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Verknappungsangst Ölpreis springt hoch – Reaktion auf Teil-Mobilisierung in Russland

Der Ölpreis springt heute früh hoch. Es ist eine schnelle Marktreaktion auf die Teil-Mobilisierung in Russland. Hier der Blick auf die aktuelle Lage.

Der Ölpreis springt in den letzten Minuten nach oben. WTI-Öl steigt seit 8 Uhr von 84,10 Dollar auf aktuell 86,11 Dollar. Man schaue auf den Nahen Osten als Beispiel – wenn es in den letzten Jahren Angriffe auf Saudi-Arabien durch die Huthis gab, oder wenn ein anderer Konflikt in der Region zu eskalieren drohte, bedeutete das oft Aufwärtsbewegungen im Ölpreis. Denn die Eskalation eines Konflikts bedeutet auch zunehmende Verknappungsangst in Sachen Öl.

Ähnliches sieht man aktuell mit Blick auf die Ukraine. Das Land gewinnt seit Wochen große von Russland eroberte Gebiete zurück. Und jetzt legt Wladimir Putin eine Schippe oben drauf, und die Verknappungsangst nimmt zu! Denn Russland hat heute früh eine Teil-Mobilisierung verkündet. Bloomberg schreibt dazu aktuell: Der Ölpreis stieg sprunghaft an, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin eine Teilmobilisierung zum Halten der besetzten Gebiete in der Ukraine angeordnet hatte, eine Eskalation, die zu einer weiteren Störung der Energieversorgung führen könnte. Der Ölpreis (WTI / West Texas Intermediate) stieg auf über $ 85 pro Barrel, nachdem er zu Beginn der Sitzung noch geschwankt hatte.

Russland wird die notwendigen Schritte unternehmen, um seine Souveränität zu verteidigen und wird sein Territorium mit allen verfügbaren Mitteln verteidigen, sagte Putin. Der Kreml hat Scheinabstimmungen über die Annexion der noch von ihm kontrollierten Regionen der Ukraine inszeniert. Die Spannungen in der Ukraine verschärfen sich im Vorfeld einer Entscheidung der Federal Reserve über die Geldpolitik. Es wird erwartet, dass die Zentralbank heute Abend die Zinssätze um 75 Basispunkte anhebt und die „Schmerzen“, vor denen sie gewarnt hat, mit Zahlen belegt, wenn sie neue Wirtschaftsprognosen veröffentlicht.

Ölpreis im Kursverlauf seit Anfang der Woche

Der Ölpreis ist auf dem Weg zu seinem ersten Quartalsverlust seit mehr als zwei Jahren, da laut Bloomberg Sorgen über eine weltweite Konjunkturabkühlung die Aussichten für die Energienachfrage belasten. Nach der Entscheidung der Fed werden auch andere Zentralbanken von Europa bis Asien die Kreditkosten erhöhen.

„Sollte die Fed in dieser Woche eine weitere negative Überraschung liefern, könnte dies weitere Abwärtsbewegungen für den Ölpreis bedeuten“, sagte Charu Chanana, Marktstratege bei Saxo Capital Markets Pte. in Singapur. „Mittelfristig dürfte die Ölnachfrage weiterhin stark bleiben, da ein harter europäischer Winter zu einem verstärkten Umstieg von Gas auf Öl führen könnte, während die Spannungen zwischen Russland und der Ukraine ebenfalls zunehmen.“

Trotz der schwachen kurzfristigen Aussichten erklärte Saudi Aramco, dass die ungenutzten Produktionskapazitäten auf dem Ölmarkt bei einem Wiederaufschwung der Wirtschaft beseitigt werden könnten, und nannte einen Mangel an Investitionen in fossile Brennstoffe als Hauptgrund für die Energiekrise. Der Vorstandsvorsitzende der Crescent Petroleum Co., Majid Jafar, schloss sich dieser Meinung an und erklärte, die Preise würden aufgrund „chronisch unzureichender Investitionen“ in diesem Sektor hoch bleiben.

Das von der Industrie finanzierte American Petroleum Institute meldete, dass die US-Rohölvorräte in der vergangenen Woche um mehr als 1 Million Barrel gestiegen sind, wie mit den Zahlen vertraute Personen berichten. Sowohl die Vorräte im wichtigen Lagerzentrum Cushing, Oklahoma, als auch die landesweiten Benzinvorräte nahmen zu.

FMW/Bloomberg

Öl-Bohrinsel
Almost 502,000 barrels a day of Gulf output was shut on Sept. 7, down from 1.31 million on Aug. 31, BSEE data showed. Six platforms and one rig remained evacuated, compared with 499 platforms and 48 rigs a week earlier.


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4 Kommentare

  1. Wieso ist der Euro schlagartig um 100 BIPs zum CHF angestürzt ?

  2. Was macht man wenn der Ölpreis schwächelt wenn durch weltweite Krisen der Preis einbricht ?
    Eine „Variante“ sehen wir hier……………………….

  3. Pingback: *** MUST-READ: Aktuelles vom 21.09.2022 *** | das-bewegt-die-welt.de

  4. Die Ölvorkommen im Jemen müssen Gegenstand der Souveränität und territorialen Integrität des Jemen bleiben. Eine neue Deutscher Bundestag-Aktuelle Stunde thematisierte Ölimporte. Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Robert Habeck erklärte dort, daß in Deutschland/EU kaum noch jemand Interesse an Rosneft-Erdöl habe. Ein russisches Öl-Embargo, daß jeder Grundlage entbehrt, führt nun einmal zur Kaufzurückhaltung (potentieller) Rosneft-Ölabnehmer. Der 46. US-Präsident Joseph Robinette Biden sprach im Rahmen einer aktuellen Rede in/vor der UN-Vollversammlung vom politischen Willen seines Landes, mit dem Nahen und Mittleren Osten friedlich zusammenarbeiten zu wollen. Die US-Besatzungstruppen stehlen jedoch weiterhin täglich Erdöl aus/von den besetzten Ölfeldern im Arabische Republik Syrien-Nordosten. Nein zum genannten wirtschaftlichen Terrorismus im Ölgeschäft.

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