Folgen Sie uns
jetzt kostenfrei anmelden für das Die Einstiegs-Chance

Märkte

Ölpreis rauf und runter – im Fegefeuer von Gerüchten und Markttechnik

Veröffentlicht

am

Der Ölpreis legte gestern Nachmittag binnen zwei Stunden in der Spitze um bis zu 3,20 Dollar zu auf 47,75 Dollar im WTI-Öl. Wir berichteten gestern schon von den Gerüchten, dass Transaktionen chinesischer Öl-Importeure an diesem plötzlichen Anstieg schuld sein könnten.

Saudische Export-Kürzungen?

Auch steht zusätzlich die Begründung im Raum, dass laut Gerüchten am Terminmarkt die OPEC angeblich im Dezember massiv ihre Exporte runtergefahren haben soll. So sollen die Saudis angeblich im Dezember ihre Exporte um grob geschätzt 500.000 Barrels pro Tag gekürzt haben. Wir fragen: Soll das wirklich die Begründung für den gestrigen plötzlichen Anstieg sein? Denn schließlich hat die OPEC ja Anfang Dezember eine Kürzung von über 1 Million Barrels beschlossen. Und dass die Saudis wenig zögerlich bei der eigenen Umsetzung solcher Beschlüsse sind, ist allgemein bekannt.

Also warum so eine Überraschung über mögliche Exportrückgänge bei den Saudis für Dezember? Genauer werden wir dies eh erst am 17. Januar erfahren. An dem Tag veröffentlicht die OPEC ihren Monatsbericht mit den offiziellen Daten für Dezember. Erst dann wissen wir es genauer! Was schrieben wir gestern, wie schon so oft in den letzten Monaten und Jahren, noch als Hinweis am Ende des Artikels? Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar!

Ölpreis-Anstieg fast wieder verpufft

Und das zeigte sich dann auch wieder im laufenden Handel von gestern Abend bis heute früh. Der schöne schnelle Anstieg schmolz wieder ab wie ein Eis an einem warmen Sommertag. Von dem 3,20 Dollar Plus bleibt bis jetzt nur ein Plus von 1,70 Dollar übrig. Abseits von China und Saudis kann der gestrige Anstieg auch einfach nur durch eine plötzliche Short-Squeeze ausgelöst worden sein, weil ein paar Trader auf einmal zeitgleich Shorts eindecken wollten, und sich dann weitere anschlossen, weil Stopp-Marken nach oben durchbrochen wurden.

Ach ja, Donald Trump (der alte Verschwörungstheoretiker) hat gestern auch seinen Senf zum Ölmarkt dazu gegeben… mal wieder. So twitterte er, dass es nun mal kein Zufall sei, dass die Benzinpreise (in den USA) so niedrig seien. Damit möchte er wohl darauf hinweisen, dass es sein öffentlich geäußerter Druck der letzten Monate war, der die Produktionsmengen hochgepusht hat. Mal sehen, wie lange die gute Laune noch anhält, wenn die OPEC-Daten für Dezember und vor allem für Januar (Veröffentlichung Mitte Februar) wirklich nachweislich deutliche Exportrückgänge zeigen, und der Ölpreis dann nachhaltig hochschießt.

Der WTI-Ölpreis seit Montag
Der WTI-Ölpreis seit Montag.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Alle im Minus! Marktgeflüster (Video)

Warum heute rote Vorzeichen dominieren!

Veröffentlicht

am

Alle wichtigen US-Konzerne, die heute ihre Zahlen vorgelegt haben, handeln im Minus: Johnson&Johnson, Travelers, Halliburton und vor allem Black&Decker, in Europa drückt UBS den Banken-Sektor ins Minus. Dazu auch wieder ganz schwache Daten vom US-Immobilienmarkt – das vergrößert die Konjunktursorgen weiter, nachdem der IWF bereits gestern seine Wachstumsprognose gesenkt hatte. Dazu Sorgen um eine weitere Abkühlung in China bei gleichzeitig nachlassendem Optimismus in Sachen Handelskrieg – daher die US-Indizes ebenso im Minus wie der Dax. Ist die Rally jetzt vorbei? Das werden wohl erst die nächsten Zahlen der US-Konzerne zeigen – aber bisher ist die US-Berichtssaison eine glatte Enttäuschung..

Werbung: Gratis in Aktien und ETFs investieren. Null-Provision, Null-Aufwand! Erhalten Sie eine Gratisaktie im Wert von bis zu 100€

weiterlesen

Allgemein

„Frankreich befeuert Elend in Afrika“ – hat Italiens Di Maio recht?

Veröffentlicht

am

Italiens Vize-Premier Di Maio sorgt aktuell für einen diplomatischen Eklat zwischen Frankreich und Italien. So hat er gesagt, dass Frankreich kräftig mit verantwortlich ist für das Elend in Afrika. Denn Frankreich würde für 14 Länder in Afrika Geld drucken. Damit würde Frankreich die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern behindern, und sei letztlich auch mit verantwortlich für das Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer (um es mal verkürzt zusammenzufassen).

Frankreich mit verantwortlich für Elend in Afrika?

Nur was meint Di Maio damit eigentlich? Es ist kein großes Geheimnis, dass zahlreiche Länder vor allem in Afrika oft nicht das technische Know How besitzen um relativ fälschungssichere Banknoten zu drucken. Auch fehlt wohl das Vertrauen der dortigen Bürger und Institutionen in ein Geld, das von einem möglicherweise korrupten Regime im eigenen Keller beim Präsidenten gedruckt wird (polemisch und vereinfacht ausgedrückt).

Hinter der Kritik von Di Maio steckt aber mehr. Seit Ende des zweiten Weltkriegs hat Frankreich angefangen für zahlreiche seiner ehemaligen Kolonien eine eigene Währung zu drucken, den sogenannten „CFA Franc“. Der ist in diesen 14 Ländern immer noch Zahlungsmittel. Ursprünglich war er an den französischen Franc gekoppelt. Aufgrund der wirtschaftlichen Ungleichgewichte zwischen Frankreich und diesen afrikanischen Staaten wurde der CFA-Franc abgewertet. Das war natürlich gut für die Exporte dieser Länder.

An Euro gebunden bleiben oder abwerten?

Seit der Euro-Einführung ist der CFA-Franc an den Euro gekoppelt, und wurde seither aber nicht abgewertet. Das bedeutet: Diese Länder wie zum Beispiel die Elfenbeinküste, Mali, Niger, Togo und Senegal können ihre Exportwirtschaft nicht wettbewerbsfähig machen, in dem sie ihre Währung abwerten. Sie haben also rein technisch gesehen das selbe Problem wie Griechenland und Italien, wo die Volkswirtschaften durch eine schwächere Währung ihre Erzeugnisse im Ausland billiger anbieten könnten. Aber die starre teure Währung verhindert dies. Frankreich garantiert nach wie vor den festen Wechselkurs.

Und so geschieht es auch in diesen afrikanischen Ländern wie in Griechenland oder Italien (aus währungstechnischer Sicht gesehen). Von daher ist die Kritik von Di Maio nicht ganz falsch. Man kann aber auch sagen: Diese Länder können ja die Währungsbindung zum Euro einfach verlassen. Das läge schließlich in ihrer eigenen Zuständigkeit. Nur wissen viele dieser Regierungen wohl, dass die Menschen von da an nur noch schwarz bezahlen in US-Dollar oder Euro, weil das Vertrauen in eine frei fallende Währung fehlenwürde. Aber immerhin, den Schritt raus aus dieser Währungsbindung könnten diese Länder eigenständig gehen. Also kann man letztlich sagen: Zu einem gewissen Teil hat Di Maio recht mit seiner Kritik an Frankreich, aber eben nicht zu 100%.

Frankreich mit verantwortlich für das Elend in Afrika?
Befeuert Frankreich das Elend in Afrika? Hier die Karte von Ländern mit CFA-Franc in Afrika. Grafik: User:Glentamara CC BY-SA 3.0

weiterlesen

Anleihen

Florian Homm über die größte Finanzierungswelle aller Zeiten

Veröffentlicht

am

Die Rückzahlung von Schulden bzw. die Refinanzierung von Unternehmen könnten das große Thema der nächsten Jahre werden! Denn in den nächsten fünf Jahren, so Homm, müssen 13 Billionen Euro bei einem gesamten globalen BIP von 80 Billionen Euro refinanziert werden. Was bedeutet das?

weiterlesen

Anmeldestatus

Online-Marketing

Online-Marketing hier bei uns! Ihr Unternehmen / Pressefach auf finanzmartwelt.de = Effektives Online-Marketing
Höchst personalisierbare Strategien
Faire Preise
Pressefächer und Meldungen
Content relevante Artikel und mehr
Jetzt informieren

Meist gelesen 30 Tage