Märkte

Ölpreis seit gestern deutlich gefallen – zwei Faktoren spielen eine Rolle

Öl-Quelle in der Wüste

Der Ölpreis ist seit gestern Mittag deutlich gefallen. WTI-Öl fiel von 43 Dollar bis jetzt auf 40,55 Dollar (vorhin im Tief bei 40,31 Dollar). Gut 2,50 Dollar Abwärtsbewegung, das ist fast schon eine sensationell große Bewegung nach der komatösen Volatilität am Ölmarkt in den letzten Wochen. Aber was ist passiert?

Eigentlich gute Daten für steigenden Ölpreis

Gestern Nachmittag wurden die wöchentlichen Lagerbestände für Öl in den USA veröffentlicht. Sie fielen deutlich um 9,4 Millionen Barrels. Dies war der sechste Rückgang der Lagerbestände in Folge! Eigentlich hätte der Ölpreis daraufhin deutlich steigen müssen? Aber nein. Man muss schon berücksichtigen, dass dank des jüngsten Hurrikans, der im Golf von Mexiko wütete, die Lagerdaten etwas durcheinander kamen, und daher von den Tradern am Terminmarkt derzeit offenbar weniger beachtet werden. Aber dennoch darf man sagen: Sechs Wochen am Stück deutlich fallende Lagerbestände, das ist schon was!

Gründe für fallenden Ölpreis

Gestern wurden von der US-Energiebehörde (EIA) nicht nur die Lagerbestände veröffentlicht, sondern auch Daten zur Benzinnachfrage in den USA. Und die ist im Wochenvergleich von 9,16 auf 8,78 Millionen Barrels pro Tag gefallen. Dies drückt natürlich negativ auf den Ölpreis. Verdammt wichtig ist derzeit aber der US-Dollar. Er ist wochenlang deutlich gefallen, um vorgestern seinen Tiefpunkt zu finden (sichtbar im Dollar-Index). Seitdem steigt der US-Dollar aber an, was gegen den Ölpreis drückt. Im folgenden Chart sehen wir seit Dienstag in blau den steigenden Dollar, gegen den fallenden Ölpreis in rot-grün.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Analystenkommentar, erwähnt von CNBC am gestrigen Mittwoch. Was die Fundamentaldaten betreffe, so gebe es wirklich nicht viel, um den Ölpreis in die eine oder andere Richtung zu bewegen, weshalb man gesehen habe, dass sich Öl in einer ziemlich engen Spanne bewegt habe. Aber innerhalb dieser Spanne schleiche der Ölpreis wegen eines schwächeren Dollars weiter nach oben, so sagte es Vandana Hari, Gründerin von Vanda Insights, einem Energieberatungsunternehmen. Das war die einzige Unterstützung, würde ich sagen… so wird sie zitiert. Und umgekehrt kann man daher zum jüngst gestiegenen Dollar sagen, dass der Ölpreis darunter leidet, so möchten wir es abschließend kommentieren. Im Augenblick scheint Öl wirklich stark unter der Fuchtel des US-Dollar zu stehen. Also, achten sie auf eine mögliche Kehrtwende im Dollar, was auch wieder für den Ölpreis eine Kehrtwende bedeuten könnte. Ganz aktuell könnte so ein Dreh gerade stattfinden.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf gegen den US-Dollar seit Dienstag



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage