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Märkte

Ölpreis schmiert ab, WTI unter 60 Dollar – hier der Grund

Claudio Kummerfeld

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am

Eigentlich sah es zuletzt doch so gut aus für einen steigenden Ölpreis. Aber wie sagen wir stets in jedem unserer Artikel zum Ölmarkt – er ist und bleibt unberechenbar. Gerade erst am Montag berichteten wir über saudische Aussagen, die konkret darauf deuten lassen, dass OPEC und Russland die Fördermengenkürzungen, welche aktuell bis Juni laufen, für den Rest des Jahrs verlängern werden. Das half dem WTI-Ölpreis erst mal weiter auf die Beine bis in der Spitze auf 63,64 Dollar.

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Öl-Lager sollen schuld sein

Aber er wollte im Laufe der Woche nicht weiter nach oben durchbrechen, was charttechnisch sehr wichtig gewesen wäre. Dann wurden gestern Nachmittag die Öl-Lagerbestände aus den USA veröffentlicht. Sie stiegen im Wochenvergleich um 4,7 Millionen Barrels, bei einer sogar leicht negativen Erwartung. Auch die Fördermenge der USA stieg erneut von 12,1 auf 12,2 Millionen Barrels pro Tag.

Öl-Lagerbestände USA

Ölpreis schmiert ab

Gestern seit 16:30 Uhr deutscher Zeit ist der Ölpreis (WTI) von 62,46 Dollar auf aktuell 59,95 Dollar gefallen. Dass die Lagerbestände den Ölpreis jetzt so stark beeinflussen, kann man eigentlich schwer glauben. Denn der Anstieg der Lagerbestände läuft schon seit genau acht Wochen am Stück, von 439 auf jetzt 476,7 Millionen Barrels. Diesen Lager-Anstieg jetzt ganz plötzlich als Short-Grund zu nutzen, wirkt daher recht merkwürdig. Auf die Idee hätte man schon vor ein oder zwei Wochen kommen können für einen Short-Trade. Aber gut. Auch sagte die US-Energiebehörde, dass die Nachfrage von Raffinerien nach aus Rohöl destillierten Produkten gefallen sei. Naja… all das zusammen gerechnet bringt jetzt mal auf die Schnelle einen Verlust von 2,5 Dollar im Ölpreis. Offenbar will der Markt just in diesen Sekunden gerade fallen!

Also Achtung an alle, die versuchen einen Schritt weiterzudenken. Ist dies jetzt eine Überreaktion nach unten, ein zu stark und zu schnell gefallener Ölpreis? Eine Chance für neue Long-Einstiege? Entscheiden Sie das bitte selbst, wir halten uns da raus!

Der WTI-Ölpreis seit 13. Mai
Der WTI-Ölpreis seit 13. Mai.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Gixxer

    23. Mai 2019 17:01 at 17:01

    Wenn man die Ratschläge von Rüdiger Born beachtet, hätte man meiner Meinung nach im Tageschart, aber auch im 4-Stundenchart sehen können, dass er wackelig nach oben geht und nun nach unten getriggert hat.

  2. Avatar

    sabine

    23. Mai 2019 20:32 at 20:32

    Geht die Ölknappheit vielleicht auch deswegen zurück, weil USA seinen Import aus Rußland verdreifacht hat?
    https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-05-20/russian-oil-sales-to-u-s-on-steroids-amid-venezuela-sanctions
    Während die EU mit Sanktionen alla Verzicht auf russisches Gas Russland in die Knie zwingen soll, haben die Amis in den ersten fünf Monaten dieses Jahres mehr Öl aus Russland importiert als 2016 und 2017 zusammen. US-Raffinerien bereiten sich derweil auf eine Verdreifachung der russischen Importe vor. Ich dachte, wir ziehen alle an einem Strang (Russland böse wegen Spionmord in London, also Sanktionen!).

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Anleihen

Aktienmärkte: Ist das das nächste große Ding? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Die Aktienmärkte der Wall Street heute allesamt mit neuen Allzeithochs, während der Dax weiter stagniert und sogar einen leichten Wochenverlust ausweist – und das trotz neuem Optimismus in Sachen Brexit. Aber der Fokus richtet sich nun immer mehr auf die US-Anleihemärkte mit steigenden Renditen, die Zinskurve versteilt sich weiter (gut für Finanz-Aktien, nicht so gut für Tech, daher der Nasdaq heute nur mit kleinen Gewinnen). Sollten die Renditen weiter steigen, werden US-Anleihen wieder zunehmend zur Konkurrenz für die Aktienmärkte. Dort aber herrscht nach wie vor eine „Rundum-sorglos-Stimmung“, vor allem die „Corona-Verlierer“ werden wieder gekauft (der Sektor Energie daher wider mit den größten Gewinnen)..

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Allgemein

Negativzinsen und Druckerpresse: Auswirkungen auf Menschen und Schrottunternehmen

Claudio Kummerfeld

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am

Negativzinsen helfen Schrottfirmen und schaden den Sparern

Die Druckerpressen von EZB, Federal Reserve und Co laufen auf Hochtouren. Und dank dem neuem US-Präsidenten Joe Biden (Vereidigung am 20. Januar) dürfte das Tempo an neu geschaffenem Geld und neuer Staatsverschuldung nochmal Fahrt aufnehmen. Auch die Eurozone steht dem mit der EZB in Nichts nach. Die Null- und Negativzinsen bleiben weiter dort wo sie sind, und das auf lange Zeit. Das haben die Notenbanker auf beiden Seiten des Atlantiks klar gemacht. Was passiert, wenn Negativzinsen und Druckerpresse auf Menschen und Schrottunternehmen treffen? Hier kurz und knapp zwei Beispiele.

Die Schrottunternehmen werden auch gerne als Zombieunternehmen bezeichnet. Dies sind Unternehmen, die zum Beispiel noch nicht mal genug Geld verdienen um ihre Zinslast auf Kredite bedienen zu können. Oder sie überleben nur noch dank Staatshilfen, aber nicht aus strukturell echten Einnahmen. Wer Schrott ist, muss am Kapitalmarkt für Schulden eine höhere Risikoprämie zahlen. Denn der potenzielle Käufer von Schrottanleihen will sich das höhere Risiko einer Nicht-Zurückzahlung der Anleihe natürlich honorieren lassen. Von daher notieren die Renditen von Junk Bonds (Anleihen begeben von Unternehmen mit zweifelhafter Bonität) immer deutlich höher als die von gut angesehenen Unternehmen.

Derzeit aber, wo die Notenbanken alles mit frisch gedrucktem Geld überschwemmen und wo die Negativzinsen alles runterdrücken, da profitieren auch die Zombieunternehmen von immer weiter fallenden Renditen für ihre Schulden. Wie der folgende zehn Jahre zurückreichende Chart zeigt, ist die durchschnittliche Rendite für Junk Bonds in den USA auf ein neues Rekordtief von 4,45 Prozent gesunken, mehr als zwei Prozentpunkte unter dem Zehnjahresdurchschnitt. Die Zombies freuen sich also über immer geringere Kosten für ihre Schulden.

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Der Spar-Michel zahlt die Zeche

Man erinnere sich noch zurück, als hier und da die aller erste Sparkasse oder Volksbank Negativzinsen für Kontoguthaben einführte. Was gab das für einen Aufschrei. Heute ist das Alltag. Und die Lawine rollt immer weiter. Die ganz frische Veröffentlichung des Portals Biallo zeigt, dass auch die Direktbanken immer stärker auf den Zug aufspringen. 240 Banken insgesamt kassieren mittlerweile Negativzinsen im Privatkundenbereich, bei Firmenkunden sind es 317 Geldhäuser. Beim sogenannten Verwahrentgelt gelten in der Regel bestimmte Freibeträge, die von 5.000 Euro bis zu Millionenbeträgen reichen. Elf Geldhäuser langen bereits ab dem ersten Euro zu. Die DKB folgt aktuell der ING und führt ab sofort einen Negativzins in Höhe von minus 0,5 Prozent ein – für Einlagen ab 100.000 Euro auf dem Tagesgeld- und Girokonto. Wie bei der ING sollen Bestandskunden erst mal nicht betroffen sein.

Damit dürfte die Negativzins-Welle, die derzeit auf Sparer zurollt, noch mal deutlich an Fahrt gewinnen. Denn laut jüngsten Recherchen von Biallo haben auch große Regionalbanken in Hamburg, München und Köln zuletzt einen Strafzins für private Einlagen eingeführt. Erst gar keine Negativzinsen, jetzt gibt es immer mehr, aber mit Freibeträgen. Da das Umfeld aus Null- und Negativzinsen noch jahrelang anhalten wird, und da die Banken margentechnisch unter immer größerem Druck stehen, darf man annehmen, dass diese Freibeträge in Zukunft stetig verringert werden, und dass auch immer öfter von Bestandskunden Negativzinsen kassiert werden, und nicht nur von Neukunden.

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Devisen

Rüdiger Born: Aktuelle Lage im Dow, mögliche Idee für den Yen

Rüdiger Born

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Im folgenden Video schaue ich direkt am Chart auf die aktuelle Entwicklung im Dow Jones und seine Reaktion auf die US-Arbeitsmarktdaten. Auch überlege ich, ob im Yen ein interessanter Trade möglich sein könnte.

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