Der Iran-Krieg steht vor der Tür, der Ölpreis steigt. Lesen Sie hier eine aktuelle Berichterstattung über den aufflammenden Iran-Konflikt und die Auswirkung auf den Ölpreis. Am Ende des Artikels finden Sie noch unsere Einordnung.
Ölpreis steigt deutlich an – Iran-Krieg voraus
Der Ölpreis steigt aktuell auf ein Sechsmonatshoch, nachdem Präsident Donald Trump erklärte, Iran habe höchstens 15 Tage Zeit, um eine Einigung über sein Atomprogramm zu erzielen, während die USA umfangreiche Streitkräfte im Nahen Osten zusammenziehen. Dazu berichtet Bloomberg: Der Brent-Ölpreis klettert über 72 US-Dollar pro Barrel und legte in dieser Woche um mehr als 6 % zu, während West Texas Intermediate bei fast 67 US-Dollar gehandelt wurde. Trump sagte, er halte 10 bis 15 Tage für „so ziemlich“ das „Maximum“, das er für die Fortsetzung der Verhandlungen zulassen würde, was zu Befürchtungen hinsichtlich eines Konflikts und möglicher Störungen der Ölversorgung führte.
Die USA haben die größte militärische Aufrüstung im Nahen Osten seit 2003, vor der Invasion des Irak, durchgeführt. Das deutet darauf hin, dass Trump eine weitaus umfassendere Kampagne starten könnte als den nächtlichen Angriff auf das iranische Atomprogramm im Juni letzten Jahres. Der Präsident erwägt laut einem Bericht des Wall Street Journal auch einen begrenzten Frühangriff, um Teheran an den Verhandlungstisch zu bringen.
„Wir glauben immer noch, dass Trump damit eher Druck ausübt, als dass er kurz davor steht, den Abzug zu betätigen”, sagte Robert Rennie, Leiter der Rohstoffforschung bei der Westpac Banking Corp.
Das OPEC-Mitglied fördert täglich mehr als 3 Millionen Barrel Rohöl, was etwa 3 % der weltweiten Produktion entspricht, und exportiert hauptsächlich nach China. Das größte Risiko für die Ölpreise besteht jedoch darin, dass der Iran beschließt, die Straße von Hormus zu blockieren, eine wichtige Transportroute für Energieexporte aus den Förderländern am Persischen Golf.
Der Ölpreis ist in diesem Jahr um etwa ein Sechstel gestiegen, da Händler die Risiken für die Lieferungen aus der Region einschätzen, die die Erwartungen eines sich abzeichnenden Überschusses, der Ende 2025 auf die Preise gedrückt hatte, in den Schatten gestellt haben. Eine anhaltende Kampagne gegen den Iran könnte zu einem weiteren Preisanstieg führen, der sich auf die Benzinpreise an den Tankstellen auswirken und die US-Wähler vor den Zwischenwahlen später in diesem Jahr verärgern könnte.
Laut dem Leiter der Atomaufsichtsbehörde der Vereinten Nationen droht das Zeitfenster für eine diplomatische Einigung über die Atomaktivitäten des Iran zu schließen. Die Behörde hat mit Teheran konkrete Vorschläge zur Inspektion der im letzten Jahr bombardierten Anlagen diskutiert.
Die Timespreads reagieren auf das erhöhte Risiko. Der Ein-Jahres-Spread für den Brent-Ölpreis bewegte sich auf den breitesten Backwardation-Stand seit Juni, eine Marktstruktur, die auf ein knapperes kurzfristiges Angebot hindeutet. Auch der Sechs-Monats-Spread bewegte sich weiter in Richtung Backwardation. Die Options-Skews für Brent und WTI zeigen eine stärkere Tendenz zu bullischen Calls, was auf steigende Erwartungen hinsichtlich Preisanstiegen hindeutet.
Zu der bullischen Dynamik trug auch bei, dass die US-Rohölvorräte um 9 Millionen Barrel sanken, was laut Zahlen der Energy Information Administration den größten Rückgang seit Anfang September darstellt. Auch die Vorräte an Ölprodukten gingen insgesamt zurück.
Einordnung
Was Donald Trump macht, ist doppelt problematisch. Erstens hatte er seinen Anhängern versprochen, ihre Lebenshaltungskosten zu senken. Dazu gehören neben Lebensmittelpreisen vor allem auch die Benzinpreise an der Tankstelle. Und der amerikanische Börsenpreis WTI ist nun in zwei Tagen um mehr als 4 Dollar angestiegen, wegen dem drohenden Trump-Angriff gegen den Iran. Denn der Iran könnte die Straße von Hormus blockieren – deutlich weniger Öl für den Weltmarkt würde global die Preise steigen lassen, und damit auch die Tankstellenpreise für Trumps Wähler. Und bricht der Krieg wirklich aus, und wird es eine größere Operation, kann der Ölpreis noch deutlich stärker ansteigen. Wenn sich dieser Anstieg nach ein paar Tagen wieder abbaut, wäre das kein Problem. Aber würden gestiegene Preise auf einem erhöhten Niveau verharren, wären Trumps Wähler wohl kaum glücklich über diesen Iran-Angriff.
Donald Trump wird vermutlich den Iran angreifen. Es dürfte für den US-Steuerzahler ein kostspieliges Unternehmen werden. Dabei hatte Trump doch ein Zurückfahren des Staatsapparats versprochen, Einsparungen an allen Ecken und Enden? Aber beim Militär soll es kräftig bergauf gehen vom Budget her, das wurde unlängst klar gemacht. Das widerspricht schon mal Trumps Agenda.
Zweitens: Viel wichtiger als die Geldbeträge dürfte Trumps grundsätzliches Versprechen an seine MAGA-Anhänger sein: Er werde die USA in keinen neuen Krieg stürzen. Aber genau das hat er jetzt vor. Seine Kernwählerschaft, die sich auf dieses Versprechen verlassen hat, dürfte wenig begeistert sein. Aber vielleicht sagt sich Trump auch schlicht und einfach: Was sollen meine Anhänger schon machen, als Alternative die Demokraten wählen? Das ist das Problem im Zweiparteien-System der USA. Man hat keine Alternative. Ist man Konservativ, wählt man die Republikaner. Was also sollten die MAGA-Anhänger machen, außer die Republikaner zu wählen? Um diesen Iran-Angriff zu rechtfertigen, das dürfte Trump leicht fallen. Irgendwas mit nationaler Sicherheit fällt einem da immer ein.
FMW/Bloomberg
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Der Ölpreis sagt mir, daß es jetzt keinerlei Zweifel mehr daran gibt, daß der 47. US-Präsident Donald John Trump die Flugzeuge Richtung OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran aufsteigen lässt, und damit einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen das Land führt. Der politische Gangster US-Präsident Donald John Trump ist ein Fall für den IStGH.