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Märkte

Ölpreis steigt deutlich – Handelskrieg bringt Trader um den Verstand?

Claudio Kummerfeld

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am

Ölpumpe Beispielbild

Der Ölpreis fällt, und steigt, und fällt, und steigt dann kräftig, und wieder zurück, wieder nach vorne, rauf und runter. Da kann man ja wahnsinnig werden? Die letzten Tage waren ein Paradebeispiel dafür, wie die Nachrichtenlage rund um den Handelskrieg zwischen den USA und China Aktienkurse und vor allem auch den Ölpreis ständig hin und her schüttelt. Seit Freitag ist der Preis kräftig gestiegen. Kann man der aktuellen Euphorie diesmal wirklich trauen? Ja, wirklich?

Steigender Ölpreis und das News-Chaos im Handelskrieg

Der WTI-Ölpreis war im Verlauf der letzten Woche gefallen nach negativen Aussagen aus China. Man glaube nicht, dass ein verlässlicher Deal mit dem wankelmütigen Donald Trump möglich sei. Diese News und dazu noch deutlich steigende Lagerbestände für Rohöl in den USA (+5,7 Millionen Barrels) ließen den Ölpreis Mittwoch und Donnerstag fallen auf einen Tiefpunkt von 53,70 Dollar am Donnerstag Nachmittag. Dann gab es eine gewisse Konsolidierung. Und ab Freitag Mittag kannte der Ölpreis ab einem Niveau von 54,30 Dollar kein Halten mehr. Bis jetzt ist es ein Anstieg auf aktuell 56,75 Dollar im WTI-Öl. Was ist passiert?

Nun, am Freitag gab es besser als erwartete Arbeitsmarktdaten aus den USA, und gute Konjunkturdaten aus China. Auch gibt es seit Freitag mehrere positive Aussagen zum Handelskrieg. Es geht um mögliche Fortschritte in der sogenannten „Phase 1“ zu einem Trade-Deal. Nach Berichten könne noch diesen Monat ein Vertrag unterzeichnet werden. US-Handelsminister Wilbur Ross weilt derzeit in Bangkok zu Gesprächen. Er sagte jüngst auch, dass es bald eine Unterschrift für diese erste Phase des Deals geben könne. Und so weiter, und so weiter, und so weiter. Jetzt sieht die Lage rosig aus, letzte Woche sah es aber noch düster aus. Und nächste Woche?

Vorsicht bleibt geboten!

Es ist weiterhin eine wacklige Nummer. Man kann nicht behaupten, dass dieser gestiegene Kurs kurz vor 57 Dollar im WTI-Ölpreis ein gefestigtes Niveau ist. Und morgen kommen aus den USA ISM-Daten sowie die API-Lagerbestände für Rohöl. Mittwoch kommen aus den USA die staatlichen Lagerbestände für Rohöl, und Freitag die Daten der Uni Michigan. Und bei den Lagerbeständen vergesse man nicht, dass es einen wochenlangen Trend zu steigenden Lagern gibt, mit einer kleinen Unterbrechung vorletzte Woche. Oben drauf noch gibt es diese Woche Konjunkturdaten aus Deutschland und China. Und man vergesse bitte nie den größten Unsicherheitsfaktor. Donald Trump kann jederzeit die ganze schöne Euphorie per Twitter wieder zerstören.

WTI-Ölpreis seit Anfang August
WTI-Ölpreis seit Anfang August.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    franco33

    4. November 2019 14:05 at 14:05

    Kurze Vermutung dazu:

    Der Preis für das Öl scheint laut Meinung der Saudis für die nächste Zeit nicht mehr
    relevant steigen zu wollen.Wohl eher stärker nach unten…..

    Daher: Schnell mit aramco an die Börse / schnell noch Kasse machen

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Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – TINA is back!

Redaktion

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Alternativlosigkeit zu Aktien sei zurück, sowie die Angst bei der Rallye Gewinne zu verpassen.

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Indizes

Wall Street: Nasdaq und S&P 500 nach Schwäche nun vor Erholung?

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Der Nasdaq 100 ist wie die Wall Street insgesamt im Verlauf der zurückliegenden beiden Wochen etwas tiefer als prognostiziert gefallen. Eine gesteigerte Korrekturaktivität ist indes nicht zu verzeichnen, der Chart zeigt das auf. Im besonderen Maße optimistisch stimmt diesbezüglich der ausgebliebene Schlusskurs unterhalb des 0.62-Retracement bei 10.741 Punkten. Eine grundlegende Verbesserung der Ausgangslage ist für die nächsten Tage an der Wall Street natürlich nicht zur erwarten, doch sollte sich die bereits laufende Bodenbildung weiter fortsetzen können. Doch so langsam aber sicher setzt sich Verunsicherung, Nervosität in den Köpfen der Akteure fest.

Wall Street – Ausblick für den Nasdaq:

Die Performance der letzten Tage lässt darauf schließen, dass der Nasdaq 100 versucht ist, die seit August laufende Korrektur (b) abzuschließen. Der vermiedene Bruch der 0.62-Unterstützung (10.741 Punkte) ist ein relativ sicheres Indiz auf diese Option. Mit einem eventuellen Überschreiten des 0.76-Widerstandes bei 11.296 Punkten würde sich ein reelles Entspannungssignal einstellen. Diesen Schritt erwarte ich für die sich anschließenden Tage, maximal 1-2 Wochen.

Der Nasdaq war den anderen Indizes der Wall Street voraus gelaufen
Denn es ist nicht auszuschließen, dass sich die seitliche Performance der Wall Street noch geraume Zeit fortsetzt. Mit Überschreiten des zuvor genannten Widerstandes wird der Raum bis zur 0.62-Linie bei 11.988 Punkten geöffnet. Wesentlich höher sollte der Trend in der ersten Stufe nicht verlaufen. Wie im Chart abgebildet, besteht sehr gut die Möglichkeit, dass sich eine seitliche Phase größeren Stiles, in Form eines Triangles, einstellt. Ein eventueller Bruch der Unterstützung bei 10.741 Punkten würde eine erneute Korrekturwelle auslösen.

Fazit:

Der Nasdaq könnte mit Überschreiten von 11.296 Punkten ein kleines, bis ca. 12.000 Punkte geltendes Kaufsignal bilden.

 

S&P 500 – der Leitindex

Wie erwartet musste sich der S&P 500 an den letzten Tagen weiteren Punktverlusten hingeben. Dramatisches ist dennoch nicht zu konstatieren, blieb die Korrektur der Wall Street im Rahmen der jüngsten Prognose. Sehr positiv ist demnach der ausgebliebene Bruch der Unterstützungslinie bei 3.178 Zählern (1.62 Retracement). Allein dieser Aspekt rechtfertigt eine zumindest für den kurzfristigen Horizont geltende optimistische Sicht auf den Aktienindex. Die Tagesperformance, insbesondere der Sprung über die 0.62-Linie (3.279 Punkte) vom Freitag, untermauert diese Lesart zusätzlich.

Ausblick für den S&P 500:

Die jüngste Korrektur ist im Grunde ein fünfteilige (1-2-3-4-5) Impulswelle und dient damit der Ausbildung von Welle (c) der abc-Korrektur. Diese Korrektur wiederum bildet die größere (B) aus und hat mit der kleineren (b) eine überschießende Welle „B“ ausgeformt. Der ausgebliebene Bruch der 1.62-Supportline, sowie der bereits erwähnte Schlusskurs über 3.279 Zähler, kann als Abschluss der kleinen (5) und damit verbunden von (c) angesehen werden. Die große (B) bleibt indes noch offen. Ihr Schicksal muss durch die weitere Performance geschrieben werden.

Der S&P 500 ist der Leitidex der Wall Street
Wie im Chart dargestellt, ist daher zeitnah, für den Verlauf der folgenden 1-2 Wochen, von einer kleinen Rally an der Wall Street auszugehen. Großer Raum steht dieser Bewegung nicht zur Verfügung. Maximal bis zur 0.76-Linie erwarte ich den kleinen Höhenflug. Diese Performance kann sich durchaus als erste Stufe einer etwas größeren und gut nutzbaren Aufwärtsbewegung entpuppen. Darüber ist allerdings noch nicht das letzte Wort gesprochen, sodass ich momentan noch kein größeres Kaufsignal benennen kann.

Fazit:

Ein kleines Kaufsignal mit Ziel bis zur 0.76-Linie wurde bereits ausgelöst. Aufgrund der korrektiven Verfassung ist ein längerfristiges Signal momentan noch nicht spruchreif.

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Devisen

Türkische Lira mit neuem Rekordtief – warum die Zinsanhebung verpufft ist

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira stand seit letzter Woche Donnerstag vor einer möglichen Kurswende. Denn seit geraumer Zeit hangelt sie sich von einem Rekordtief zum nächsten – ein Desaster! Hauptverantwortlich dafür war die von Präsident Erdogan befürwortete Politik der türkischen Zentralbank, den Leitzins tief unterhalb der Inflationsrate zu belassen – Hauptsache es gibt günstige Kredite für Unternehmen und Verbraucher in der Türkei. Aber damit war am Donnerstag Schluss. Völlig überraschend wurde der Leitzins von 8,25 Prozent auf 10,25 Prozent angehoben – eine mutige, kräftige Anhebung!

Türkische Lira aktuell mit neuem Absturz auf Rekordtief

Und die türkische Lira reagierte entsprechend positiv mit einer Aufwertung. US-Dollar vs Lira fiel bis Freitag von 7,69 auf 7,51. Endlich mal ein Aufatmen für die Lira, könnte man sagen. Aber vor allem seit Start des Devisenhandels heute Nacht wertet die türkische Lira wieder deutlich ab, auf neue Rekordtiefs gegen US-Dollar und Euro. Der folgende Chart, der bis letzten Mittwoch zurückreicht, zeigt den beschriebenen Verlauf seit Donnerstag. Aktuell muss man 7,78 Lira für 1 US-Dollar zahlen (Hoch heute schon bei 7,86). Und für einen Euro muss man heute schon 9,08 Lira aufbringen.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

Geopolitik durchkreuzt Lira-Erholung

Da könnte man bei der türkischen Zentralbank in Ankara ja fast verrückt werden, möchte man meinen. Da erhöht man den Leitzins um kräftige 200 Basispunkte, und nur zwei Handelstage später notiert die türkische Lira tiefer als jemals zuvor. Aber in diesem Fall muss man die Notenbanker von jeglicher Schuld freisprechen. Die geopolitische Lage hat ihnen einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Denn direkt um die Ecke sind zwischen Armenien und Aserbaidschan sind heftige Kämpfe entfacht. Jetzt gilt in beiden Ländern sogar der Kriegszustand. Schweres Artilleriefeuer, zahlreiche Tote und Verletzte – die Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach gehen weiter. Die Türkei hat sich umgehend an die Seite Aserbaidschans gestellt, so besagen es aktuelle Berichte. Dies setzt die türkische Lira plötzlich kräftig unter Druck. Heute verkündete Maßnahmen der türkischen Bankenaufsicht (siehe hier) gehen bei diesem kriegerischen Konflikt derzeit völlig unter.

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