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Märkte

Ölpreis steigt trotz klaren Short-Argumenten – hier der Long-Grund

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild Ölpumpe

Der Ölpreis steigt seit gestern Abend deutlich. Der folgende Chart zeigt es, wo man seit Dienstag den Verlauf im WTI-Öl sehen kann. Seit gestern um 19 Uhr ist es ein deutlicher Anstieg um 1,50 Dollar auf 54,48 Dollar. Einige Medien sprechen aktuell von eher fallenden Preisen, weil man darauf schaut, dass der Ölpreis seit letztem Freitag noch leicht im Minus liegt. Aber die aktuelle Tendenz ist klar steigend. Dabei dürfte dieser aktuelle Anstieg eigentlich gar nicht passieren?

Ölpreis müsste eigentlich fallen?

Schauen wir zunächst auf die eigentlich klare fundamentale Lage. Der Ölpreis sollte doch eigentlich fallen? Denn gestern wurden in den USA die Lagerbestände für Rohöl vermeldet mit einem kräftigen Zuwachs von 9,3 Millionen Barrels im Wochenvergleich. Das hätte den Ölpreis eigentlich weiter fallen lassen müssen, oder zumindest einen Preisanstieg blockieren können. Aber nein, es ging aufwärts. Und heute früh kamen noch schwache chinesische BIP-Daten auf den Tisch. Das Wachstum in China ist so mau wie seit 27 Jahren nicht mehr. Schwache Nachfrage nach Öl auf globaler Ebene könnte man von daher unterstellen. Aber nein, auch heute steigt Öl seit Stunden kontinuierlich weiter an.

Gründe für steigenden Ölpreis

Nun, was ist hier los? Warum steigt der Ölpreis? Grundsätzlich kann man eine spontane Short Squeeze annehmen, dass in einer Art Lawineneffekt am Terminmarkt nach einigen Käufen weiterer Kaufdruck ausgelöst wird, und dann Shorties Gewinne einstreichen, wodurch noch weiter steigende Kurse verursacht werden. Aber wohl wichtiger ist seit gestern das Gerücht, dass die OPEC noch vor ihrem offiziellen Treffen im Dezember in Wien die Fördermengenkürzungen ausweiten könnte. Also eine noch größere Kürzung als bislang vereinbart (-1,2 Mio Barrels pro Tag)? Dabei kürzt man eh schon stärker. Aber es geht wohl um Symbolik. Ist die OPEC willens auf noch mehr eigene Fördermenge zu verzichten, Hauptsache man bekommt den Ölpreis nach oben gepusht? Da ist eine ganze Menge Hoffnung im Markt, die am Montag auch schnell wieder verpuffen kann! Also Vorsicht, falls Sie vorhaben Long in den Markt zu gehen. Aber wir wollen niemanden abhalten. Entscheiden Sie bitte selbst, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

Ölpreis WTI seit Dienstag

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Finanznews

Aktienmärkte: Die gesteuerte Rally! Marktgeflüster (Video)

Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Trump und Biden zogen die US-Futures nach oben. Auslöser war ein Leak..

Markus Fugmann

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Nach anfänglicher Schwäche nach der problematischen Fernseh-Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden zogen die US-Futures an der Wall Street nach oben – und das, nachdem die ausserordentlich starken Zahlen des Chicago Einkaufsmanergindex bereits mehr als eine Stunde vor dem eigentlichen Termin geleaked worden waren. Die Logik der Rally: wenn die Konjunktur sich stärker erholt, dann zieht die Nachfrage an, was wiederum Inflation erzeugt – und das bei der faktischen Garantie der Fed, bis ins Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben (wass dann wiederum Sachwerte wie Aktien unterstützt). Das kam für die Aktienmärkte am Quartalsende gerade recht (window dressing) – aber da scheinen ein paar Player am Steuerknüppe gesessen haben: das war ein gesteuere Rally!

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Devisen

Schweizer Franken: Die verpuffte 90 Milliarden-Intervention der Schweizerischen Nationalbank

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Schweizer Franken-Geldscheine

Der Schweizer Franken soll gefälligst abwerten, so die Hoffnung und das Drängen, welches die Schweizerische Nationalbank (SNB) seit Jahren von sich gibt. Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird die Schweiz für ausländische Touristen. Deswegen interveniert die SNB seit Jahren am Devisenmarkt. Es werden vereinfacht ausgedrückt Schweizer Franken gedruckt, und dann gegen Euro und US-Dollar verkauft. Damit sollen diese Währungen steigen und der Franken fallen.

Gigantische Summen werden aufgewendet für die Franken-Schwächung

Aber seit Jahren scheitert die Schweizerische Nationalbank mit ihrer Politik. Denn der Schweizer Franken wertete weiter auf, anstatt wie gewünscht zu fallen. Alleine von Anfang 2018 bis Ende 2019 verlor der Euro gegen den Franken von 1,1750 auf 1,0850. Eine deutliche Aufwertung im Schweizer Franken fand also statt. Und dann, im Corona-Jahr 2020? Der Drang in den „Sicheren Hafen“ wie Gold oder Franken zu fliehen, ist latent vorhanden. Wie man heute aus frisch veröffentlichten Bilanzdaten der Schweizerischen Nationalbank ersehen kann, hat sie in den ersten sechs Monaten des Jahres 90 Milliarden Franken für Deviseninterventionen ausgegeben, um den Franken zu schwächen!

Schweizer Franken tut nicht was die SNB will

Mit wenig Erfolg, um es freundlich auszudrücken. Der folgende Chart zeigt seit Oktober 2019, wie Euro gegen Schweizer Franken (Linie in rot-grün) von 1,0850 auf 1,0640 noch weiter verloren hat. Also hat der Franken weiter aufgewertet, obwohl die Schweizerische Nationalbank 90 Milliarden Franken einsetzte, um eine Abwertung zu bewirken! Im Chart zeigen wir als blaue Linie parallel die Entwicklung von Euro gegen US-Dollar. Dass der Euro gegen den Franken seit  Sommer wieder ansteigt (Franken-Abwertung), wird wohl kaum am schwächeren Franken oder an SNB-Interventionen liegen, sondern eher an der eigenen Stärke des Euro! Die blaue Linie zeigt nämlich, wie der Euro auch gegen den US-Dollar seit Mai deutlich gestiegen ist.

Chart zeigt Euro gegen Schweizer Franken und Euro gegen US-Dollar

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -2,0 Mio Barrels (jetzt 492,4 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 492,4 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 2,0 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +1,5 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +0,7 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche bei -1,0.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit -0,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (+1,4 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert mit 39,40 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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