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Märkte

Ölpreis-Reaktion nach dem „großen Deal“ im Oval Office

Claudio Kummerfeld

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Ölpumpe Beispielbild - Ölpreis Anstieg erstmal gebremst

Der Ölpreis war seit Donnerstag um gut 2,50 Dollar gestiegen bis Freitag spät Abends. Dies lag grundsätzlich daran, dass der Markt Hoffnung hatte. Schon tagelang stieg generell die vorsichtige Hoffnung, dass die USA und China nun endlich den super tollen Mega-Handelsdeal hinbekommen, und dass endlich Ruhe einkehrt in Sachen Handelskrieg. Freitag Abend ab 21 Uhr deutscher Zeit war es dann so weit (wir berichteten).

Ölpreis reagiert auf den „großen Deal“

Donald Trump und sein chinesischer Gast Liu He empfingen die Journalisten im Weißen Haus, und es wurde über den „Deal“ berichtet. Letztlich wird es noch gut vier oder fünf Wochen dauern, bis eine Vereinbarung überhaupt schriftlich vorliegt, so Trump. Und in dieser Zeit kann ja bekanntlich viel passieren. Die Chinesen sollen 40-50 Milliarden Dollar zusätzlich an Agrarprodukten kaufen. Donald Trump konnte sich selbst gar nicht mehr bremsen, und erwähnte immer wieder die Summen in Sachen Agrar, und dass die Landwirte in den USA schon mal neues Land kaufen sollten, damit sie die große Nachfrage bewältigen können. Auch in anderen Sektoren sprach man von Einigung.

Aber im Großen und Ganzen blieben viele Fragen offen, und vieles bleibt ungewiss. Der große Wurf war das nicht. Und so fand der WTI-Ölpreis exakt um 21 Uhr deutscher Zeit am Freitag Abend seinen Hochpunkt bei 54,90 Dollar. Direkt danach folgten die Aussagen von Donald Trump im Oval Office. Dann die letzten Handelsminuten Freitag Abend und ab heute früh 0 Uhr ging es bergab im WTI-Ölpreis auf aktuell 54,08 Dollar. Also ein Verlust von 82 Cents. Somit preist der Markt die Grudstimmung ziemlich exakt ein. Unterm Strich ist man vorsichtig positiv gestimmt, weil die beiden Lager nicht im Streit auseinander gehen. Aber es fehlt eben der große Wurf, und unterm Strich fällt Öl ein klein wenig.

Iran-Tanker

Unterstützt wurde der Anstieg im Ölpreis am Freitag durch einen Angriff auf einen iranischen Öltanker vor der saudischen Küste. Nach aktuellen Berichten ist immer noch unklar, was ganz genau passiert ist. Aus diesem Vorfall kann etwas Größeres entstehen, oder auch gar nichts. Es hängt davon ab, was die Regierung in Teheran daraus macht.

China und sonstige Schwäche-Gründe?

Aktuelle chinesische Daten zeigen, dass chinesische Exporte Richtung USA von Januar-September im Jahresvergleich um 10,7% gefallen sind. Umgekehrt fallen chinesische Importe aus den USA um 26,4%. Das zeigt natürlich, wie stark sich der Handelskrieg auf das Handelsvolumen insgesamt auswirkt. Auch könnten weitere negative Daten und Nachrichten zur globalen Konjunktur den Ölpreis in dieser Woche wieder nach unten drücken. Den Bullen helfen könnten natürlich mögliche iranische Aussagen, dass die Saudis schuld sind an dem Tanker-Angriff. Auch könnten neue OPEC-Aussagen zu einer Mengen-Ausweitung der Fördermengenkürzung für Schwung nach oben sorgen (so wie letzte Woche geschehen). Für den Augenblick (Chart seit 13. September) konnte der wochenlange Abwärtstrend im Ölpreis gestoppt werden. Ist auf dem aktuellen Niveau eine Bodenbildung möglich? Eine schwierige Frage, denn es stehen sich weiterhin viele Gründe für Long und Short gegenüber.

Ölpreis Verlauf seit dem 13. September

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Quartalszahlen, Fed, Gamestop

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Einige Quartalszahlen werden besprochen. Und natürlich ist wieder der Irrsinn rund um Gamestop ein Thema. Heute Abend steht auch die Fed-Verkündung an.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

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Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Auf ersten Blick schockierend großer Verlust

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Boeing-Maschine

Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Eckdaten. Der Umsatz liegt bei 15,3 Milliarden Dollar (Vorjahreswert 17,91/erwartet 15).

Der Verlust (!!!) nach Non-GAAP liegt bei -15,25 Dollar pro Aktie (Vorjahreswert -2,33/erwartet -1,80). Hallo? 15,25 Dollar Verlust pro Aktie bei Erwartungen von „nur“ -1,80 Dollar Verlust? Insgesamt ist das ein Verlust von 8,4 Milliarden Dollar nach -1 Milliarde Dollar vor einem Jahr. Was ist hier los? Sonderposten? Eigentlich ist die Non-GAAP-Zahl ja gerade dafür gedacht, Sonderkosten herauszurechnen, damit die Anleger sehen können, wie sich das Kerngeschäft eines Unternehmens entwickelt. Boeing sagt aktuell, dass dieser  monströse Verlust auch eine Belastung von 6,5 Milliarden US-Dollar vor Steuern für das 777X-Programm und eine steuerliche Wertberichtigung beinhaltet. Also, einmal tief durchatmen bitte. Dennoch sind es keine guten Zahlen.

Die Boeing-Aktie notiert vorbörslich mit -3,9 Prozent.

Im 4. Quartal 2020 wurden 59 kommerzielle Flugzeuge ausgeliefert nach 79 im 4. Quartal 2019. Der Umsatz sank von 7,5 auf 4,7 Milliarden Dollar. Der operative Verlust weitete sich aus von -2,8 auf -7,6 Milliarden Dollar. Im Klartext: Die Rüstungssparte durfte mal wieder stützend wirken. Sie lieferte operativ einen Gewinn von 502 Millionen Dollar nach 34 Millionen Dollar ein Jahr zuvor.

Grafik zeigt aktuelle Quartalszahlen von Boeing

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Märkte

Ölpreis: Gute Argumente für weiter steigenden Markt

Claudio Kummerfeld

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Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis kämpft zwar seit zwei Tagen mit der Marke von 53 Dollar (WTI-Öl). Aktuell sind es 52,62 Dollar. Aber die Lage wirkt doch halbwegs stabil mit Aufwärtstendenz. Vorgestern berichteten wir, dass offenbar sogar der Irak sich nun brav an seine Kürzungszusagen hält, was den Bemühungen der OPEC mehr Glaubwürdigkeit verleiht – was wiederum positiv für einen möglicherweise steigenden Ölpreis zu werten ist.

API-Daten geben Hoffnung für kurzfristig steigenden Ölpreis

Gestern Abend wurden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht mit einer Wochen-Veränderung von -5,3 Millionen Barrels (erwartet waren +0,6 Mio). Weniger volle Lagertanks bedeuten mehr Nachfrage nach Öl bei den Endverbrauchern, weniger Angebot der Produzenten, oder beides gleichzeitig. Auf jeden Fall ist dies tendenziell ein gutes Zeichen für den Ölpreis. Und die API-Daten sind stets ein Indikator für die einen Tag später anstehenden offiziellen staatlichen Daten aus den USA. Sie werden heute von der Energiebehörde EIA um 16:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Zeigen auch sie einen Rückgang der Lagerbestände, könnte der Ölpreis womöglich über die 53-Dollar-Marke steigen.

Joe Biden hilft den Öl-Bullen langfristig

Wir hatten in den letzten Tagen schon mehrmals über die Wahl von Joe Biden und die daraus möglicherweise resultierenden Auswirkungen auf den Ölpreis geschrieben. Joe Biden verbot per Dekret bereits den anstehenden Bau der Keystone XL Pipeline von Kanada nach Texas. Weitere Restriktionen für die Ölindustrie in den USA stehen an. Alles was die Angebotsseite für Öl einschränkt, ist logischerweise auf mittlere und lange Sicht gut für einen steigenden Ölpreis. Und nach und nach könnten die Trader geneigt sein dieses Szenario vorwegzunehmen. Dazu hat Eugen Weinberg von der Commerzbank heute einen sehr interessanten Kommentar verfasst. Zitat auszugsweise:

Doch scheint der Markt aktuell eher gewillt, positive Nachrichten aufzunehmen. Auch wirken die jüngsten Nachrichten aus den USA belastend für den US-Ölsektor und sind daher eher preisstützend. So erlitt die Dakota Access-Ölpipeline am Dienstag einen weiteren Rückschlag, als ein Richter die Entscheidung einer unteren Instanz bestätigte und einen Verstoß bei der Erteilung einer Schlüsselgenehmigung feststellte. Die Pipeline wird jedoch vorerst nicht stillgelegt. Deren Schicksal hängt womöglich auch vom neuen US-Präsidenten Biden ab, der bereits an seinem ersten Tag im Amt eine Schlüsselgenehmigung für die geplante Keystone XL-Pipeline gestrichen hat. Es wird außerdem erwartet, dass die Biden-Administration schon heute eine vorübergehende Aussetzung neuer Pachtverträge für Öl- und Gasexplorationen auf bundeseigenem Land und in Gewässern anordnen wird und dass fast ein Drittel dieser Flächen auch in den nächsten zehn Jahren unangetastet bleiben sollen. Stärkere Einschränkungen für die Exploration und den Transport sowie fehlende Unterstützung für die Öl- und Gasprojekte in den USA sprechen für eine langsamere Erholung der dortigen Produktion und daher eher für längerfristig höhere Preise.

Chart zeigt Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Ölpreis im Verlauf der letzten zehn Tage.

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