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Ölpreis steigt immer weiter – Experte erläutert und mahnt!

Der Ölpreis steigt weiter, vor allem seit der OPEC-Entscheidung. Hier aktuelle Aussagen eines Experten. Er erläutert die gute Laune und mahnt zugleich.

Eine Öl-Förderanlage in Kanada

Der Ölpreis steigt weiter an. Notierte WTI-Öl Anfang der Woche noch unter 119 Dollar, sind es jetzt 121,47 Dollar. Brent-Öl steigt von 119 auf 123,20 Dollar. Im Chart sehen wir den Kursverlauf im WTI-Ölpreis seit Mitte Februar. Man sieht links den Ausbruch nach oben wegen dem Beginn des Ukraine-Kriegs, danach die Beruhigung. Aber vor allem in den letzten vier Wochen ging es um mehr als 15 Dollar aufwärts. Schauen wir auf die OPEC, die gute Laune am Gesamtmarkt wo negative Meldungen ignoriert werden, sowie Erläuterungen und mahnende Worte eines Experten.

Ölpreis klettert – OPEC-Entscheid aus letzter Woche war wichtig für den Markt

Letzte Woche Donnerstag verkündete die OPEC im Rahmen der Gesamtgruppe OPEC+ die Fördermenge für Juli. Sie steigt statt der erwarteten 432.000 Barrels pro Tag um 648.000 Barrels pro Tag. Genau so wird es auch für August umgesetzt werden. Was eigentlich für einen fallenden Ölpreis spricht, ist aber eher eine optische Täuschung. Denn die OPEC schrieb selbst, dass sie die für September geplanten Fördermengenanhebungen lediglich auf Juli und August vorgezogen hat – also ist diese höhere Fördermenge für Juli und August eher eine optische Täuschung. Außerdem ist eh stark anzuzweifeln, dass viele OPEC-Mitglieder technisch in der Lage sind mehr Öl zu fördern. Von Seiten der OPEC also kam das Signal an den Ölmarkt, dass die Angebotsseite nicht wirklich in bedeutendem Umfang ausgeweitet wird. Die Kurse sprechen eine klare Sprache. Kurz vor Verkündung der OPEC notierte der WTI-Ölpreis noch bei 112 Dollar, jetzt nur wenige Tage später sind es über 121 Dollar.

Experte erläutert gute Marktstimmung

„Ölpreise kennen nur eine Richtung“ und „Ölmarkt im Überschwang“ – mit diesen Headlines betitelt der Experte Carsten Fritsch von der Commerzbank seine heutige Ölmarktanalyse. Die Begleitmusik am Ölmarkt sei „ausgesprochen bullish“. Er erwähnt, dass namhafte Investmentbanken ihre Prognosen für den Ölpreis reihenweise deutlich angehoben haben. Und der Chef des Rohstoffhändlers Trafigura sehe den Ölpreis schon bald bei 150 US-Dollar je Barrel. Auch der Energieminister der Vereinigten Arabischen Emirate habe ins gleiche Horn gestoßen – die Ölpreise seien seiner Ansicht nach nicht einmal in der Nähe ihrer Hochs. Daher überrascht es laut Aussage von Carsten Fritsch nicht, dass die Marktteilnehmer im Überschwang den Ölpreis immer weiter nach oben treiben.

Mahnung

Zumeist stellt diese gute Laune laut Carsten Fritsch aber keine gesunde Basis für eine längerfristige Entwicklung dar. Er warnt daher davor den aktuellen Anstieg im Ölpreis einfach fortzuschreiben. Dass der Markt derzeit nur einseitig preistreibende Nachrichten zur Kenntnis nimmt, habe die Reaktion auf die gestrigen US-Lagerdaten gezeigt. Der Anstieg der Rohöllagerbestände um 2 Millionen Barrel sei ebenso ignoriert worden wie der Lageraufbau bei den Destillatebeständen um 2,6 Millionen Barrel. Stattdessen habe sich der Fokus auf den nur leichten Rückgang der Benzinvorräte um 810.000 Barrel und den Lagerabbau der Rohölvorräte in Cushing um 1,6 Millionen Barrel gerichtet. Auch die Nachricht, dass in Shanghai ein neuer Teil-Lockdown bevorsteht, weil es zu einem erneuten Virusausbruch gekommen ist, werde vom Gesamtmarkt beflissentlich ignoriert. Dauerhaft werde man am Ölmarkt davor die Augen aber nicht verschließen können.

Chart zeigt Verlauf im WTI-Ölpreis seit Mitte Februar



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3 Kommentare

  1. Dies bekräftigt meine Auffassung, daß es sich bei der OPEC+ um eine kompetente Öl-Allianz handelt.

    1. Wer den Ölmarkt schon länger beobachtet wieiss, dass Aussagen und Handeln dieser Organisation null Zuverlässigkeit aufweisen.Es sind wenige grosse Spieler,die hier die Regeln machen und m.W. hat Russland einen grossen Einfluss ..Zudem tritt die immer gültige Regel des Pendelausschlages wieder einmal in Kraft.Hat das Pendel des Ölpreises beim Coronaausbruch brutal nach unten ausgeschlagen ( bis auf minus 39 Dollar) ist jetzt ein grosser Ausschlag nach oben normal.Zudem ist die dreckige Ölbranche,die uns die letzten 80Jahre den Arsch gewärmt hat bei Banken als Investoren nicht mehr beliebt.Unwissende Theoretiker werden jetzt erfahren,dass solche komplexe Produktionen nicht auf Knopfdruck ein und ausgeschaltet werden können.Von der Erschliessung eines Ölfeldes bis zur Produktion können mehrere Jahre vergehen.

      1. Antwort und mögliche weitere ähnliche hierzu als demokratisch zur Kenntnis genommen.

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