Märkte

Aktuelle Aussagen formen Gesamtbild Ölpreis steigt spürbar – Märkte preisen längeren Iran-Stillstand ein

Der Ölpreis steigt heute deutlich an. Verschiedene Nachrichten zeigen, dass die Sperrung der Straße von Hormus noch länger dauern könnte.

Foto: Atlascompany-Freepik.com

Der Ölpreis steigt deutlich! Im Chart sehen wir den Kursverlauf im UK OIL CFD seit dem 16. April. Alleine seit heute früh um 8 Uhr ist ein Anstieg um 5 Dollar auf aktuell 109,51 Dollar. Im inzwischen deutlich weniger gehandelten Juni-Kontrakt bei Brent notieren die Preise sogar bei 116 Dollar. Der viel aktivere Juli-Kontrakt liegt bei 109,68 Dollar. Die Märkte preisen aktuell eine schwindende Hoffnung ein, das der Iran-Konflikt schnell gelöst und die Straße von Hormus bald geöffnet wird.


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Anstieg im Ölpreis

Ölpreis steigt – Markt preis längeren Stillstand ein

Somit schwindet die Hoffnung, dass eine höhere Angebotsmenge an Rohöl auf den Weltmarkt zurückkehrt. Diese Aussicht treibt den Ölpreis nach oben. Was besagt die aktuelle Nachrichtenlage? Donald Trump sagte heute um 11 Uhr: Der Iran kriegt einfach nichts auf die Reihe. Die wissen nicht, wie man ein Nicht-Atomabkommen unterzeichnet. Die sollten besser bald zur Vernunft kommen! Laut dem WSJ will Trump die Blockade verschärfen und weitere Bombenangriffe auf den Iran vermeiden.

Wenn Ölraffinerien ihre Produktion von Kerosin und Diesel auf „Max“ (maximale Produktion) hochfahren, müssen sie zwangsläufig auch die Produktion anderer Produkte drosseln. Der Markt beginnt, dies in den Preisen zu berücksichtigen, so sagt es aktuell der Ölmarkt-Experte Javier Blas.


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Der Iran hat vor „beispiellosen militärischen Maßnahmen“ gegen anhaltende US-Beschlagnahmungen von Schiffen mit Iran-Bezug gewarnt. So sagte es der staatliche Sender Press TV unter Berufung auf eine hochrangige iranische Sicherheitsquelle.

Bloomberg-Bericht

Bloomberg berichtete vor wenigen Minuten wie folgt über die Gemengelage rund um den Iran: Der Ölpreis stieg aufgrund von Anzeichen dafür, dass eine US-Blockade iranischer Häfen über einen längeren Zeitraum andauern könnte, was einen beispiellosen Versorgungsschock verlängern würde, der die Energiemärkte erschüttert hat.

Der Brent-Ölpreis stieg auf fast 117 Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate bei rund 105 Dollar pro Barrel gehandelt wurde. US-Präsident Donald Trump habe seine Berater angewiesen, sich auf eine verlängerte Blockade vorzubereiten, und erklärt, dass diese für die USA ein geringeres Risiko darstelle als die Wiederaufnahme der Feindseligkeiten oder ein Ausstieg aus dem Konflikt ohne ein Abkommen, das Irans Nuklearaktivitäten einschränkt, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf ungenannte amerikanische Beamte.

Bei jüngsten Treffen habe sich der Präsident dafür entschieden, Irans Wirtschaft und Ölexporte weiter unter Druck zu setzen, hieß es in dem Bericht. Er schätzte ein, dass andere Optionen, einschließlich der Wiederaufnahme von Bombardements, ein höheres Risiko bargen. Dennoch hat die Rhetorik wieder zugenommen, wobei sich die Rohölpreise ihren Höchstständen seit Beginn des Konflikts nähern.

„Solange es keinen Plan gibt, dieses Chaos zu beenden oder zumindest die Straße von Hormus zu öffnen, wird der Markt weiter steigen“, sagte Robert Yawger, Leiter der Abteilung für Energie-Futures bei Mizuho Securities USA. Beide Seiten befinden sich in einer Sackgasse bei den Friedensgesprächen, während die Lieferungen von Rohöl, Erdgas und Ölprodukten aus dem Persischen Golf seit Beginn des Konflikts Ende Februar praktisch unterbrochen sind. Die Krise hat die Preise für Benzin, Diesel und Kerosin in die Höhe getrieben und weltweit Inflationsängste geschürt.

„Die Pattsituation könnte noch Wochen andauern“, sagte Michelle Brouhard, Leiterin für Politik und geopolitische Risiken bei Kpler, gegenüber Bloomberg Television. „Entweder wird der globale Markt Trump klarmachen, dass wir diese Ölknappheit nicht länger hinnehmen können, oder es wird der Iran sein, der sagt, dass wir unser Öl exportieren wollen.“

Seit Anfang April hält ein Waffenstillstand, doch jüngste diplomatische Bemühungen, Verhandlungsführer beider Seiten an einen Tisch zu bringen, sind bislang gescheitert. Der Iran beharrt darauf, dass er die Verhandlungen nicht wieder aufnehmen und die Straße von Hormus nicht wieder öffnen werde, solange die Beschränkungen der US-Marine bestehen bleiben.

Die Blockade durch die US-Marine scheint Druck auf Teheran auszuüben. Dem Land geht laut Kpler rasch der Lagerplatz für Rohöl aus, was Produktionskürzungen zu beschleunigen droht. Die USA verstärken den Druck auf den Iran auch mit anderen Mitteln. Das Amt für die Kontrolle ausländischer Vermögenswerte (OFAC) des US-Finanzministeriums hat Finanzinstitute vor Sanktionsrisiken im Zusammenhang mit chinesischen Ölraffinerien – meist unabhängige Verarbeitungsbetriebe in der Provinz Shandong – wegen ihrer Verbindungen zum Iran gewarnt. Eine der größten privaten Ölraffinerien Chinas wurde wegen ihrer Verbindungen zum Iran mit Sanktionen belegt.

Das US-Finanzministerium hat zudem „verbindliche Leitlinien“ herausgegeben, in denen vor erheblichen Sanktionsrisiken gewarnt wird, die mit der Zahlung einer „Maut“ an die iranische Regierung für die Durchfahrt durch den Hormuz-Kanal verbunden sind. Teheran strebt die Verabschiedung eines nationalen Gesetzes an, um ein Zahlungssystem für Schiffe, die die Wasserstraße passieren, zu formalisieren.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Wenn der Ölpreis die 115 nachhaltig nach oben überwinden könnte…wäre der Abwärtstrend beendet und die 150 könnten im Jahresverlauf kommen.

  2. Da werden im Keml die Sektkorken knallen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  3. Der Ölpreis agiert zur Zeit in Sachen Naher und Mittlerer Osten als Frühindikator. Die Islamische Republik Iran wird sich auch weiterhin vom 47. US-Präsidenten Donald John Trump nicht in die Knie zwingen lassen.

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