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Märkte

Ölpreis: Saudis sorgen für weitere Aufwärts-Stabilisierung

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Mehrmals haben wir in den letzten Tagen die Frage besprochen, ob der Ölpreis einen Boden gefunden hat. Immer mehr scheint sich dies zu bestätigen. Die letzten sieben Tage gab es steigende Kurse. Gestern um 16:30 Uhr deutscher Zeit kamen die offiziellen Öl-Lagerdaten aus den USA. Sie zeigten zwar einen Rückgang der Rohöl-Lagermengen um 1,7 Millionen Barrels, was gut ist für einen steigenden Ölpreis. Aber die Lager für Benzin in den USA stiegen um 8,1 Millionen Barrels, und die für Destillate stiegen um 10,6 Millionen Barrels.

Saudi-Aussagen stützen Ölpreis-Anstieg

Das ließ den Ölpreis direkt nach 16:30 Uhr für gut eine Stunde fast um 1 Dollar absacken. Aber dann ging es zügig wieder aufwärts. Von vorher 51,44 ging es bis gestern Abend rauf auf 52,50 Dollar (aktuell 51,69 Dollar). Den Grund für die weitere Stabilisierung kann man zu aller erst suchen in konkreten Aussagen des saudischen Öl-Ministers Al-Falih, der zahlreiche Berichte und Analysen nun bestätigte.

So sagte Al-Falih, dass Saudi-Arabien sein Ziel erreichen werde bis Ende Januar seine Fördermenge auf 10,2 Millionen Barrels pro Tag zu reduzieren. Das ist ein Rückgang um satte 900.000 Barrels pro Tag seit November, einem Rekordwert! Die Saudis können große Mengen zügig rauf und runterfahren! Erst Anfang Dezember hatte die OPEC zugesagt 1,2 Millionen Barrels pro Tag reduzieren zu wollen. Die Saudis werden wohl „mal wieder“ den Löwenanteil übernehmen. Ganz genau weiß man es nicht, da die OPEC bei dieser Vereinbarung nicht veröffentlicht hat, welches Mitgliedsland welche Menge kürzen wird.

Stabilisierung

Da quasi alle OPEC-Länder voll und ganz auf hohe Öl-Einnahmen angewiesen sind, kann es auch sein, dass alle fleißig weiter pumpen, und dass nur die Saudis kürzen. Möglich ist das durchaus. Laut Al-Falih werden die Kürzungen den Markt wieder ausbalancieren (weniger Angebot bringt Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht).

Im Chart sieht man den Ölpreis-Verlauf seit dem 19. Dezember (WTI-Öl). Ganz recht ist der gestrige steile Schub zu erkennen. Gefühlt müsste der jüngste Anstieg erst mal reichen für eine wirkliche Stabilisierung. Nichts ist jemals zu 100% sicher am Ölmarkt, aber es scheint wirklich eine Stabilisierung zu sein.

Ölpreis WTI seit Dezember

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Finanznews

Trump will Draghi! Marktgeflüster (Video)

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Es wird immer absurder: Donald Trump hat in einem Interview mit Fox News erneut eine Tirade gegen Powell („acht einen schlechten Job“) und die Fed abgelassen – und dann Mario Draghi als viel besser geeigneten Notenbanker für die Fed ins Spiel gebracht! Dazu wieder Aussagen von Trump zu den China-Zöllen, nachdem US-Finanzminister Mnuchin meinte, der Deal so zu 90% fertig – Chinas Medien wiederum machen nach wie vor Front gegen die USA: die Chancen auf einen baldigen Deal sind daher wohl sehr gering. Gleichwohl vor allem der Dax mit einem Freudensprung nach den Aussagen Mnuchins, aber er kann die Gewinne nicht halten. Der Dollar gewinnt wieder, nachdem nun klar ist, dass die Fed im Juli keine ganz große Zinssenkung (0,5%) machen wird..

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Aktien

Stahlhersteller in der EU: Ab Juli droht die massive Verschärfung der Krise!

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Stahlhersteller in Europa ächzen eh schon seit Jahren unter der massiven Überproduktion vor allem in China. Die führte dazu, dass dortige Stahlhersteller zu Dumpingpreisen enorme Mengen ihrer Erzeugnisse auch nach Europa verkauften. Das drückte natürlich auf die Preise, und sorgte mehr und mehr für eine Verschärfung der Stahlkrise in Europa.

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Und dann kam Donald Trump. Er führte für die USA Importzölle auf Stahlerzeugnisse ein. Die logische Folge: Die Stahlproduzenten, die nun nicht mehr konkurrenzfähig in den US-Markt liefern können, suchen sich andere Absatzmärkte. Und da war natürlich vor allem Europa interessant. Aber letztes Jahr ergriff die EU Gegenmaßnahmen. Sie führte ein Kontingent ein. Demnach konnten übliche Importmengen auch weiterhin normal in die EU eingeführt werden (hier unser damaliger Kommentar zu dem Thema).

Zusatz-Importmengen werden seit letztem Sommer mit 25% Importzoll belegt. Die deutsche Wirtschaftsvereinigung Stahl hat jüngst moniert, dass die „im vergangenen Jahr auf den Weg gebrachten Schutzklauseln die Stahlindustrie in Europa bislang nicht vor massiven Handelsumlenkungen als Folge der US-Stahlzölle schützen konnten“. In 2018 seien die Stahlimporte in die EU um 11 Prozent auf ein neues Rekordniveau von 45 Millionen Tonnen gestiegen, während sie in den USA um 13 Prozent gesunken seien. Weiter im Zitat:

Hinzu kommen unzulänglich ausgestaltete Länderquoten und zahlreiche Schlupflöcher, die den beabsichtigten Schutzeffekt untergraben. Zugleich habe sich die konjunkturelle Lage in der Stahlindustrie erheblich eingetrübt. „Die europäischen Institutionen müssen nun dringend handeln, um nachhaltigen Schaden von der Stahlindustrie in Deutschland und Europa abzuwehren. Die Last des US-Protektionismus dürfe nicht auf dem Rücken der Stahlunternehmen in Europa abgeladen werden“, so Kerkhoff weiter.

Ab Juli soll das Zollkontingent für Stahlimporte in die EU um 5% erhöht werden. Stahlhersteller außerhalb der EU sollen also mehr zollfrei in die EU verkaufen dürfen als bisher. Diese zusätzliche Aufweichung der „EU-Safeguards im Stahlbereich“ sei unverantwortlich, so der Stahlverband. Durch die geplante Erhöhung der Kontingente ab Juli 2019 würde die Schutzwirkung der Maßnahmen „vollends“ verloren gehen! Ein weiterer Anstieg der Importe würde bei sinkender Nachfrage unmittelbar zu Lasten der heimischen Industrie gehen, so der Verband.

Aktuell äußert sich der Chef der Salzgitter AG ähnlich im Interview mit der WiWo. So sagt er, dass die „moderaten“ Schutzmaßnahmen der EU ihre stabilisierende Wirkung offensichtlich verfehlt hätten. Die durchschnittlichen Importe der ersten vier Monate 2019 lägen 62% über dem auch schon hohen Importvolumen von 2014. Die im globalen Stahlmarkt errichteten Handelshemmnisse hätten wie befürchtet zu einer massiven Umleitung der Warenströme (Richtung EU) geführt, so Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann. Die geplante Erhöhung der Importquoten dürfe es nicht geben.

Kurz-Fazit: Der Stahlhersteller in Europa, die eh schon jahrelang zu kämpfen hatten, werden nun wohl noch stärker unter dem Handelskrieg leiden. Was das für Stahlaktien bedeutet? Das überlegen Sie sich bitte selbst!

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -12,8 Mio Barrels (jetzt 469,6 Mio) – Ölpreis steigt

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 469,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 12,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -2,5 Mio lagen.


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Die Benzinbestände wurden mit 223,4 Mio Barrels gemeldet, was im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 1 Million Barrels darstellt. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche waren unverändert.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -7,55 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (erwartet -3). Die Benzinbestände fielen laut API um 3,2 Mio Barrels. Destillate stiegen um 0,16 Mio Barrels.

Die Produktion liegt bei 12,1 Millionen Barrels pro Tag gegenüber 12,2 Mio in der Vorwoche.

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit +60 Cents und steigt auf aktuell 59,85 Dollar. Weiter Anstiege stehen an?

Öl-Lagerbestände USA
Die Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.

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