Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis steigt deutlich! Morgen Kontraktwechsel – aktuelle Infos

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis steigt derzeit immer weiter an. Schon seit Anfang letzter Woche war das amerikanische WTI-Öl von 24 bis auf fast 30 Dollar am Freitag Abend gestiegen. Und heute steigt der Markt auf 31,76 Dollar. Im Chart sehen wir den Verlauf seit Januar. Vor allem die Hoffnung auf eine immer weitere Lockerung der Corona-Beschränkungen sorgen für Euphorie, aber auch die Kürzungsmaßnahmen bei der Fördermenge von OPEC und Co. Mehr Nachfrage nach Öl, und deutlich weniger Angebot. Das ist die aktuelle Hoffnung. Dieser Trade läuft derzeit weiter. Aber es gibt auch aktuelle Nachrichten, die erwähnenswert sind.

Ölpreis im Aufwärts-Rausch

Vor allem ist heute wichtig für den weiter steigenden Ölpreis, dass beispielsweise in US-Medien das ganz aktuelle Interview von Fed-Chef Jerome Powell bei „CBS 60 Minutes“ positiv für die US-Konjunktur interpretiert wird (hier mehr Details). Zwar könne die US-Konjunktur aktuell extrem hart einbrechen, aber im zweiten Halbjahr erfolge wohl eine stetige Erholung, Powells Worte kurz zusammengefasst. Also, schon bald mehr Öl-Nachfrage in den USA? Das hört der Öl-Bulle am Terminmarkt wohl gerne! Übers Wochenende war auch wichtig, dass die von Baker Hughes wöchentlich veröffentliche Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA laut Berichten um 34 auf 258 gesunken ist. Sie ist nun bereits neun Wochen am Stück rückläufig.

Daraus darf man wohl eine tatsächliche Einschränkung der Öl-Produktion in den USA ableiten, die beim niedrigen Ölpreis der letzten Wochen stark defizitär war. Und man vergesse bitte nicht letzte Woche Mittwoch. Die offiziellen Lagerbestände für Öl in den USA fielen überraschend um 0,7 Millionen Barrels, nachdem sie 15 Wochen lang gestiegen waren. Also, mehr Nachfrage nach Öl und weniger Angebot, dazu jede Menge Hoffnung auf immer weniger Corona-Probleme. Der perfekte Mix für die weiter laufende Erholung im Ölpreis? Aktuell wirkt es so! Und als wollte man den aktuellen Aufwärts-Move noch weiter anfeuern, so wird aktuell bekannt, dass Saudi-Arabien und Kuwait gemeinsam beschlossen haben für den Monat Juni ein Öl-Feld still zu legen. Das senkt die Fördermenge noch weiter ab. Aber Achtung, was wir schon letzte Woche mehrmals erwähnten, wollen wir jetzt nicht verschweigen. Die Entladung zahlreicher Super-Tanker aus Saudi-Arabien an de US-Golfküste kann in einigen Tagen immer noch zu sprunghaft steigenden Lagerbeständen in den USA führen. Das ist ein Risiko für den Ölpreis, welches man nicht völlig ignorieren sollte!

Morgen Kontraktwechsel

An der Terminbörse CME wird der aktuelle Front-Monat Juni (Liefertermin Juni) morgen zum letzten Mal gehandelt. Der als solcher allgemein bezeichnete Ölpreis ist jeweils der Front-Monat am Terminmarkt, also in diesem Fall der Juni-Kontrakt. Ab Mittwoch ist dann der Kontrakt mit Liefertermin Juli der neue Front-Monat. Aber schon vor dem letzten Wochenende sind die meisten Trader auf Juli gewechselt. Das sieht man aktuell am Handelsvolumen der Future-Kontrakte. Mit über 425.000 Kontrakten wird im Juli schon heute vier Mal so viel gehandelt wie im Juni-Kontrakt (hier eine Übersicht). Wir erinnern uns alle mit Grausen an den Horror vor einem Monat, als der Mai-Kontrakt in Panik kurz vor seinem Verfall schnell auf Null fiel, und dann sogar ins Minus rauschte!

Was für ein Wahnsinn! Die Spannen (Super Contango) zwischen den Kontraktlaufzeiten waren gigantisch. Heute hat sich die Lage normalisiert. Der Juli-Kontrakt notiert aktuell sogar 6 Cents niedriger als der Front-Monat Juni (hier eine Übersicht). Für morgen ist (Stand jetzt) also kein neuer Crash kurz vor Kontraktende zu erwarten. Denn die Förderländer haben drastische Kürzungsmaßnahmen bei ihrer Fördermenge ergriffen, und die Öl-Nachfrage scheint offensichtlich wieder zu steigen. Einige CFD-Broker und auch Börsen-Nachrichtenseiten wie beispielsweise investing.com haben aktuell schon auf den Juli-Kontrakt umgestellt bei der Darstellung für den aktuellen Front-Monat im Ölpreis. Daher schauen Sie bitte heute und morgen genauer hin, wenn der aktuelle Monat für Sie heute und morgen noch wichtig ist!

Analystenmeinungen zum aktuellen Ölpreis-Anstieg

Naeem Aslam von Avatrade erwähnt heute, dass sowohl der Ölpreis Brent wie auch WTI seinen Anstieg derzeit deutlich ausbaut, und auf den Gewinnen der letzten Woche aufbaue. Die Weltwirtschaft öffne sich wieder, und die Öl-Schwemme habe nachgelassen. Beide Faktoren unterstützen die Preise. Dennoch sei noch immer unklar, ob der Ölpreis seinen Aufwärtstrend mit dem derzeitigen Tempo fortsetzen könne, und vor allem, ob man einen triftigen Grund dafür habe, dass der Rohölpreis die 35 USD-Marke überschreitet. Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt aktuell, dass der aktuelle WTI-Ölpreis mit Kurse von über 30 Dollar weit entfernt sei von den negativen Preisen von vor einem Monat, von denen jeder verstanden habe, dass sie nicht annähernd einer korrekten Bewertung entsprachen. Der überraschende Rückgang der US-Rohöllagerbestände in der vergangenen Woche bedeute, dass die Lagerung nicht mehr das zentrale Thema sei.

Verlauf im WTI Ölpreis seit Januar

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Gold/Silber

Markus Krall und Florian Homm über Manipulation im Handel mit Gold

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren Gold

Markus Krall ist nicht nur als Degussa-Chef einer der Vertreter der Gold-Branche in Deutschland. Er ist Bankenexperte und scharfer Kritiker des derzeitigen Finanzsystems (immer obszöneres Gelddrucken durch die Notenbanken). Zunehmend wird er von großen Medienpublikationen auch in die Ecke der Verschwörungstheoretiker gedrängt. Man darf anmerken, ohne sich gegen oder für ihn zu positionieren: Einige seiner Formulierungen (ganz unabhängig von Inhalten) sind doch relativ derbe und grenzwertig! Aber gut, kommen wir zum Thema Gold.

Markus Krall über die Notenbanken und Gold

Markus Krall hat aktuell mit Florian Homm über Manipulationen im Handel mit Gold gesprochen. Notenbanken und IWF würden ein nicht unberechtigtes Interesse daran haben, dass der Goldpreis nicht wilde Kapriolen schlage. Trotz Papiergeldsystem (Fiat-Geldsystem – hier erklärt) würden die Notenbanken immense Mengen an Gold halten und zukaufen – sie seien Netto-Käufer von Gold. Sie seien nicht an all zu großer Volatilität im Preis von Gold interessiert. 40.000 von 200.000 Tonnen Gold lägen bei den Notenbanken, als ultimative Rückversicherung für den Wert des Geldes. Die Notenbanken seien grundsätzlich darauf bedacht, dass der Goldpreis nicht zu stark schwanke, weil dies zu großen Schwankungen in den Notenbank-Bilanzen führen würde. Dies sei nicht erwünscht.

Aktuelle Marktlage

Die gesamte Marktlage hinsichtlich der langfristigen Geldwertstabilität erzeuge eine Flucht in Assets, die gegen Inflation schützen würden, so Markus Krall. Der Trend nach oben bei Gold sei solange intakt, wie die Notenbanken wie wild Geld drucken würden. Hochinteressant: Er wirft eine Theorie auf, was sich seit März am Goldmarkt geändert habe. Durch die Coronakrise und die immense Nachfrage nach echtem physischen Gold habe sich der Preis für das physische Edelmetall vom synthetischen Preis für Buchgold entkoppelt. Von daher sei der Goldpreis für die Notenbanken seitdem nicht mehr einfach über Derivate (hier dazu die Begriffserklärung) steuerbar.

Die Theorie von Markus Krall ist sehr interessant. Wollten die Notenbanken nämlich jetzt den Goldpreis drücken, dann müssten sie physisches Gold auf den Markt werfen, anstatt wie früher mit Derivaten den Goldpreis zu drücken. Aber die Notenbanken hätten ja ein Interesse ihre Goldbestände weiter auszubauen, und würden daher das Edelmetall nicht verkaufen. Von daher sei ihnen seit März die Kontrolle über den Goldmarkt nicht mehr so einfach möglich, so Markus Krall. Eine interessante Theorie, so möchten wir meinen.

Die Anleger vom Gold abbringen

Wie könnten Notenbanken oder Staaten ganz ohne Gold-Verbot Privatanleger von Geldanlagen im Edelmetall abbringen? Markus Krall sagt, dass er derzeit am Derivatemarkt deutlich höhere Volumina in Goldprodukten sehe. Die Volatilität habe zugenommen. Durch diese höheren Schwankungen im Goldpreis könnte man Privatanleger Angst vor einem Gold-Investment machen. Tja, ob die Notenbanken dahinter stecken? Dazu sagt er, dass dazu konkrete Beweise fehlen. Aber dass jemand derzeit sehr aktiv sei am Derivatemarkt, sei eindeutig zu belegen. Es gehe laut Markus Krall um eine Entmutigung der Investoren, die Interesse an Gold hätten. Sehen Sie im folgenden Video das hochinteressante Gespräch mit Florian Homm.

Übrigens: Beim Klick an dieser Stelle finden Sie meine Gegenrede zur Forderung eines ZEIT-Journalisten aus der letzten Woche, den Handel mit Gold abzuschaffen. Hierbei wurde durch die ZEIT auch Markus Krall als bösartiger Angstmacher und Crashprophet thematisiert. Was auf den ersten Blick arg nach Verschwörungstheorie klingt: Finden Sie hier seine Meinung zum Geldsystem, das so aufgebaut sei, dass es als Matrix zur Täuschung der Menschen funktioniere.

weiterlesen

Indizes

Aktienmärkte: Heißer Oktober voraus – Unheil mit Ansage?

Unheil an der Börse baut sich immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit in die Aktienmärkte eingepreist. Die aktuellen Belastungsfaktoren sind dagegen allen bekannt..

Avatar

Veröffentlicht

am

Der September geht zu Ende und in diesem Jahr macht er seinem Ruf als schlechtester Börsenmonat für die Aktienmärkte alle Ehre. Vier Wochen fallende Kurse beim Dow Jones sowie beim S&P 500 und ein kleines Wochenplus beim Nasdaq haben etwas Luft aus der Überspekulation aus den Märkten genommen. Aber sind die Abschläge, die die Indizes knapp in den Korrekturmodus von minus zehn Prozent gebracht haben, schon genug? Oder spült der Zinsnotstand die Großanleger wieder zurück in die Aktienmärkte, die in den letzten Wochen ordentlich Kasse gemacht haben? Im Gegensatz zu einem Heer von Kleinanlegern. Die Unsicherheiten an den Märkten haben in der letzten Woche nicht abgenommen, ganz im Gegenteil.

Aktienmärkte: Die derzeitigen Belastungsfaktoren

Es ist Allgemeingut in der Szene, dass derzeit drei große Themen auf den Börsen lasten, abseits von Markttechnik, Saisonalität oder Marktpsychologie:

  • Covid-19
  • das fünfte Stimuluspaket
  • und die großen Spekulationen um den Wahlausgang am dritten November.

In Sache Corona gibt es einfach keine Entspannung, ganz im Gegenteil, die Fälle steigen deutlich an und selbst, wenn es sich um vorwiegende um jüngere Menschen handelt, gibt es sofort behördliche Gegenmaßnahmen: Örtliche Lockdowns (z.B. Madrid), Reisewarnungen, Schulschließungen, mit all den Folgen für die Corona-sensitiven Branchen, aus den x-fach dargestellten Wirtschaftsbereichen. Immer schön an den Börsenkursen ablesbar, Fluggesellschaften als zweites Corona-Worldometer.

Dauerthema Nummer zwei für die Aktienmärkte ist das nächste Rettungspaket, das für viele Menschen unerlässlich ist, um weiter über die Krise hinwegzukommen. Natürlich auch für den Konsum in den USA als Konjunkturpfeiler par excellence. Wie sagte eine US-Expertin letzte Woche im Fernsehen? „Immer noch leben 30 Millionen Amerikaner von so etwas wie Arbeitslosenunterstützung, jeder 10. Haushalt sagt, er habe nicht genug zu essen, man hat zwar immer noch das Moratorium, das vor Zwangsräumungen schützt, aber wenn das ausläuft, stehen Millionen Amerikaner auf der Straße.“

In dieser Situation werden auch politische Taktikspielchen betrieben, weil es den Demokraten bewusst ist, dass fallende Aktienmärkte dem Amtsinhaber schaden. Und dann haben wir natürlich noch die großen Imponderabilien, die direkt mit dem 3. November zusammenhängen.

Das große Damoklesschwert Ausgang der US-Wahlen

Fünf Wochen vor dem großen Wahltag versuchen die Aktienmärkte in irgendeiner Form einzupreisen, welche Folgen nach einem Wahlsieg Bidens oder Trumps zu erwarten sein könnten. Das ganze Spektrum inklusive unterschiedlicher Konstellationen im Kongress. Markus Fugmann hat bereits am Freitag die große Problematik mit der Briefwahl angesprochen, die in diesem Jahr den Wahlausgang zu einer elend langen Prozedur gestalten könnte. Es ist nicht so sehr der Ausgang als solcher, – auch ein Joe Biden wird in den USA keine wirtschaftsfeindliche Politik machen, er ist ein Mann der Mitte.

Aber die große Unsicherheit für die Aktienmärkte geht von einer anderen Thematik aus. Wieso hat Donald Trump schon so früh angekündigt, dass er eine Wahlniederlage nicht akzeptieren werde? Wieso hält er seine Steuerunterlagen der Vor-Präsidentschaftszeit mit aller Macht zurück, entgegen Gerichtsbeschlüssen? Wieso fabuliert er ständig von lebenslanger Präsidentschaft, die eigentlich von der US-Verfassung ausgeschossen ist? Fürchtet er die Aufdeckung von Verstößen gegen US-Gesetze, aktuell noch einmal angefacht durch die Ermittlungen gegen Banken wegen Verstößen gegen die Geldwäsche, auch bei der Deutschen Bank, deren langjähriger Kunde er ist? Es ist bekannt, dass er als Immobilienmogul Geschäfte mit Russland gemacht hat. Was würde eine Wahlniederlage bedeuten? Natürlich den Verlust des präsidialen Schutzes durch die Immunität, die einen Präsidenten vor strafrechtlichen Ermittlungen bewahrt. Ein Strafverfahren gegen den größten POTUS –  für Trump und seine Persönlichkeit die Maximalkatastrophe.

Darin liegt für mich eine große Gefahr, dass er mit allen Mitteln eine mögliche Wahlniederlage zu verhindern versucht und diese auch nicht eingesteht, weit vor der Wahl schon von Manipulation spricht, trotz entgegen anders lautender Beteuerungen der Sicherheitsdienste. Dass ihn nicht einmal Ausschreitungen und bürgerkriegsähnliches Zustände im Lande davon abhalten könnten, das möglicherweise Unvermeidliche einzugestehen. Hunderte Juristen, ehemalige Regierungsbeamte, Wahlexperten und Journalisten spielen bereits das Szenario durch, wie Trump mittels Secret Service aus dem Weißen Haus entfernt werden könnte. Ein Projekt der Juraprofessorin Rosa Brooks hat den Namen Transition Integrity Project (TIP).

Noch ist es lange nicht soweit und es muss auch nicht zu einem extremen Szenario kommen, aber das Ganze ist für die Aktienmärkte eine große psychologische Klippe. Der jetzige Amtsinhaber könnte auch im Amt bestätigt werden und unter Berücksichtigung dieses „autokratischen Verhaltens“ des Präsidenten, kommt den großen Wahlkampfauftritten der Gegenspieler eine besondere Bedeutung zu.

Weitere Wolken am Börsenhimmel

Wir stehen vor dem Ende des dritten Quartals, was zu Umschichtungen in großen Depots, dem so genannten Re-Balancing führen könnte. Die US-Großbank JPMorgan rechnet mit Aktienverkäufen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar: US-amerikanische Pensionsfonds, den japanischen Government Pension Fund und den norwegischen Ölfonds betreffend. Da die Aktienmärkte die Anleihen weit outperformt haben, könnte es wegen der vorgegebenen Asset Allocation zu Umschichtungen kommen.

Von konjunktureller Seite ist ein gemischtes Bild zu erkennen, wie bei den letzten Zahlen zum Häusermarkt (positiv), aber auch dem Arbeitsmarkt (leicht negativ). An diesem Freitag steht wieder einmal der große monatliche Arbeitsmarkt auf der Agenda, erfassungstechnisch sehr fragwürdig, aber der Markt glaubt an die Zahlen. Ganz übergeordnet ist bei der Markterholung ein eindeutiges, aber unvollendetes V erkennbar, unter anderen hängen die letzten 10 Prozent von der Entwicklung der Pandemie ab. Das spiegelbildliche Wurzelzeichen eben, selbst langsam erkennbar an unserem Ifo-Index.

Die Entlastungsfaktoren

Natürlich hat sich an der Anlagesituation im Hinblick auf die Konkurrenz Aktien versus Anleihen noch nichts Wesentliches geändert. Der derzeitig aus taktischen Gründen vorgeschobene Attentismus der US-Notenbank (Druck auf die politischen Streithähne) kann jederzeit wieder in einen Befreiungsschlag münden – bei weiteren Verlusten. Schließlich ist es Jerome Powells oberstes Ziel, die Wirtschaft zu stützen. Außerdem sind von dem billionenschweren Corona-Hilfspaket des US-Kongresses derzeit bis zu 380 Milliarden Dollar noch nicht genutzt worden, wie auch Finanzminister Steven Mnuchin erklärt hat. Das Geld könnte seinen Weg zu Haushalten und Unternehmen machen, wenn die Abgeordneten den Weg frei machten.

Natürlich können zu jeder Zeit (erzwungene) Meldungen über die baldige Verfügbarkeit eines Impfstoffes kommen, wenn selbst die Chefs von milliardenschweren Biotech- und Pharmafirmen immer wieder sehr optimistische Aussagen zur Entwicklungssituation abgeben.

War im letzten Monat die Investitionsquote der aktiven Fondsmanager nicht drastisch nach unten gefahren worden? Was passiert eigentlich, wenn die Korrektur der Akztienmärkte nicht weiter geht und die passiven Fonds (ETFs) schon wieder im Vorteil sind. Schon wieder Pain Trades? Man darf es nicht außer Acht lassen: es liegen derzeit 5 Billionen Dollar auf kaum verzinsten Cashkonten. „Sie werden wieder in den Aktienmarkt kommen, aber zur falschen Zeit“, so ein Investor im US-Fernsehen.

Fazit

Der ungeliebte Börsenmonat geht mit seiner fast schon erwarteten Minusbilanz der Aktienmärkte zu Ende, aber kommt jetzt ein goldener Oktober? Betrachtet man die Belastungsfaktoren vor den US-Wahlen nüchtern, könnte man sofort ausrufen: nie und nimmer.

Aber Unheil an der Börse baut sich nach meiner Erfahrung immer unerwartet auf – und wird dann in kurzer Zeit eingepreist. Die oben genannten Belastungsfaktoren sind jedem Vermögensverwalter bekannt, selbst die Optionen auf den SPX ab November preisen schon eine höhere Volatilität ein. Auch war der September ein sehr schwankungsfreudiger Monat. Beim Nasdaq gab es an 82 Prozent der Handelstage Veränderungen von über einem Prozent auf Tagesschlusssicht.

Was könnte die Aktienmärkte jetzt nach oben bringen? Vielleicht eine Rückeroberung der 50-Tage-Linie, frisches Geld zu Monatsanfang? Spannung dürfte das TV-Duell zwischen dem Herausforderer und Präsident Trump in der Nacht zum Mittwoch bringen.

Schlussendlich könnte das Bonmot der Börse dann doch wieder einmal gelten: „Politische Börsen haben kurze Beine“. Aber das ist schon ein wenig weit gedacht..

Dass Trump schon im Vorfeld der Wahl am rechtmäßigen Ausgang zweifelt, belastet die Aktienmärkte

weiterlesen

Finanznews

Aktienmärkte: Abverkauf oder Rally? Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte starten in eine wahrscheinlich turbulente Handelswoche! Im Fokus die Debatte zwischen Trump und Biden in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch. Es gibt einige Faktoren wie die Saisonalität kurz vor der US-Wahl, die für einen fortgesetzten Abverkauf der Aktienmärkte sprechen – der Dow Jones und der S&P 500 nun vier Wochen in Folge im Minus und damit mit der längsten Verluststrecke seit August 2019. Aber es gibt auch für die Bullen Hoffnung, da die Stimmung inzwischen komplett gedreht hat und vor allem institutionelle Investoren extrem short positioniert sind (mit dem Potential für einen Short Squeeze). Heute dreht sich einmal mehr fast alles um Donald Trump..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen