, dass die Kategorien Aktien und Immobilien nicht dazu gehören. Eben diese Assetklassen haben die letzten Jahre massiv von der Geldschwemme der Notenbanken profitiert. Marc Friedrich präferiert Gold, Silber, Bitcoin, Minenaktien und Diamanten. Gut, es sind doch Aktien vertreten, aber nicht als Gesamtkategorie, sondern nur weil es um Firmen geht, die Rohstoffe aus dem Boden holen.

Knappe Güter bevorzugen

Marc Friedrich spricht auch ganz konkret an, warum diese Ideen nach seiner Meinung die besten Investment-Ideen der nächsten Jahre sein sollen. Sie würden andere Assetklassen in der nächsten Dekade des „Vermögenstransfers“ outperformen. Sie seien (und das ist ein wichtiger Aspekt) begrenzt durch die Natur (Edelmetalle) oder durch die Mathematik (Bitcoin). Tja, und in der Tat, andere Assets wie das Fiat-Geld auf Bankkonten kann beliebig stark vermehrt werden. Je mehr Geld, desto stärker der Verwässerungseffekt, und desto stärker womöglich in Zukunft der Vertrauensverlust der Bürger in das Finanzsystem? Und alles was in seiner Menge limitiert ist, wird immer begehrter?

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