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Ölpreis steigt – Kursexplosion droht – eskaliert Trump gegen Iran?

Der Ölpreis steigt. Der Israel-Iran-Krieg läuft mit voller Härte. Die USA könnten mit einsteigen. Es droht Öl-Verknappung für den Weltmarkt!

Trump mit Ölpumpe und Landesflaggen von Israel und Iran
Grafik: ChatGPT

Der Ölpreis steht seit Freitag letzter Woche voll und ganz unter dem Eindruck des Iran-Israel-Kriegs. Am Freitag schoss amerikanisches WTI-Öl hoch von 68,50 auf 77 Dollar, wo sich die Preise aber nur ganz kurz halten konnten. Danach dürften sich viele Anleger gefragt haben, ob es wie in all den Jahren davor „mal wieder“ nur ein begrenzter Konflikt ist, der keinerlei Einfluss auf die globale Öl-Versorgung hat. Und so sackten die Preise schnell wieder ab. Aber seit Montag Abend steigt der Ölpreis von reduzierten Niveaus um die 70 Dollar wieder an bis jetzt auf Niveaus um die 73 Dollar. Weitere Anstiege sind möglich. Denn der Krieg läuft mit voller Härte. Israel bombardiert massiv im Iran, und umgekehrt erreichen iranische Raketen Israel. Nun droht eine weitere Eskalationsstufe.

Chart zeigt Ölpreis-Verlauf seit letzter Woche Dienstag

Nimmt man mehrere gestrige Aussagen von Donald Trump, dann ergibt sich das Bild: Die USA könnten in Kürze in diesen Krieg eingreifen und ebenfalls den Iran attackieren. Wäre es der Versuch einen Sturz der Regierung in Teheran herbeizuführen? Auf jeden Fall wäre das nochmal eine kräftige Eskalation dieses Kriegs. Eine Sperrung der Straße von Hormus durch den Iran wäre denkbar, was viel Öl vom Weltmarkt fernhalten könnte. In dem Fall könnte der Ölpreis einen satten Sprung nach oben machen. Auf 80, 85, 90, 100 Dollar? Alles wäre dann möglich.

Ölpreis im Aufwind – Trump befeuert Eskalationsängste im Nahen Osten

Präsident Donald Trump forderte in einem Social-Media-Beitrag die „BEDINGUNGSLOSE KAPITULATION“ des Iran und warnte vor einem möglichen Angriff auf den iranischen Staatschef Ayatollah Ali Khamenei, bevor er sich mit seinem nationalen Sicherheitsteam traf. Bloomberg berichtet hierzu: Die iranische Rohölexportinfrastruktur blieb bislang verschont, und die meisten Auswirkungen beschränkten sich auf den Schiffsverkehr. Der Nahe Osten produziert rund ein Drittel des weltweiten Öls, und ein größerer Konflikt könnte den Ölpreis noch weiter in die Höhe treiben.

Die Feindseligkeiten haben die globalen Märkte erschüttert, Investoren suchen Zuflucht in Vermögenswerten wie Gold, und die Öl-Volatilität ist auf ein Dreijahreshoch gestiegen. Der Brent-Spot-Ölpreis ist sprunghaft angestiegen, was auf eine Verknappung des Angebots hindeutet, und die Optionen sind optimistischer als nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022.

Die größte Sorge für den Ölmarkt gilt der Straße von Hormus, obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, dass Teheran die Schifffahrt durch die enge Meerenge am Eingang zum Persischen Golf stören will. Etwa ein Fünftel der weltweiten Rohölproduktion wird durch die Meerenge transportiert, darunter auch aus Saudi-Arabien.

„Trumps Forderung nach einer „bedingungslosen Kapitulation“ des Iran und seine Drohungen gegen den obersten Führer des Landes signalisieren, dass diplomatische Verhandlungen vom Tisch sind“, sagte Charu Chanana, Chef-Anlagestrategin bei Saxo Markets in Singapur. Eine „Blockade der Straße von Hormus im schlimmsten Fall könnte den Ölpreis stark in die Höhe treiben“, fügte sie hinzu.

Israel hat Ende letzter Woche Überraschungsangriffe auf iranische Nuklearanlagen gestartet, aber amerikanische Waffen gelten als entscheidend, um eine vollständigere Zerstörung des Atomprogramms Teherans zu erreichen, als dies allein möglich wäre. Premierminister Benjamin Netanjahu hat versucht, die USA, die defensive Unterstützung gegen iranische Raketenangriffe geleistet haben, tiefer in den Konflikt hineinzuziehen. Er sagte am Montag gegenüber ABC News, dass die Länder mit dem Iran einen gemeinsamen Feind hätten und es im Interesse Amerikas liege, Israel zu unterstützen.

Der Iran habe Raketen und andere militärische Ausrüstung für Angriffe auf US-Stützpunkte im Nahen Osten vorbereitet, sollte sich die USA dem Krieg Israels gegen den Iran anschließen, berichtete die New York Times unter Berufung auf ungenannte amerikanische Beamte, die Geheimdienstberichte geprüft hätten. Unterdessen zeigten Zahlen der US-Industrie, dass die Rohölvorräte des Landes in der vergangenen Woche um mehr als 10 Millionen Barrel gesunken sind. Sollte dies später am Mittwoch durch offizielle Daten bestätigt werden, wäre dies der größte Rückgang seit letztem Sommer.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Wir waren am Montag in Malaga bei Carrefour Diesel tanken für 1,18 Euro/ Liter.
    Da sind die 8 % Einkausgutschrift schon abgezogen.
    Heute füllen wir wieder unseren stationären Dieseltank. Ich denke billiger wird es nicht mehr.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Ich möchte hierbei nicht davon sprechen, daß der Ölpreis als Frühindikator agiert, sondern gehe davon aus, daß Hedgefonds den Ölpreis beeinflussen.

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