Märkte

Gelassen und einfallslos Ölpreis steigt – Trumps erstaunliche Haltung im Iran-Krieg

Offenbar gelassen und einfallslos lässt Trump die Zeit verstreichen. In Sachen Iran-Krieg passiert nichts. Der Ölpreis steigt deutlich.

Tankstelle in Hamburg. Foto: Claudio Kummerfeld/Finanzmarktwelt.de

Der Ölpreis steigt an. Im bis Mitte Juli zurückreichenden Chart sehen wir seit zwei Wochen einen deutlichen Preisauftrieb ab 79 Dollar bis jetzt auf 91,31 Dollar. Weiterhin dreht sich alles um den Iran-Krieg, und ob Frieden und eine richtige Öffnung der Straße von Hormus in Aussicht ist. Derzeit sieht es überhaupt nicht gut aus. Der Ölpreis wird zum exakten Gradmesser über die Wahrscheinlichkeit eines Kriegsendes.


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Seit zwei Wochen steigender Brent-Ölpreis

Ölpreis steigt – Trump einfallslos in Sachen Iran

Sonst war Donald Trump immer voll im Angriffsmodus. Aber offenbar ist den USA die Hightech-Munition ausgegangen um den Iran weiter zu bombardieren? Seit Tagen hört man nichts mehr von Donald Trump in Sachen Krieg. Er will den Iran durch wirtschaftliche Sanktionen ausbluten lassen. Aber mal ehrlich: Sowas kann Jahre dauern, und hat in Sachen Iran schon seit Jahrzehnten nicht funktioniert, auch wenn die wirtschaftliche Lage im Iran desaströs sein dürfte. Im steigenden Ölpreis kann man seit Tagen ablesen, dass die Märkte kein Vertrauen in Donald Trump haben.

Kein Plan, keine Aussage, keine Idee für ein Kriegsende. Und so sieht man als Ölhändler am Terminmarkt eine Aussicht auf weitere Verknappung beim Ölangebot (blockierte Straße von Hormus), was die Preise hochtreibt. Eigentlich würde man denken, dass Trump sich beeilt den Iran-Krieg irgendwie zu beenden, weil im November Zwischenwahlen in den USA anstehen, und die Amerikaner nichts mehr hassen als hohe Spritpreise an der Tankstelle. Aber auch hier erstaunliche Aussagen von Trump, der doch eigentlich alles so hinbiegt, wie er es gerade braucht. So sagte er am Wochenende, die Amerikaner sollten doch die höheren Benzinpreise als patriotischen Kompromiss wegen dem Iran-Krieg akzeptieren.

Oman


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Noch schlimmer: Während Donald Trump in Sachen Iran derzeit nicht von Angriffen spricht, hat er gestern konkret damit gedroht den Oman anzugreifen. Das Land liegt direkt gegenüber dem Iran an der Straße von Hormus. Trump will verhindern, dass der Oman sich mit dem Iran über die Wasserstraße einigt. Käme Trump wirklich auf die Idee den Oman anzugreifen, wäre das eine unfassbare Destabilisierung der Region. Und für den Ölpreis wäre das alles andere als entspannend.

Kein Trump-Interesse an verlängerter Frist

Bis gestern lieft eine 60 Tage-Frist, in welcher Iran und USA eigentlich über Frieden verhandeln wollten. Aber es war ein großer Reinfall. Offenbar ist nichts passiert, nichts wurde wirklich verhandelt? Donald Trump erklärte gestern, er habe kein Interesse an einer Verlängerung dieser auslaufenden Periode, in der verhandelt werden sollte. Auch hier sieht man: Keine Aussicht auf einen Deal. Offenbar findet Trump keinen gesichtswahrenden Weg um aus dem Iran-Krieg rauszukommen, der derzeit eine Art „Mini-Kalter-Krieg“ zu sein scheint. Für einen möglicherweise weiter steigenden Ölpreis ist diese Trump-Aussage ein weiterer Baustein.



Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Der Mann hat blanke Angst.
    Angst ist aber nicht endlos steigerbar.

    Todeskandidaten wird z. B. in Japan der Hinrichtungs-Termin nicht mitgeteilt.

    Jeden Morgen zwischen 8:00 und 9:00 Uhr öffnet sich die Zellentür. Tritt der Wärter ein, um das Frühstück zu bringen, oder ist es das Exekutionskommando?

    Der Hinrichtungstermin rückt zwar immer näher, aber die Angst nimmt von Tag zu Tag ab.

    Bis hin zu dem Wunsch:
    Nun macht mal endlich…

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Was ich mich frage, wieso sich Trump und Netanjahu in 2025 und 2026 so oft getroffen haben. Der Krieg wurde doch von langer Hand geplant. Vermutlich stand er schon vor dem Amtsantritt Trumps fest.
    Was kann Trump? Er ist ein schlechter Dealmaker, auch wenn viele das anders sehen möchten.
    Was er kann, ist Dinge kontrolliert zu zerstören und an die Wand zu fahren, sodass andere und auch er selbst davon profitieren. Trumps Job ist es evtl. die USA für die hinter der USA stehende Elite, an die Wand zu fahren. Der krieg wurde offensichtlich lange geplant. Also kann Trump nicht ungeplant in diesen Krieg eingestiegen sein. Schon zum Jahreswechsel sah man erste Logistikflüge von den USA in den Nahen Osten. D.h. noch bevor die Aktion in Venezuela durchgezogen wurde, sah man schon die Logistik für den Irankrieg. Zudem wechselte man die Gründe für den Krieg, wie Unterhosen. Erst hat man vermutlich durch Mossad und CIA, Proteste angestachelt und wollte die Iraner „befreien“. Hilfe ist auf dem Weg…Dann drohte man wegen der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste, dann war es das Atomprogramm, jetzt ist das Atomprogramm wieder egal geworden. In anderen Worten, man wollte den Krieg führen, und hat einen Grund gesucht. In Endeffekt kann nur ein gezielter Abriss der USA infrage kommen. Plünderung der Kleinanleger durch monatelanges Insidertrading. Man leert die strategische Reserve und exportiert sie so schnell es geht ins Ausland. Man verfeuert sämtliche Abfangraketen, und zieht die Golfstaaten in den Konflikt mit rein. Man lässt durch US-Aufklärung, die Ukraine die russische Ölindustrie angreifen. Das ist pure böswillige Absicht. Für die Bevölkerung soll es eben nach Hilflosigkeit aussehen, aber es ist kalkuliert.

  3. Da sich der Ölpreis im Zusammenhang mit veredeltem Rohöl und den Renditen für BRD-Bundesanleihen eben auch auf Deutschland auswirkt, wäre es doch einmal konstruktiv/zielführend, wenn Bundeskanzler Friedrich Merz ein Telefonat mit dem 47. US-Präsidenten Donald John Trump in Sachen Naher und Mittlerer Osten führen würde. Doch der Kanzler hat erst einmal seinen Urlaub um eine Woche verlängert.

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