Der Ölpreis erlebt derzeit Auftrieb! Im Chart sehen wir den Verlauf seit dem 12. Januar: In blau sehen wir, wie der WTI-Ölpreis vor allem seit letzter Woche Freitag von unter 60 Dollar bis jetzt auf 64,39 Dollar ansteigt. In guter negativer Korrelation dazu fällt der US-Dollar. Für diese Bewegung kann man zwei Gründe identifizieren.
Ölpreis im Anstieg – Trump gegen den Iran
Gestern drohte Donald Trump dem Iran mit ganz klaren Worten. Eine riesige Armada sei auf dem Weg zum Iran. Es handele sich um eine größere Flotte als die, die nach Venezuela entsandt wurde, angeführt vom großen Flugzeugträger Abraham Lincoln. Wie im Fall von Venezuela sei man bereit, willens und in der Lage, die Mission schnell, mit Geschwindigkeit und Gewalt, falls nötig, zu erfüllen. Trump will einen Deal mit dem Iran abschließen, der auf Atomwaffen verzichten soll. Und die Regierung soll die Gewalt gegen die protestierende Bevölkerung beenden. Die Zeit läuft ab, es sei wirklich dringend, so Trump! Der nächste Angriff werde noch viel schlimmer sein als der vorige, so Trump. Was das mit dem Ölpreis zu tun hat? Greifen die USA wirklich an, droht der Ölversorgung aus dem Iran für den Weltmarkt eine Unterbrechung.
Und der Iran könnte an der Straße von Hormus dafür sorgen, dass Öllieferungen aus Kuwait, Saudi-Arabien und anderen Golf-Staaten nicht aufs offene Meer gelangen, und dass somit bedeutende Fördermengen vom Weltmarkt fern bleibt. Diese Aussicht sorgt jetzt bereits für einen steigenden Ölpreis. Denn Börsianer handeln stets die Zukunft. Und so ein drohendes Szenario einer Verknappung von Öl am Weltmarkt preisen Händler schon mal ein. Weitere Anstiege sind gut denkbar. Man muss aber immer im Hinterkopf behalten: Seit Jahren ist es ein bekanntes Phänomen, dass der Ölpreis bei geopolitischen Spannungen in der Golfregion ansteigt. Wenn kleine Angriffe oder sonstige Vorkommnisse dann vorüber gehen, lässt auch der Trade am Ölmarkt nach und die Preise fallen schnell wieder zurück. Nach einem möglichen US-Angriff auf den Iran und einem Preissprung könnte danach auch ein Rückgang anstehen, wenn den Händlern klar wird, dass die Versorgung für den Weltmarkt nicht gefährdet wurde.
Dollar fällt
Im obigen Chart ist es gut sichtbar: Der US-Dollar fällt seit Tagen massiv. Je günstiger der Dollar, desto besser für alles, was in Dollar gehandelt wird, wie zum Beispiel Gold und Öl. Entsprechend sehen wir derzeit den fallenden Dollar als zweiten Push-Faktor für den steigenden Ölpreis. Nicht nur, dass Anleger seit Tagen die US-Währung abstoßen und im Zuge des Debasement Trades in Edelmetalle umschichten. Auch hatte Donald Trump gestern früh sinngemäß erklärt, er sehe kein Problem in einem schwächeren Dollar. Im Gegenteil – mit einem tieferen Dollar könnten US-Unternehmen besser am Weltmarkt exportieren. Dieses Statement hat den Dollar-Sturz noch verstärkt, und derzeit ist Dollar-Short am Markt ein wirklich gefragter Trade.
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Der Ölpreis als Frühindikator im Zusammenhang mit der Tatsache, daß im Madschles die Sperrung der Straße von Hormus thematisiert wird.