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Ölpreis steigt – Angriffe in der Straße von Hormus – Iran will Kontrolle

Tanker werden in der Straße von Hormus angegriffen. Der Iran übt offensichtlich Druck aus. Der Ölpreis steigt.

Öltanker
Foto: A_Mededkov-Freepik.com

Allein in den letzten zwei Stunden steigt der Brent-Ölpreis von 72,60 auf 73,93 Dollar. An der Straße von Hormus gibt es Ärger. Der Iran hat offenbar mehrere Tanker angegriffen. Und die Befürchtungen steigen, ob zunehmend Schiffe von der Durchfahrt abgehalten werden. Es scheint offensichtlich: Bevor die harten Verhandlungen mit den USA beginnen, will der Iran die Meerenge als Druckmittel in der Hand halten. Ein Zeichen setzen, dass man hier Kontrolle ausübt, um diese Kontrolle als Chip für andere Verhandlungspunkte einzulösen?

Ein beladener Flüssigerdgas-Tanker, die „Al Rekayyat“, wurde in der Nähe der omanischen Küste beim Verlassen der Straße von Hormus laut Bloomberg von einem Geschoss getroffen, während auch ein saudischer Öltanker Schaden davontrug. Der weltweit größte Verband der Schifffahrtsbranche erklärte, dass die Durchfahrten durch die Straße von Hormus nach den jüngsten Vorfällen zurückgehen könnten, auch wenn es weiterhin Reeder geben werde, die bereit seien, das Risiko einer Durchfahrt einzugehen. Ein Konvoi von Schiffen, darunter auch Öltanker, schien sich heute auf einer Route entlang der Küste Omans zu bewegen.

Die Meerenge – die die Produzenten am Persischen Golf mit den globalen Märkten verbindet – wurde nach ihrer durch den Krieg zwischen den USA und dem Iran ausgelösten fast vollständigen Sperrung teilweise wieder geöffnet. Doch obwohl sich der Schiffsverkehr erholt, bleibt das Verkehrsaufkommen unter dem Niveau vor dem Konflikt.

Der Ölpreis sank im zweiten Quartal um 30 %, als sich Washington und Teheran auf ein vorläufiges Friedensabkommen einigten, was die Sorgen über Versorgungsengpässe aus dem Nahen Osten milderte. Die globale Referenzsorte Brent hat den in den letzten Monaten entstandenen „Kriegsaufschlag“ vollständig abgebaut, wobei einige führende Banken, darunter die Goldman Sachs Group und Morgan Stanley, nun vor dem Risiko einer erneuten Überversorgung warnen.

„Die jüngsten Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf machen deutlich, dass wir noch weit von einer Normalisierung entfernt sind“, sagte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der ING Groep NV in Singapur. „Eine zurückhaltende Reaktion der USA könnte dem Ölpreis kurzfristig etwas Auftrieb geben, doch angesichts der pessimistischen Stimmung und der Schwäche am physischen Markt dürfte jede Erholung nur von kurzer Dauer sein.“

In einem Social-Media-Beitrag erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi, dass Gespräche über ein endgültiges Abkommen mit den USA nicht beginnen würden, sollten die Drohungen anhalten – offenbar in Anspielung auf die Absichtserklärung mit Washington, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Diese Woche findet in Teheran eine Massenbeerdigung für den verstorbenen Obersten Führer Ali Khamenei statt, der zu Beginn des Krieges bei einem Luftangriff getötet wurde.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Der Ölpreis agiert diesbezüglich wohl zur Zeit als Frühindikator.

  2. Immer diese dumme westliche Weltsicht, dass irgendwelche Schurkenstaaten verhandeln wollen. Es geht dem Iran schlichtweg darum, dass keine westlichen oder arabischen Schiffe den Golf von Persien verlassen, damit man diese Schiffe weiterhin als Faustpfand hat. Der Iran weiß sowieso, dass die Verhandlungen scheitern werden. Gegen diese 300 Milliarden werden die Schiffe rauslassen. Und wenn die USA keine 300 Milliarden zahlen, was die USA überhaupt nicht vorhaben, dann lässt der Iran auch keine Schiffe raus.

  3. Bonsai- Ölscheich

    Da muss man wohl Bänker sein um jetzt vor einer Überversorgung zu warnen.Wenn seit 2Monaten nichts läuft statt 100 Tanker pro Tag und alle die Reserven anzapfen, würde wohl auch bei sofortigem Normalbetrieb eine Normal oder Überversorgung erst nach mehreren Monaten eintreten. Die Bänker vertreten nur ihre Interessen und schüren grosse Kursbewegungen.Was passiert wenn bei leeren Reserven der Krieg weitergeht? Ich kaufe auf jeden Fall Öl – Calls.
    Auch die Schlaumeier,die für 2Tage den DAX -Ausbruch auf neue Hochs provozierten haben, haben wohl nur die Verarschung der Shortis imSinn gehabt. Das grosse Risiko, dass der Westen mit der NATO wohl Russland zu einem Angriff auf De oder andere Nato Staaten provoziert ist beträchtlich und für DAX – Long Null- Gründe bestehen.

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