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Ölpreis: Saudis bieten Grund für möglichen großen Durchbruch nach oben

Wir haben die obere Widerstandsmarke von 66,50 Dollar im Ölpreis (WTI) in den letzten Wochen schon mehrmals angesprochen. Wird sie überschritten, ist charttechnisch erstmal richtig viel Luft für weiter steigende Kurse. Heute Nacht hatte der Preis…

Redaktion

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Von Claudio Kummerfeld

Wir haben die obere Widerstandsmarke von 66,50 Dollar im Ölpreis (WTI) in den letzten Wochen schon mehrmals angesprochen. Wird sie überschritten, ist charttechnisch erstmal richtig viel Luft für weiter steigende Kurse. Heute Nacht hatte der Preis exakt diese 66,50 Dollar erreicht. Dies fand zwar im illiquiden Nachthandel von Sonntag auf Montag statt, und inzwischen ist der WTI-Ölpreis wieder auf 65,57 Dollar gesunken.

Aber mit dem aktuellen Heranlaufen an diese extrem wichtige Widerstandsmarke steht ein großer Durchbruch nach oben (möglicherweise) bevor. So gibt es zumindest auch das zweite unten gezeigte Chartbild her. Im ersten Chart ist der WTI-Ölpreis seit September 2017 zu sehen. Die blaue Linie (66,50 Dollar) muss überlaufen werden, damit die Bullen weit nach oben laufen können.

Ölpreis-Push durch die Saudis?

Aktuell könnte der entscheidende Push über die 66,50 Dollar im Ölpreis durch die Saudis kommen. Die seit Januar 2017 laufende Fördermengenkürzung von OPEC, Russland und anderern Förderländern läuft noch bis Ende 2018. Nun deuten die Saudis an, dass der Deal auch in 2019 fortgesetzt werden solle.

So sagte der saudische Ölminister Khalid al-Falih es sei wohl notwendig mit Russland die Kürzungen bis in 2019 hinein zu verlängern. Das würde natürlich noch länger eine eingeschränkte Angebotsmenge dieser großer Förderländer bedeuten, und damit tendenziell einen weiter steigenden Ölpreis. Warum dieses Drängen der Saudis?

Nun, haben sie vielleicht gemerkt, dass die Fracker in den USA in atemberaubendem Tempo ihre Förderung immer weiter ausbauen? Da muss man wohl dagegen halten, damit die gesamte globale Fördermenge nicht wieder zu hoch wird, womit Druck auf den Ölpreis ausgeübt würde. Auch am Freitag zeigte sich die Förderzunahme der Fracker wieder einmal. Vier zusätzliche Ölfelder sind aktiv – inzwischen eine Steigerung in den USA binnen 12 Monaten von 152 Rigs auf 804.

Neue Zielgröße?

Von OPEC-Offiziellen hört man inzwischen erste Stimm, dass man sich doch bitte auch einen anderen Zielwert für seine Fördermengenkürzungen ausdenken solle. Denn bislang hat man das Ziel den Fünfjahresdurchschnitt der OECD-Lagermengen für Rohöl zu erreichen. Zuletzt lag man nur noch minimal über diesem Wert. Wenn der erreicht ist, entfällt ja offiziell der Grund für die Kürzungen.

Letztlich ist der offizielle Grund für die Kürzungen ja egal – man will den Ölpreis pushen, und muss dazu mehr kürzen, als die Fracker in den USA ihr Fördermenge hochfahren können – nur so funktioniert es. Sind die Äußerungen der Saudis für die Verlängerung bis 2019 der Grund dafür, dass eventuell schon heute in der Day-Session die Terminhändler in Chicago den Ölpreis (WTI) über die 66,50 drücken, dauerhaft? Dann kann es abgehen nach oben (kann, nicht muss!).

Ölpreis

Im folgenden Langfristchart seit 2014 sieht man, dass man nach Überschreiten der 66,50 Dollar charttechnisch richtig viel Luft nach oben hat. Zwischen-Hochs sind im großen Bild dann nicht mehr zu überwinden auf dem Weg Richtung 100 Dollar. Dann geht es nur noch darum, ob der Markt so viel Kraft hat für diesen Aufwärtsmove.

Ölpreis

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    leser

    26. März 2018 10:35 at 10:35

    Der heutige Start des Öl-Yuan-Futures könnte einen Anstieg verhindern. Und dann ist richtig viel Luft nach unten. Zumal die Nachfrage bei Handelskriegen nicht steigen dürfte.

  2. Avatar

    Ermic

    27. März 2018 08:34 at 08:34

    Sehe ich nicht. Die westlichen Abnehmer werden sich ihren aktuellen Konjunkturzyklus nicht davon abwürgen lassen, eher werden in den USA, Kanada und anderswo weiter die Zügel gelockert, zB bei Pipelines, Förderung in Naturschutzgebieten, etc. Die Erpressbarkeit durch das Ölkartell ist im Vergleich mit den 70ern, wo ein ähnlicher Kurs der Saudis zu Fahrverboten und Rationierung hierzulande führte, sowieso fast verschwunden und deren Förderkürzung ist wie ein Förderprogramm für Konkurrenz der OPEC Staaten. Ergo ist das Kartell tot und wirkungslos geworden, der Ölmarkt reagiert zunehmend nach den Regeln von Angebot und Nachfrage. Wer jetzt noch so auf Öl setzt, mit einfacher Charttechnik, wie das die letzten Jahrzehnte möglich war, der wird im nächsten Bust viel Geld verlieren. Das new normal am Ölmarkt sickert aber nur langsam ins Bewusstsein.

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Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei Dax und Nasdaq – dazu die UBER-Aktie

Rüdiger Born

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Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Türkische Lira verliert spürbar – warum das kein gutes Zeichen ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira verliert heute spürbar gegenüber US-Dollar und Euro. US-Dollar vs Lira steigt gegenüber Freitag Abend von 7,62 auf 7,78. Euro vs Lira steigt von 9,02 auf 9,24. Das entscheidende bei diesen Kursbewegungen ist: Die Kursgewinne für die türkische Lira, die seit letztem Donnerstag entstanden, sind jetzt wieder verpufft. Denn wir erinnern uns: Am letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank den Leitzins um gigantische 4,75 Prozentpunkte auf 15 Prozent angehoben, um endlich die Inflation in der Türkei einzudämmen. Gut, genau diese Höhe der Zinsanhebung war erwartet worden – aber sie war durch die steigende türkische Lira in den beiden Wochen vorher schon gut eingepreist worden. Dennoch dürfte es aktuell für die Lira-Bullen am Devisenmarkt deprimierend sein, dass diese drastische Zinsanhebung nicht in einer schnell weiter aufwertenden Lira mündet.

Im folgenden Chart sehen wir den Kursverlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen. Die aktuelle Lira-Abwertung ist derzeit auch deswegen so auffällig, weil gerade heute der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) im Chartverlauf ganz klar verliert, und ein Tief aus den letzten Tagen nach unten durchbrochen hat. Also: Der US-Dollar ist heute ganz eindeutig der Verlierer, kann aber gegen die türkische Lira klar gewinnen. Daran sieht man, dass es sich wohl um eine eigenständige Schwäche der Lira handelt!

Türkische Lira immer noch unter Druck durch physische Verkäufe im Inland?

Das andere schlechte Zeichen für die türkische Währung ist, dass türkische Bürger und Unternehmen die Lira-Stärke der letzten Tage offenbar dafür nutzen um ihre Bestände in US-Dollar und Euro weiter aufzubauen, wofür natürlich die türkische Lira verkauft werden muss. Denn nur mit Markttechnik und Gewinnmitnahmen aus den letzten Tagen ist diese aktuelle Lira-Abwertung nur schwerlich zu erklären. Laut aktuellen Berichten bestehen jetzt 57 Prozent aller Bankguthaben in der Türkei aus Fremdwährungen – im Juli seien es noch 50 Prozent gewesen. Und die türkischen Sparer würden immer noch relativ geringe Zinserträge in Lira erhalten in Relation zur hohen Inflation.

Das würde natürlich erklären, dass man die Flucht in Fremdwährungen weiter bevorzugt. Die Umsätze in der Lira am internationalen Devisenmarkt waren heute Vormittag eher dünn. Von daher liegt die Vermutung nahe, dass Bürger und Unternehmen in der Türkei eben diese Lira-Stärke seit letztem Donnerstag nutzten um auch heute am Montag türkische Lira gegen US-Dollar und Euro zu tauschen. Ist kaum großes Volumen am internationalen Devisenmarkt in der Lira vorhanden, kann so ein physischer Kaufdrang den Kurs spürbar beeinflussen. Es ist gut möglich, dass die Lira deswegen heute diese Abwertung vollzieht.

Chart zeigt Verlauf von US-Dollar vs Türkische Lira in den letzten 30 Tagen

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