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Märkte

Ölpreis schwächelt – hier die vier aktuell bewegenden Themen

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild für Ölpumpe und Sonnenuntergang

Gestern war der Ölpreis gestiegen. Vom Tief am Montag bei 49,40 Dollar im WTI-Öl am Montag ging es bergauf bis auf 51,93 Dollar heute Nacht. Mit verantwortlich für diese kleine Euphorie war und ist, dass immer noch nicht klar ist, ob Russland sich der OPEC anschließen wird. Das Kartell will nämlich die Fördermenge für Öl noch weiter senken, um der aktuellen Nachfrageschwäche in China (dank des Coronavirus) entgegenzutreten. Die aktuelle Lage ist interessant. Mit aktuell 50,85 Dollar ist der Ölpreis seit heute Nacht wieder gut 1 Dollar zurückgekommen, aber mit Blick auf den Wochenverlauf nicht wirklich eingebrochen. Welche Faktoren spielen aktuell eine Rolle?

OPEC und IEA-Prognosen drücken gegen den Ölpreis

Geht es nach den aktuellen Prognosen von OPEC und Internationaler Energie-Agentur (IEA), dann dürfte der Ölpreis erstmal wenig Luft nach oben haben, sondern eher abwärts tendieren. Denn die OPEC senkte gestern ihre Prognose für die globale Nachfrage nach Öl, eben wegen dem Cornavirus in China. Und heute ganz frisch folgt die IEA, mit einer ebenfalls sinkenden Prognose für die Öl-Nachfrage. Die globale Öl-Nachfrage sei hart getroffen worden durch das Coronavirus, so die IEA. Im aktuellen Quartal solle sie um 435.000 Barrels pro Tag geringer ausfallen, und im Gesamtjahr um 365.000 Barrels pro Tag.

Öl-Lagerbestände

Gestern Nachmittag wurden die staatlich ermittelten Öl-Lagerbestände für die USA veröffentlicht. Nachdem sie in den beiden vorigen Wochen schon jeweils um mehr als 3 Millionen Barrels zulegen konnten, sind sie gestern um weitere 7,4 Millionen Barrels gestiegen, bei Erwartungen von +3 Millionen Barrels. Die Lager werden also voller. Das wird vermutlich an der Nachfrageschwäche in China liegen. Das zu viel produzierte Öl, das aktuell keine Abnehmer findet, verschwindet also erstmal in den Lagertanks. Und so erhöht die steigende Angebotsmenge für Öl den Druck auf den Ölpreis.

Coronavirus in China

Die Lage rund um den Coronavirus in China hat sich verschärft. Man weiß ja nie, ob und wie man den staatlichen Angaben in China vertrauen kann. Aber nachdem sich die Lage tagelang zu entspannen schien mit einem rückläufigen Wachstum der Neuinfektionen (weswegen die Aktienmärkte steigen konnten), ohhh Wunder… da vermelden die chinesischen Behörden heute früh einen riesigen Sprung an Neuinfektionen. 14.840 neu Infizierte an einem Tag, und das nur in der Hubei-Provinz. Sehen Sie dazu hier den heutigen sehr aufschlussreichen Kommentar von Markus Fugmann. Also, auf einmal kriegt der Kapitalmarkt wieder die Flatter, dass sich die Lage rund um den Coronavirus doch noch nicht entschärft hat. Aktienkurse fallen heute, und wohl vor allem dank dieser Meldung aus China ist auch der Ölpreis über Nacht bis jetzt abgesackt.

Ölpreis kann noch nicht richtig steigen oder fallen dank Russland

Seit mehreren Tagen schon schauen Öl-Trader gespannt auf Russland. Wie wir es die letzten Tage schon besprochen hatten, hängt der Markt auch heute in der Schwebe. Abgesehen von Hauptfaktor Coronavirus will der Markt (so formulieren wir es mal) endlich eine Info aus dem Kreml. Wird Russland sich der OPEC anschließen, so dass man gemeinsam wegen der Nachfrageschwäche aus China die Fördermenge bei Öl zusätzlich senken kann? Der Markt wartet auf dieses Signal, damit der Ölpreis weiter steigen kann. Die Frage ist nur: Stimmen die Russen zu, aber es gibt nur eine eher kleine Kürzung, könnte der Markt enttäuscht sein, und der Ölpreis weiter fallen? Die Info aus dem Kreml kann jederzeit kommen, oder auch erst in Tagen. Die plötzliche Reaktion im Ölpreis (nach oben oder nach unten) könnte dann schnell erfolgen.

Ölpreis WTI Verlauf im Chart seit dem 4. Februar
Verlauf im WTI-Ölpreis seit dem 4. Februar.

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – „Ob gut oder schlecht – Sell the News!“

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Auch wenn es wie bei Microsoft gute Zahlen gab – der Markt ist derzeit negativ eingestellt.

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Aktien

Boeing-Quartalszahlen: Desaster, aber der Verlust ist kleiner als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Die Boeing-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Boeing ist als Industrieunternehmen mit seiner gigantischen Zuliefererkette derart wichtig für die US-Volkswirtschaft, dass man mit starken Absatzrückgängen sogar das US-BIP in spürbare Bewegung bringen kann. Aber nun zu den wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 14,14 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 19,98/erwartet für heute 14,5). Laut Boeing sinken die Umsätze bei den zivilen Maschinen wegen der 737-Probleme, was teilweise durch höhere Umsätze in der Militärsparte ausgeglichen werde. Der Ergebnis liegt bei -1,39Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 1,45/erwartet für heute -2,32).

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Gegenüber Airbus ist Boeing doppelt hart getroffen. Nicht nur Corona trifft die Geschäfte des Flugzeugbauers, sondern immer noch das 737 Max-Desaster mit den zwei Abstürzen.

Der operative Cash Flow liegt bei -4,8 Milliarden Dollar.

Die Aktie notiert vorbörslich mit +1,0 Prozent – wohl weil der Verlust nicht so schlimm ausfiel wie erwartet.

Boeing betont, dass man noch in den Büchern noch Aufträge habe für 4.300 kommerzielle Flugzeuge im Volumen von 393 Milliarden Dollar.

Boeing soll Ende 2021 noch 130.000 Mitarbeiter haben, wo es Anfang 2020 noch 160.000 waren.

CEO-Statement:

“The global pandemic continued to add pressure to our business this quarter, and we’re aligning to this new reality by closely managing our liquidity and transforming our enterprise to be sharper, more resilient and more sustainable for the long term,” said Boeing President and Chief Executive Officer Dave Calhoun. “Our diverse portfolio, including our government services, defense and space programs, continues to provide some stability for us as we adapt and rebuild for the other side of the pandemic. We remain focused on the health and safety of our employees and their communities. I’m proud of the dedication and commitment our teams have demonstrated as they continued to deliver for our customers in this challenging environment. Despite the near-term headwinds, we remain confident in our long term future and are focused on sustaining critical investments in our business and the meaningful actions we are taking to strengthen our safety culture, improve transparency and rebuild trust.”

Grafik zeigt Detaildaten zu den aktuellen Quartalszahlen von Boeing

Hauptwerk nahe Seattle - Boeing-Quartalszahlen veröffentlicht
Das Boeing-Hauptwerk nördlich von Seattle. Foto: Jeremy Elson CC BY-SA 3.0

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Aktien

So sichern Sie in unruhigen Marktphasen Ihr Depot ab – Werbung

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Lieber Börsianer,

es ist wieder soweit. Deutschland fährt erneut runter und geht in einen moderaten Lockdown. Voraussichtlich noch im Verlauf des Tages werden Bund und Länder entsprechende Maßnahmen beschließen. In der Diskussion sind unter anderem: Verbot von Verwandtenbesuchen, Aufenthalt in der Öffentlichkeit mit maximal einer Person eines anderen Haushaltes, die Gastronomie soll wieder komplett heruntergefahren werden, touristische Übernachtungen im Inland sollen jetzt auch ausbleiben.

Zwischen den Zeilen lese ich heraus, dass die Maßnahmen bis weit in die Adventszeit aufrecht erhalten werden sollen. Die Politik konzentriert sich offenbar auf das Weihnachtsfest. Am Weihnachtsbaum sollen wir also wieder Verwandte treffen dürfen und dabei möglicherweise auch wieder ein Restaurant besuchen dürfen. Es überrascht also nicht, dass der DAX bereits seit Tagen butterweich ist. Zuletzt sackte der deutsche Leitindex mit großer Dynamik unter die Marke von 12.000 Punkten ab. Noch hält sich der US-Markt wacker und hat noch kein Verkaufssignal generiert.

Es gibt folglich zwei Optionen. Die optimistische Variante: Der US-Markt wird die europäischen Börsen stützen, sodass die Korrektur bei DAX und Co. rasch auslaufen wird. Die pessimistische Variante: Die US-Märkte kippen nächstens „hinterher“ und leiten damit eine globale Korrekturphase ein.

Vor diesem Hintergrund fragen sich jetzt natürlich viele Investoren, wie kann ich mein Depot einmal absichern, wie kann ich meine schönen Gewinne der vergangenen Monate und Jahre kurzfristig festmachen.

Es gibt hier zwei anerkannte Methoden: So können Sie nun die Aktienpositionen Ihres Depots einfach vollständig oder weitgehend abverkaufen. Diese Lösung ist einfach, hat aber in der Praxis ihre Tücken. Zunächst kann diese Maßnahme vor allem bei etwas größeren Depots durchaus zeitaufwändig sein. Außerdem produzieren Sie dadurch für Ihr Depot eine gewisse Spesenbelastung, die sich am Ende, wenn Sie die Titel wieder zurückkaufen, quasi verdoppelt.

Außerdem dürfen wir getrost davon ausgehen, dass uns der Wiedereinstieg in der Praxis kaum optimal gelingen wird. Denn wenn dann die Börse plötzlich dreht, sind wir eben erst einmal nicht dabei. Und oftmals sind die Kursgewinne der ersten Erholungsphase, die auf eine Korrektur folgen, besonders großzügig. So zeigen alle Studien, dass man mit einem Totalverkauf langfristig Rendite verliert, selbst wenn Aus- und Wiedereinstieg halbwegs gut bewerkstelligt werden.

Machen Sie keine halben Sachen, sondern sichern Sie proaktiv ab

Sinnvoller ist in unruhigen Marktphasen die sog. aktive Absicherung. Bei diesem Verfahren halten Sie im Wesentlichen an Ihren bestehenden Aktienpositionen fest, stellen allerdings vorübergehend sog. Shorts oder Puts gegen diese Aktienpositionen.

Wie funktioniert die proaktive Absicherung in der Praxis? Die Deutsche Börse berechnet nicht nur den DAX, sondern auch den sog. Short-DAX. Dieser Index verhält sich exakt spiegelverkehrt oder invers zum „echten“ DAX. Zu Deutsch: Wenn der DAX an einem Tag um 1 % fällt, dann steigt der Short-DAX exakt um 1 %. Wenn Sie also DAX-Aktien im…..

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