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Märkte

Ölpreis steigt dank Impfstoff und zeigt Stärke – hier die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis steigt kräftig seit gestern Mittag. Denn da kam die Meldung von Biontech und Pfizer über die große Impfstoff-Hoffnung gegen das Coronavirus. Bei 38,30 Dollar begann der schnelle und kräftige Anstieg auf bis zu 41,29 Dollar in der Spitze. Dann über Nacht folgte ein Tief runter auf 39,43 Dollar. Die begründeten einige Medien (siehe beispielsweise hier) mit der Angst um die schwächelnde Nachfrageseite. Denn die derzeitigen neuen Lockdowns vor allem in Europa würden auf der Nachfrageseite für Öl gut 1 Millionen Barrels pro Tag kosten.

Impfstoff-Hoffnung hat Ölpreis gepusht

Aber mal ehrlich. Dass in Europa neue Lockdowns stattfinden, ist ja nun seit Tagen und Wochen kein Geheimnis, das erst heute Nacht enthüllt werden konnte. Dieser kleine Rückgang im Ölpreis dürfte wohl eher technisch bedingt sein. Aktuell zeigt der Markt aber schon wieder Stärke, und WTI-Öl notiert derzeit bei 40,63 Dollar. Warum der Ölpreis so positiv auf diese neue Corona-Impfstoff-Hoffnung reagiert? Aus dem selben Grund, warum gestern die Aktienmärkte fast explosionsartig nach oben liefen.

Die Hoffnung auf einen schnellen Impfstoff-Erfolg nährt automatisch die Hoffnung, dass sich das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben schneller als gedacht normalisieren kann. Damit würde sich die Konjunktur und auch die Öl-Nachfrage schneller erholen als erwartet. Dies gilt natürlich immer unter der Voraussetzung, dass dieser Wirkstoff von Biontech und Pfizer auch wirklich funktioniert, und in den nächsten Monaten auf den Markt kommen kann.

Lagerbestände heute Abend und morgen Nachmittag

Also, in Sachen Ölpreis bewegt die gestrige Impfstoff-Meldung auch heute noch voll und ganz den Markt. Ab heute Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit könnte wie jede Woche ein neuer Impuls durch die privat ermittelten API-Daten für die Lagerbestände für Öl in den USA aufkommen. Morgen um 16:30 Uhr deutscher Zeit werden dann die staatlichen Lagerbestände für die USA vermeldet. Beide Zahlen können den Ölpreis beeinflussen. Wie immer gilt für die Zahlen morgen: In den ersten Minuten nach der Verkündung kann der Ölpreis etwas verrückt spielen, weil sich die ALGOS (Computerprogramme) mit ihren automatischen Orders austoben.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis seit dem 12. Oktober
Der Chart zeigt den Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit dem 12. Oktober.

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Indizes

Wall Street: Experte Markus Koch über die Jahresendrally

Markus Fugmann

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Die Wall Street ist in Party-Laune – gestern der Leitindex S&P 500 sowie der Nasdaq 100 mit neuem Allzeithoch. Kommt jetzt die große Jahresendrally – und das nach dem Rekord-Monat November mit zweistelligen Gewinnen bei den großen Indizes der Wall Street?

Wall Street: Comeback der Tech-Aktien zum Jahresende?

Derzeit, so Markus Koch in einem Interview mit „Mission Money„, sei es schlicht schwer, die Bullenherde an der Wall Street aufzuhalten. Das Problem sei, dass die Investoren extrem optimistisch seien, das Sentiment sei euphorisch. Insgesamt aber bleit auch Markus Koch optimsitisch für die Entwicklung der Wall Street – auch im Jahr 2021:

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Markus Koch über die Wall Street und die Jahresendrally

 

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Märkte

Warum der Ölpreis trotz mehr Fördermenge steigt – Experte redet Klartext

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe

Der Ölpreis steigt. Das darf eigentlich gar nicht sein? Gestern Abend beendete ich meine Berichterstattung mit dem Hinweis, dass man schauen müsse, wie der Markt die Lage morgen (also am heutigen Freitag) einschätzt. Und siehe da, der Markt interpretiert die Entscheidung von OPEC und OPEC+ als optimistisch. Denn Der Ölpreis ist in den letzten 24 Stunden von 45 auf aktuell 46,22 Dollar gestiegen.

OPEC und externe Partner erhöhen Fördermenge

Was war passiert? Die OPEC+ (OPEC und externe Förderländer wie Russland) beschloss gestern Abend, die gesamte Fördermenge ab Januar um 500.000 Barrels pro Tag zu erhöhen. In den Folgemonaten sind weitere Erhöhungen um bis zu jeweils 500.000 Barrels pro Tag möglich. Dies soll durch die Öl-Minister der Teilnehmerländer monatlich besprochen werden, je nach Marktlage. Erwartet beziehungsweise gehofft hatte der Terminmarkt aber, dass Länder wie Saudi-Arabien und die VAE sich durchsetzen, und dass die Fördermenge für Öl bis März erstmal nicht angehoben wird. Dies hätte geholfen den Ölpreis nach oben hin zu stabilisieren.

Warum der Ölpreis steigt

Aber nein, der Ölpreis steigt jetzt auch trotz Fördermengenausweitung an, obwohl man eher fallende Kurse erwartet hätte bei so einem Ausgang Aber warum geht es nun bergauf? Man könnte es so sehen: Die Masse der Trader hatte womöglich Angst, dass Länder wie Russland, Kasachstan, Irak etc sich nicht länger in ein Korsett pressen lassen, und letztlich deutlich mehr als 500.000 Barrels pro Tag an Fördermengenausweitung beschlossen wird. Also ist die nun erzielte Einigung mit „nur“ +500.000 Barrels pro Tag sogar ein Erfolg für die Bullen am Markt? So könnte man es sehen.

Der womöglich anerkannteste Experte für Rohstoffe in Deutschland, Eugen Weinberg von der Commerzbank, hat vor wenigen Minuten seinen Research-Text veröffentlicht, und zwar genau zu dieser Frage – warum der Ölpreis steigt, obwohl die OPEC ihre Fördermenge erhöht. Und Eugen Weinberg redet Klartext, und das im Detail. Wir möchten vorwegschicken: Wir als kleingeistige Laien bei FMW sehen es ähnlich wie er. Der Optimismus, der sich aktuell im Ölpreis wiederspiegelt, scheint übertrieben zu sein. Was natürlich nicht heißen soll, dass wir von FMW der Tradergemeinde sagen wollen, sie solle jetzt bitte Short im Öl gehen. Das entscheiden Sie bitte mal ganz alleine!

Experte spricht Klartext

Eugen Weinberg sagt aktuell, dass angesichts der vorherigen Erwartungen und der fragilen fundamentalen Lage am Ölmarkt die Entscheidung der OPEC enttäuschend sei. Dennoch sei der Brentölpreis heute Morgen auf knapp 50 US-Dollar je Barrel gestiegen. Einige Marktteilnehmer würden dies auf eine höhere Flexibilität der OPEC zurückführen, wobei man die Produktion später auch um bis zu 500.000 Barrel täglich kürzen könnte. Doch dies sei aus vielerlei Gründen eher illusorisch. Man sollte laut Eugen Weinberg also nicht zu viel hineininterpretieren. Der Ölpreis steige, weil er steigt und nicht weil der Markt die gefundene Entscheidung der Produzentengruppe feiert. Die fundamentale Lage sei alles anders als rosig. Laut einer Reuters-Umfrage sei die OPEC-Produktion im November wegen Libyen um 750.000 Barrel täglich gestiegen. Dabei sehe man erneut die Differenzen bei der Umsetzung der vereinbarten Quoten.

Die V.A.E. hätten die verlangten kompensierenden Kürzungen für die zu hohe Produktion in den Monaten davor umgesetzt, ebenso wie Angola. Andere Länder wie Nigeria und der Irak haben das laut Eugen Weinberg bislang nicht getan. Die kleineren Produzenten Kongo, Äquatorial-Guinea und Gabon hätten die Vereinbarungen ebenfalls erneut massiv verfehlt. Damit seien weitere Spannungen innerhalb der Gruppe im Hinblick auf einen höheren Ölpreis vorprogrammiert. Daher teile man die positive Auffassung des Ölmarktes nicht und führe die jüngste Stärke im Ölpreis in erster Linie auf spekulative Käufe zurück. Der Preiszuwachs sei aus seiner Sicht wegen der Nachfrageschwäche in den Industriestaaten und einer auch außerhalb der OPEC+ steigenden Ölproduktion nicht nachhaltig.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf der letzten zehn Tage
Der Chart zeigt den Verlauf im WTI-Ölpreis in den letzten zehn Tagen.

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Devisen

Die Talfahrt des US-Dollar – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Brennende US-Dollar Scheine

Der US-Dollar fällt, und fällt, und fällt. Im Chart sehen wir den Kursverlauf des Dollar-Index seit Ende 2017. Der Dollar-Index zeigt den Verlauf des US-Dollar gegen einen Korb aus anderen wichtigen Währungen wie Euro, Pfund, Yen etc. Aktuell ist die US-Währung auf den tiefsten Stand seit April 2018 gefallen.

Korrelation des US-Dollar zur Coronakrise

Ganz klar sieht man im Chart das Hoch des US-Dollar aus März 2020 bei 103,78 Indexpunkten. Bis jetzt ist es ein klarer Absturz auf aktuell 90,62 Punkte. Der Grund dafür ist offensichtlich. Der US-Dollar fungierte zum Ausbruch der Coronakrise als der globale Fluchthafen. Anleger flohen aus unsicheren Geldanlagen und unsicheren Schwellenländerwährungen, und parkten das Geld in der weltweit größten Reservewährung. Und je mehr Hoffnung auf eine Entspannung der Coronakrise aufkam, desto mehr verlor der US-Dollar wieder, weil die Anleger risikofreudiger wurden, und ihre Gelder umschichteten in riskantere Anlagen mit höherem Renditepotenzial, wie zum Beispiel Anleihen in Schwellenländern, wozu natürlich Dollar verkauft, und die jeweilige Landeswährung gekauft werden musste.

Bereits am 17. November, wo der US-Dollar noch höher notierte, besprach ich die bedrohliche Lage für den Greenback, und warum er womöglich nächstes Jahr abwerten könnte. Dieses Szenario scheint der Devisenmarkt jetzt vorweg zu nehmen. Neben der Entspannung der Coronakrise (Impfungen starten wohl noch im Dezember) steht womöglich nächstes Jahr auch ein stärkeres Wirtschaftswachstum außerhalb der USA an. Und vermutlich dürfte die weitere Staatsverschuldung und Gelddruckerei in den USA noch stärker laufen als in Europa, was den US-Dollar gegen den Euro noch schwächer dastehen lassen könnte.

Negativen Ausblick vorwegnehmen

Der anerkannte Experte Holger Zschaepitz von der WELT twitterte jüngst zum immer weiter fallenden US-Dollar, dass die Investoren am Devisenmarkt wohl den negativen Ausblick für die US-Währung für 2021 schon jetzt einpreisen würden. Man sehe bitte: Der Euro notiert aktuell gegen den US-Dollar mit 1,2161 auf dem höchsten Stand seit April 2018. Also sehen wir hier eine korrespondierende Schwäche des Dollar-Index wie auch des US-Dollar gegen den Euro. Kein Wunder, denn der Euro ist das absolute Schwergewicht im Dollar-Index als Gegenpart zum US-Dollar.

Die Experten der Commerzbank erwähnen ganz aktuell aus rein charttechnischer Sicht (!), dass Rückgänge im Währungspaar Euro gegen US-Dollar bei 1.1936 auf eine erste Unterstützung, und bei dem Tief vom 23. November und der 55- Tagelinie bei 1.1800/09 auf gute Unterstützung treffen. EUR/USD biete weiter Aufwärtspotential, solange sich der Markt über der 6-Monatsunterstützungslinie bei 1.1749 befinde.

Negative Faktoren für den US-Dollar

Aber gut, wir schauen hier ja auf das größere Bild für den US-Dollar, und das auch eher aus fundamentaler Sicht. Joe Biden dürfte als US-Präsident versuchen so kräftig wie nur irgendmöglich auf die Stimulus-Pumpe zu drücken, und die Fed dürfte ihn dabei mit der Druckerpresse ordentlich unterstützen. Es scheint zumindest so zu sein, dass dem US-Dollar kein bullisches Jahr 2021 bevorsteht. Und es scheint gemäß des aktuell immer weiter fallenden Greenback so auszusehen, dass die Trader am Devisenmarkt schon jetzt kräftig short dabei sind. Ebenso verstärken die Impfstoff-Hoffnungen wohl immer mehr den Risikohunger der Anleger, was bei den globalen Geldflüssen gegen den US-Dollar spricht.

Noch was: Alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, profitiert grundsätzlich von seiner Schwäche. So konnte diese Woche vor allem der zuletzt immer weiter schwächelnde Goldpreis (endlich?) von der Dollar-Schwäche profitieren. Und so stieg Gold diese Woche von 1.765 auf 1.840 Dollar. Erwähnenswert zur Dollar-Schwäche ist derzeit auch noch die aktuell eigenständige Pfund-Stärke.  Die Devisenmärkte sind optimistisch, dass in Kürze ein Brexit-Deal zwischen UK und EU zustande kommen wird. Dies preist man mit einem steigenden Pfund ein. Da das Pfund Teil des Währungskorbs im Dollar-Index ist, stellt dies einen weiteren schwächenden Faktor gegen den US-Dollar dar. Natürlich kann niemand vorhersagen, ob der US-Dollar die nächsten Monate wirklich weiter fallen wird. Aber Stand heute gibt es dafür einige gute Gründe.

Chart zeigt Verlauf im US-Dollar seit Ende 2017

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