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Märkte

Ölpreis quo vadis? Zwei große Fragezeichen, und eine aktuelle Info

Claudio Kummerfeld

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Quo Vadis Ölpreis? Die Lage scheint sich von ganz weit entfernt betrachtet entspannt zu haben. Die Öllieferungen vom Nahen Osten auf den Weltmarkt laufen weiter. Also, warum ist der Ölpreis noch nicht auf das Niveau von vor den Angriffen auf die saudischen Anlagen zurückgefallen? Wir schauen ganz aktuell etwas genauer hin.

Ölpreis quo vadis - Beispielbild einer Ölpumpe
Beispielbild einer Ölpumpe. Foto: pixabay / jp26jp

Ölpreis mit langweiligem Seitwärtstrend?

Der Ölpreis bewegt sich beim Betrachten des „etwas größeren“ Bildes in einem brutal langweiligen Seitwärtstrend. Schauen wir hierzu bitte erst einmal auf den folgenden Chart, der bis zum 12. September zurückreicht. Man sieht den Anstieg im WTI-Ölpreis von 55 auf 63 Dollar vor genau einer Woche. Durch den Angriff auf die saudischen Ölanlagen fiel mehr als die Hälfte der saudischen Förderung aus. Seit letztem Mittwoch bewegt sich WTI-Öl in einem echt langweiligen Seitwärtstrend, vereinfacht gesagt zwischen 58 und 59 Dollar.

Ölpreis WTI seit dem 12. September

Fragezeichen und ganz aktuelle Info

Aber man schaue mal etwas kurzfristiger auf den folgenden Chart, der nur bis Freitag zurückreicht. Von Freitag Abend bis zum Handelsstart heute Nacht gab es einen Sprung nach oben von 70 Cents. Zwar hat Saudi Aramco zahlreiche Pressevertreter am Wochenende durch die betroffenen Öl-Anlagen geführt, im Sinne der Transparenz etc. Und man hatte auch letzte Woche eine große PK veranstaltet, auf der versichert wurde, dass die Anlagen bis Ende September wieder repariert seien. Aber aktuell gibt es Zweifel an dieser extrem schnellen Reparatur so hochkomplexer Anlagen. Denn laut aktuellen Berichten könnten die Reparaturen doch mehrere Monate dauern.

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Wird des nach und nach offensichtlicher, dass dem wirklich so ist, wäre das sehr bullisch für den Ölpreis, weil man dann befürchten könnte, dass es eine Knappheit am Markt geben wird. Und dann wäre da noch die mögliche Kriegsgefahr gegenüber dem Iran. Diese Veröffentlichung der saudischen Presseagentur vom Samstag zeigt, dass man ausdrücklich den Iran beschuldigt. Will man öffentlich nicht als schwach da stehen, müsste man eigentlich irgendeine Aktion durchführen? Das ist jetzt die Frage. Jegliche militärische Aktion aber dürfte den Ölpreis sprunghaft zum Ansteigen bringen. Und genau das (steigende Benzinpreise) kann Donald Trump überhaupt nicht gebrauchen.

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Aktuell wurden die europäischen Einkaufsmanager-Indizes veröffentlicht. Sie zeigen eine weitere Schwächung der Konjunktur. Das bedeutet tendenziell weniger Öl-Nachfrage. Deswegen sieht man aktuell am Ende des Charts einen Rückgang im Ölpreis von 25 Cents auf 58,40 Dollar.

Ölpreis WTI seit Freitag früh

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen, Fed, Gamestop

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Einige Quartalszahlen werden besprochen. Und natürlich ist wieder der Irrsinn rund um Gamestop ein Thema. Heute Abend steht auch die Fed-Verkündung an.

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Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Auf ersten Blick schockierend großer Verlust

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Boeing-Maschine

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten. Der Umsatz liegt bei 15,3 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 17,91/erwartet 15).

Der Verlust (!!!) nach Non-GAAP liegt bei -15,25 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert -2,33/erwartet -1,80). Hallo? 15,25 Dollar Verlust pro Aktie bei Erwartungen von „nur“ -1,80 Dollar Verlust? Insgesamt ist das ein Verlust von 8,4 Milliarden Dollar nach -1 Milliarde Dollar vor einem Jahr. Was ist hier los? Sonderposten? Eigentlich ist die Non-GAAP-Zahl ja gerade dafür gedacht, Sonderkosten herauszurechnen, damit die Anleger sehen können, wie sich das Kerngeschäft eines Unternehmens entwickelt. Boeing sagt aktuell, dass dieser  monströse Verlust auch eine Belastung von 6,5 Milliarden US-Dollar vor Steuern für das 777X-Programm und eine steuerliche Wertberichtigung beinhaltet. Also, einmal tief durchatmen bitte. Dennoch sind es keine guten Zahlen.

Die Boeing-Aktie notiert vorbörslich mit -3,9 Prozent.

Im 4. Quartal 2020 wurden 59 kommerzielle Flugzeuge ausgeliefert nach 79 im 4. Quartal 2019. Der Umsatz sank von 7,5 auf 4,7 Milliarden Dollar. Der operative Verlust weitete sich aus von -2,8 auf -7,6 Milliarden Dollar. Im Klartext: Die Rüstungssparte durfte mal wieder stützend wirken. Sie lieferte operativ einen Gewinn von 502 Millionen Dollar nach 34 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Grafik zeigt aktuelle Quartalszahlen von Boeing

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Märkte

Ölpreis: Gute Argumente für weiter steigenden Markt

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis kämpft zwar seit zwei Tagen mit der Marke von 53 Dollar (WTI-Öl). Aktuell sind es 52,62 Dollar. Aber die Lage wirkt doch halbwegs stabil mit Aufwärtstendenz. Vorgestern berichteten wir, dass offenbar sogar der Irak sich nun brav an seine Kürzungszusagen hält, was den Bemühungen der OPEC mehr Glaubwürdigkeit verleiht – was wiederum positiv für einen möglicherweise steigenden Ölpreis zu werten ist.

API-Daten geben Hoffnung für kurzfristig steigenden Ölpreis

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht mit einer Wochen-Veränderung von -5,3 Millionen Barrels (erwartet waren +0,6 Mio). Weniger volle Lagertanks bedeuten mehr Nachfrage nach Öl bei den Endverbrauchern, weniger Angebot der Produzenten, oder beides gleichzeitig. Auf jeden Fall ist dies tendenziell ein gutes Zeichen für den Ölpreis. Und die API-Daten sind stets ein Indikator für die einen Tag später anstehenden offiziellen staatlichen Daten aus den USA. Sie werden heute von der Energiebehörde EIA um 16:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Zeigen auch sie einen Rückgang der Lagerbestände, könnte der Ölpreis womöglich über die 53-Dollar-Marke steigen.

Joe Biden hilft den Öl-Bullen langfristig

Wir hatten in den letzten Tagen schon mehrmals über die Wahl von Joe Biden und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf den Ölpreis geschrieben. Joe Biden verbot per Dekret bereits den anstehenden Bau der Keystone XL Pipeline von Kanada nach Texas. Weitere Restriktionen für die Ölindustrie in den USA stehen an. Alles was die Angebotsseite für Öl einschränkt, ist logischerweise auf mittlere und lange Sicht gut für einen steigenden Ölpreis. Und nach und nach könnten die Trader geneigt sein dieses Szenario vorwegzunehmen. Dazu hat Eugen Weinberg von der Commerzbank heute einen sehr interessanten Kommentar verfasst. Zitat auszugsweise:

Doch scheint der Markt aktuell eher gewillt, positive Nachrichten aufzunehmen. Auch wirken die jüngsten Nachrichten aus den USA belastend für den US-Ölsektor und sind daher eher preisstützend. So erlitt die Dakota Access-Ölpipeline am Dienstag einen weiteren Rückschlag, als ein Richter die Entscheidung einer unteren Instanz bestätigte und einen Verstoß bei der Erteilung einer Schlüsselgenehmigung feststellte. Die Pipeline wird jedoch vorerst nicht stillgelegt. Deren Schicksal hängt womöglich auch vom neuen US-Präsidenten Biden ab, der bereits an seinem ersten Tag im Amt eine Schlüsselgenehmigung für die geplante Keystone XL-Pipeline gestrichen hat. Es wird außerdem erwartet, dass die Biden-Administration schon heute eine vorübergehende Aussetzung neuer Pachtverträge für Öl- und Gasexplorationen auf bundeseigenem Land und in Gewässern anordnen wird und dass fast ein Drittel dieser Flächen auch in den nächsten zehn Jahren unangetastet bleiben sollen. Stärkere Einschränkungen für die Exploration und den Transport sowie fehlende Unterstützung für die Öl- und Gasprojekte in den USA sprechen für eine langsamere Erholung der dortigen Produktion und daher eher für längerfristig höhere Preise.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage.

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