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Märkte

Ölpreis steigt! Die Hoffnung nimmt zu – die aktuelle Lage

Claudio Kummerfeld

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am

Öl-Pumpe in den USA

Der Ölpreis steigt heute auf bis zu 25,49 Dollar (Chart zeigt Verlauf der letzten zwei Tage). Damit erreicht WTI-Öl exakt den Höchststand von gestern Mittag. Da war der Ölpreis nämlich schnell um 1,50 Dollar gestiegen, in den letzten 24 Stunden dann aber wieder zurückgefallen. Jetzt geht es wieder bergauf. Die Gründe sind interessant. Aber erst ein kurzer Blick zurück auf das, was seit gestern Mittag geschah.

Saudis sorgten gestern für Impuls im Ölpreis

Nachdem der Ölpreis seit Tagen eher seitwärts tendierte, brachte Saudi-Arabien den Markt gestern in Bewegung. Die Nachricht sorgte schnell für Hoffnung bei den Öl-Bullen, dass Saudi-Arabien zusätzlich zu den vereinbarten Kürzungsmengen (OPEC und externe Partner kürzen kräftig) nochmal 1 Million Barrels pro Tag an Kürzungsmenge oben drauf legen will. Die Expertin Amena Bakr wies gestern darauf hin, dass dies womöglich ein Ausgleich dafür ist, dass der Irak sich als Teil der OEPC eben nicht an seine Kürzungszusagen hält.

Aber inzwischen sind Meldungen hinzugekommen, dass nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch die Nachbarn Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate ihre Kürzungsmengen auch zusätzlich aufstocken wollen um 80.000 und 100.000 Barrels pro Tag. Also gute Nachrichten für einen weiter steigenden Ölpreis? Heute kommt noch als möglicher Antreiber für den Ölpreis die Meldung hinzu, dass Russland seine Fördermenge, die im April durchschnittlich noch bei 11,35 Millionen Barrels pro Tag lag, aktuell auf 9,45 Millionen Barrels pro Tag gesenkt haben soll. Beim führenden US-Wirtschaftssender CNBC wird sogar davon gesprochen, dass die 1 Mio-Kürzungszusage der Saudis zeige, dass das Land wieder im „Whatever it takes“ Modus sei. Eine Anspielung an die selbige Aussage von Mario Draghi, als er in der Euro-Krise damit betonte, dass die EZB alles tun werde um den Euro zu retten. Sind die Saudis also (auf eigene Kosten) bereit die Fördermenge so weit zu senken, bis der Ölpreis endlich mal anspringt auf dem Weg nach oben?

Wie geht es weiter?

Heute um 22:30 Uhr werden die privat ermittelten API-Lagerbestände für Rohöl in den USA veröffentlicht. Steigen sie nicht mehr ganz so stark an wie die letzten Wochen? Sie sind der Vorbote für die morgigen offiziellen Lagerbestände in den USA, über die wir dann um 16:30 Uhr berichten werden. Verflacht sich der Anstieg in den Lagern, wie es viele Beobachter derzeit erwarten? Oder wirken sich „überraschend“ die zahlreichen saudischen Mega-Tanker aus, die in den letzten Tagen im Golf von Mexiko Öl entladen haben? Es wird spannend. Aktuell jedenfalls zeigt dieser noch überschaubare Anstieg auf 25,49 Dollar im Ölpreis etwas Hoffnung bei den Öl-Tradern.

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote erwähnt im heutigen Kommentar auch die überraschende Entscheidung Saudi-Arabiens, seine tägliche Ölförderung um 1 Million Barrel zu kürzen. Ein langsamerer Aufbau der US-Lagerbestände und eine geringere Produktion in anderen Ländern dürfte dem gesunkenen Ölpreis einen Boden unter den Füßen bereiten, da die Investoren darauf warten, dass die Öl-Nachfrage in den kommenden Monaten wieder anzieht. Der Auslauf des Juni-Terminkontrakts werde ein guter Test für die Erholung der Ölpreise sein, da spekulative Long-Positionen wahrscheinlich mit dem Herannahen des Rollover-Termins sinken werden. Das Ausmaß eines weiteren potenziellen Rückgangs im Ölpreis werde eine klare Meinung über die Nachhaltigkeit der tatsächlichen Erholung im Öl abgeben. Eine Unterstützung im Bereich von 10/15 Dollar könnte ein Zeichen für eine mittelfristige positive Korrektur sein, so Ipek Ozkardeskaya.

WTI Ölpreis im Verlauf der letzten zwei Tage

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    thinkSelf

    12. Mai 2020 15:55 at 15:55

    Super Nummer. Jetzt sind wir nicht mehr 10 Meter unter Wasser, sondern nur noch fünf. Dummerweise ändert das nichts an der Wahrscheinlichkeit des ertrinkens.

    Und auch für die Saudis hat sich die Lage ja geradezu dramatisch verbessert.
    Man hat jetzt die Förderung um annähernd 50% gesenkt und damit den Preis nur noch gedrittelt.

    Ach so, dafür wurde ja auch die Mehrwertsteuer verdreifacht um den Staatshaushalt zu entlasten. Aus welchen Einnahmen wird noch mal das Einkommen finanziert, von dem man dann Mehrwertsteuer einzieht? In Excel würde jetzt die Fehlermeldung „Zirkelbezug“ auftauchen.

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Aktien: „Janet Yellen macht euch reich!“ Marktgeflüster (Video)

„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Wirklich?

Markus Fugmann

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„Janet Yellen macht euch reich – kauft Aktien“, so lautet das Mantra mit der Amtsübergabe an Biden in sozialen Medien in den USA. Die Logik dahinter: Yellen und die Fed würden Dollar ohne Ende drucken, daher werde der Dollar stark fallen, daher sei die einzige Möglichkeit sich davor zu schützen und sogar reich zu werden, Aktien oder Assets wie Bitcoin zu kaufen. Solche Aussagen kommen häufig unmittelbar vor Korrekturen – Korrekturen wie heute etwa bei Bitcoin. Auffallend: auch heute laufen die Tech-Werte wieder besser, der „Reflations-Trade“ erleidet den nächsten Rückschlag. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Erholung der Konjunktur vielleicht doch nicht so bombastisch ausfallen könnte wie erhofft?

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

Claudio Kummerfeld

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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Rüdiger Born: Nasdaq-Charttechnik im Detail

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Auch heute bespreche ich das Aufwärts-Szenario für den Nasdaq. Im folgenden Video gehe ich bei der Charttechnik mal so richtig ins Detail.

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