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Warum die Rallye im Ölpreis weiter läuft – dunkle Wolken am Horizont

Öl-Pumpe vor Sonnenuntergang

Der Ölpreis ist nach dem Wochenende erneut nach oben gesprungen. WTI-Öl notierte Freitag Mittag noch bei 82 Dollar, jetzt liegt der Markt bei 83,34 Dollar. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2014. Man schaue dazu bitte auf den folgenden Chart, der den Preisverlauf der letzten zehn Jahre zeigt. Wir zeigen auf, warum die Rallye im Ölpreis derzeit noch weiter läuft, und dass am Horizont dunkle Wolken aufziehen.

Gute Laune lässt Ölpreis weiter haussieren

Letzte Woche war es schon ein großes Thema. Zahlreiche Beispiele zeigen, dass die Preisrallye bei Gas und Kohle auf dem Weltmarkt derart eskaliert, dass es sich für große Abnehmer lohnt als Brennstoff auf Öl auszuweichen. Dies facht die Nachfrage nach Öl noch mehr an, und der Ölpreis steigt. Dazu kommen in den letzten Tagen positive Aussagen von IEA und OPEC über die steigende Nachfrage nach Öl. Auch wurde vom Ölmarkt äußerst positiv gewertet, dass die OPEC vor genau zwei Wochen verkündete, dass sie ihre Fördermenge nicht stärker ausweitet, sondern erst einmal bei einem planmäßigen Anstieg von monatlich 400.000 Barrels pro Tag bleibt. Laut heutiger Aussage der Experten der Commerzbank spricht die angespannte Marktlage, die von der OPEC und der IEA in ihren Monatsberichten in der letzten Woche attestiert wurde, gegen ein baldiges Ende der Verteuerung von Rohöl und Ölprodukten.

Ist im großen Bild Vorsicht geboten?

Natürlich kann diese massive Hausse im Ölpreis auch auf 100 Dollar weiter laufen. Diese große runde Marke hört man derzeit öfters in Medienberichten. Und mit Blick auf den Chart ist das gut möglich. Aber seit April letzten Jahres hat der Ölpreis nun eine gigantische Rallye von einem Terminmarktpreis von unterhalb der Null-Linie hingelegt. Das sollte man nicht vergessen. Und wo Übertreibungen stattfinden, da verdunkeln sich im großen Bild die Wolken, und Korrekturen sind möglich. Wie gesagt – im kürzeren Bild ist eine weitere Preis-Hausse möglich. Aber im großen Bild – da haben die Experten der Commerzbank letzte Woche bereits gewarnt, dass der globale Ölmarkt nächstes Jahr von einer Unterversorgung in eine Überversorgung mit Öl geraten kann. Und das wäre verdammt negativ für den Ölpreis. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Schwache Daten aus China

Erstaunlich ist auch, dass der Ölmarkt heute die negativen Nachrichten aus China zu ignorieren scheint – dies zeigt wohl die derzeit starke Spekulation auf höhere Preise. Denn mit „nur“ +4,9 Prozent fiel das chinesische BIP-Wachstum auf den niedrigsten Wachstumswert seit einem Jahr. Auch die Rohöl-Verarbeitung in China lag im September laut Daten des Nationalen Statistikbüros auf einem 16-Monatstief mit 13,64 Millionen Barrels pro Tag. Verantwortlich hierfür sollen die stark gesunkene Lagerbestände von Rohöl bei einigen Raffinerien sein, nachdem deren Importquoten von den chinesischen Behörden gekürzt wurden. Ein weiterer Grund ist laut den Experten der Commerzbank die Stromrationierung für Industrieunternehmen in China. Dadurch sank die Nachfrage nach Diesel für den Transport.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis in den letzten zehn Jahren



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