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Märkte

Ölpreis steigt weiter an? Aktuell robust! Offenbart Trump das Problem?

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis zeigt sich nach den jüngsten Anstiegen sehr robust! Heute ist letzter Handelstag im Future-Kontrakt mit Liefertermin Juni. Und siehe da. Ganz anders als noch vor vier Wochen beim Mai-Kontrakt scheint jetzt der Übergang von Juni auf den neuen Front-Monat Juli reibungslos zu funktionieren. Der Juni-Kontrakt notiert aktuell sogar gut 80 Cents höher als der nun neue Front-Monat Juli! Das Handelsvolumen für Juni liegt heute laut Börsendaten bei 89.376 Kontrakten, für Juli bei 561.527 Kontrakten. Die Preise auch für die folgenden Kontraktmonate liegen aktuell eng beieinander (hier eine Übersicht). Von daher wirkt der Markt aktuell recht gesund, anders als vor vier Wochen mit dem dramatischen Ereignis negativer Ölpreise!

Ölpreis robust auf dem Weg nach oben?

Ist der Ölpreis aktuell mit 32 Dollar robust unterwegs, und läuft heute weiter nach oben, nachdem der Markt in den letzten 24 Stunden eine kleine Pause auf hohem Niveau eingelegt hat? Gut möglich. Schauen wir uns den Chart an, der den WTI-Ölpreis seit dem 4. Mai zeigt. Ein tagelanger kräftiger Anstieg von 20 auf gestern in der Spitze 33 Dollar ist hier zu sehen. Dass der Markt da mal kurz durchschnauft, ist mehr als verständlich. Wir haben die letzten Tage diese kräftige Rally mit aktuellen Berichten begleitet, aber auch immer vor Rückschlagpotenzial gewarnt. Bislang lief der Markt aber weiter. Schafft WTI es heute die 33 Dollar zu überschreiten und weiter anzusteigen?

Heute Abend um 22:30 Uhr deutscher Zeit werden die privat erhobenen API-Daten für die Öl-Lagerbestände in den USA veröffentlicht. Sie sind wie jede Woche die Vorschau auf die staatlichen Daten, die morgen Nachmittag veröffentlicht werden. Letzten Mittwoch gab es nach 15 Wochen Anstieg in Folge überraschend einen kleinen Rückgang der Lagerbestände. Morgen wird es sehr interessant zu sehen, ob sich die Lagerbestände weiter beruhigen – oder ob das von den zahlreichen saudischen Supertankern entladenes Öl die Lager in Texas, Oklahoma etc wieder gefüllt hat.

Was machen die Öl-Förderer bei dem rasch gestiegenen Ölpreis?

An dieser Stelle möchten wir auf einen interessanten Bericht von Robert Zach verweisen. Er weist hin auf gestern in den USA offiziell veröffentlichte Daten zur Fracking-Produktion von Öl. Das Volumen werde im Juni wohl auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2018 zurückgehen. Es ist einfach nachvollziehbar. Der Ölpreis war die letzten Monate derart kollabiert, dass die Öl-Produktion für zahlreiche private Fracking-Firmen in den USA zu einem Minusgeschäft wurde. Mit jedem geförderten Barrel Öl vergrößerte man seinen Verlust – von daher sinkt derzeit die Produktion. Bei dem aktuell schnell wieder steigenden Ölpreis ist andererseits aber auch die aktuelle Frage der Expertin Amena Bakr berechtigt (siehe hier), ob die Fracker in den USA nicht bald auf die Idee kommen könnten ihre Fördermengen wieder hochzufahren.

Dies könnte passieren, weil dank dem schnell wieder gestiegenen Ölpreis bei manchen Anbietern die Rentabilitätsschwelle wieder überschritten sein könnte. Genau dieses Szenario hat Donald Trump gestern in nur drei Worten zum Ausdruck gebracht. „Oil is back“. Die US-Ölindustrie könnte bei diesem Ölpreis wieder kostendeckend fördern, so die Idee dahinter. Aber liebe Leute, so möchten wir anmerken… die globale Öl-Förder-Community müsste doch bitte erstmal einige Zeit die Kürzungen konsequent durchhalten, damit die Nachfrageseite sich überhaupt mal wieder kräftig erholen kann. Sonst bringt das alles ja nichts mit den Kürzungszusagen! Erhöhen die Fracker wieder schnell ihre Fördermengen, vergrößern sich wieder die Abstände zwischen Angebot und Nachfrage, und der Ölpreis könnte erneut crashen.

Die Lage am Markt ist ähnlich wie gestern. Die Stimmung hellt sich weiter auf, die globale Öl-Nachfrage sollte, könnte, müsste derzeit von Tag zu Tag immer weiter zunehmen. In China soll das Nachfragevolumen nach Öl angeblich wieder das Niveau von vor der Coronakrise erreicht haben. Neben der großen Hoffnung auf die stetig steigende Nachfrage nach Öl blickt der Markt natürlich genau so auf die Angebotsseite. Nicht nur die Fracker in den USA, auch Länder im Nahen Osten (zum Beispiel der Irak?) könnten der Versuchung erliegen die Kürzungsvereinbarungen zu ignorieren, und „mal schnell“ mehr Öl fördern. Also, es bleiben Risiken bestehen für die Öl-Bullen. Aber derzeit wirkt alles so, also würde der Ölpreis nach dieser aktuellen Verschnaufpause weiter ansteigen können. Wie gesagt, 13 Dollar Anstieg in wenigen Tagen – das ist heftig! Ob es mit der Hausse weitergeht und in welchem Umfang, kann niemand vorhersehen. Aber die Grundstimmung scheint aktuell weiterhin gut zu sein. Lesen Sie beim Klick an dieser Stelle einen interessanten aktuellen Artikel von Wolfgang Müller mit der Fragestellung, ob es im Ölpreis zu einer Erholung in V-Form kommt.

Powell und EU-Hilfsfonds

Hier nochmal kurz ein aktueller Analystenkommentar, der verdeutlicht, warum die Stimmung derzeit grundsätzlich so positiv ist. Was den Aktien hilft, das tut auch dem Ölpreis dieser Tage gut. Denn alles was die Konjunktur pusht, bringt vermeintlich auch die Öl-Nachfrage nach oben! Milan Cutkovic, Marktanalyst bei AxiTrader, sagte heute früh folgendes, auszugsweise im Wortlaut:

Auch treibt immer noch die Ankündigung von Fed-Chef Powell die Kurse, dass die Notenbank noch viel Munition im Waffenschrank hat, falls diese benötigt würde. Anleger zeigen sich optimistisch, dass die Federal Reserve die Märkte weiterhin stützen und für den nötigen Rückenwind sorgen wird. Die Ankündigung, dass Deutschland und Frankreich 500 Milliarden Euro für den Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft einsetzen wollen, kam ebenfalls positiv an. Es bestehen weiterhin bedeutende Hürden, immerhin ist es aber ein Fortschritt. Für die Europäische Union steht einiges auf dem Spiel. Es geht nicht nur um die Wiederbelebung der Wirtschaft, sondern auch um das Vertrauen der Bürger, aber auch der Investoren in die Union.

Ölpreis seit dem 4. Mai

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marcus

    19. Mai 2020 16:52 at 16:52

    Was Amena Bakr sagt, ist ja das worauf ich auch schon mal hingewiesen habe: Bei steigenden Preisen würde es mich nicht wundern wenn einige Bohrlöcher wieder geöffnet werden, weil die Produktion dann wieder rentabel ist. Die Opec versteht nur nicht das sie mit kurzfristigen Preiskriegen die Fracker nicht tot kriegen werden, dazu muss sie den Ölpreis dauerhaft sehr niedrig halten was aber die Förderländer nicht überleben werden.
    Sobald die Preise wieder auf oder über rentables Niveau hinaussteigen sind die Fracker wieder da. Ich schätze mal das dieses Niveau zwischen 20 und 30 US-Dollar liegt.

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Finanznews

Aktienmärkte: Entscheidende Muster- bullisch oder bärisch? Videoausblick

Markus Fugmann

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am

Nach wie vor gibt es widersprüchliche Signale für die Aktienmärkte: einerseits positive charttechnische Ausgangsformationen (inverse SKS beim S&P 500 etc.), andererseits deuten vor andere Indikatoren auf wenig Potential auf der Oberseite. Die aktuelle Seitwärtsrange der Aktienmärkte an der Wall Street bleibt weiter intakt, wahrscheinlich solange, bis endlich klar ist, ob man sich zwischen US-Republikanern und US-Demokraten auf ein Stimulus-Paket einigen kann. Die Märkte spielen weiter einen klaren Biden-Sieg – und das hat Konsequenzen für die verschiedenden Assets. Wie sehen diese Konsequenzen aus? Heute Nacht die letzte Fernsehdeabtte zwischen Trump und Biden – der US-Präsident braucht angesichts der derzeitigen Umfragen sehr schnell einen „game changer“..

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Indizes

DAX daily: Der Dax steht in Kürze an einer kritischen Schwelle

Stefan Jäger

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So langsam wird es eng für den Dax. Sollte sich nicht bald eine Erholung einstellen, dann könnten wir noch weitaus tiefere Kurse sehen. Auch am gestrigen Mittwoch hat der Dax an Boden verloren und verzeichnet zum dritten Mal in Folge einen Verlusttag. Bei den US-Indizes sieht die Lage auch nicht viel besser aus. Die Verluste an der Wall Street hielten sich zwar in Grenzen, dennoch stehen die großen Indizes wie der S&P500 und der Nasdaq an der Schwelle zu tieferen Kursen. Im gestrigen Handel ging es für den deutschen Leitindex bereits zur Börseneröffnung vom Tageshoch bei 12.765 kräftig abwärts, was ihn folglich bis zum Tagestief bei 12.545 gebracht hat. Damit hat der Index die Marken auf der Unterseite optimal abgearbeitet. Der Dax beendet den Handelstag mit einer weiteren Kursdelle bei 12.557 am Tagestief, der Abschlag beläuft sich dabei auf 179 Punkten (-1,41 %).

Nicht nur die Risiken rund um die Corona-Pandemie, die US-Präsidentschaftswahl, den Stimulus-Hickhack und den Brexit drücken auf die Stimmung, sondern auch noch ein kräftig anziehender Eurokurs. Zudem sind die Märkte aktuell stark Nachrichten getrieben, was die Situation nicht einfacher macht. Markus Fugmann hat die Themen in einem Video ausführlich besprochen. Setzt sich der Abwärtstrend im Dax fort, dann wären die 200-Tagelinie (EMA) bei 12.415 und das Tief vom 25.09. bei 12.339 weitere interessante Anlaufpunkte. Mit dem Bruch der 12.339 könnte sich die übergeordnet Seitwärtsrange nach unten auflösen. Das hätte dann deutlich tiefere Kurse zur Folge.

News und fundamentale Daten

Am heutigen Tag stehen für die Dax-Anleger wieder ein paar wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Vor wenigen Minuten wurde bereits das GfK Konsumklima aus Deutschland veröffentlicht. Der Index beschreibt das Vertrauen der deutschen Bürger in die konjunkturelle Entwicklung. Der Wert notiert zum sechsten Mal infolge im negativen Bereich – aktuell -3,1 (erwartet -2,8, vorher -1,7). Anschließend folgen noch Daten aus den USA, um 14:30 Uhr sehen wir die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten. Die Investoren werden auch diesmal wieder genau hinschauen, ob die Anzahl der Erst- und Folgeanträge weiter zurückgeht. Um 16:00 Uhr erscheinen dann noch die Daten der Verkäufe bestehender Häuser (Sep).

Darüber hinaus sehen wir wieder zahlreiche Unternehmensberichte. Unter anderem veröffentlichen die Blue Chips AT&T, Coca-Cola und Intel ihre Zahlen. Aber auch der Mischkonzern Danaher, der Festplattenhersteller Seagate und die Fluggesellschaft Southwest Airlines. In der Nacht auf Freitag folgt dann das zweite TV-Duell zwischen Donald Trump und Joe Biden. Nur diesmal kann die Debatte nicht so ausarten wie beim ersten Mal, da das Mikrofon stumm geschaltet ist, wenn der andere das Wort hat.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Die Abwärtsbewegung hat sich in der letzten Nacht fortgesetzt und ein Tief bei 12.450 erreicht. Vorbörslich notiert der Dax somit im Minus. Überwindet der Index jedoch die 12.520 ohne vorher ein neues Tief zu machen, dann könnte sich ein 123-Boden ausbilden. Demnach könnte er das Gap zum gestrigen Schlusskurs bei 12.557 schließen und zum Widerstand bei 12.600 laufen. Dort könnte er auch wieder den Rückwärtsgang einlegen und in Richtung des Nachttiefs fallen. Überwindet er allerdings den Bereich, dann folgen die nächsten Hürden bei 12.635 und 12.690. Darüber befindet sich noch eine Widerstandszone zwischen 12.725 und 12.765.

Scheitert der Dax nach einem kurzen Erholungsversuch an der 12.520 oder 12.545, dann dürfte sich die Korrektur fortsetzen. Dafür müsste er das Nachttief bei 12.450 unterschreiten. Dadurch ergeben sich weitere Ziele bei 12.415 (EMA200), 12.400 und 12.382. Dort könnte der Dax erst einmal Halt finden und einen Erholungsversuch starten. Sollte es noch tiefer gehen, dann folgt die 12.339. An dieser Stelle befindet sich auch die Unterkante der übergeordneten Seitwärtsrange (Jul – Okt). Bei einem Bruch befindet sich die nächste Unterstützung erst wieder an der 12.253.

DAX daily: Tagesausblick - H1-Chart - Dax auf dem Weg zur Unterkante der Range

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.919 – Pivot Punkt R2

12.735 – Pivot Punkt R1

12.635 – Pivot Punkt

12.451 – Pivot Punkt S1

12.351 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

12.469 – Gap 25.09.

12.450 – Nachttief

12.400 – Tageschart

12.382 – 200 % Extension (vom Hoch 13.028)

12.339 – Tagestief 25.09.

12.253 – Tagstief 30.07.

12.247 – 261,8 % Extension (vom Hoch 13.028)

Dax Widerstände (WS):

12.520 – vorbörsliches Hoch

12.545 – Tagestief 21.10.

12.600 – Nackenlinie SKS (H4) – 100 % Ziel  12.015

12.680 -61,8 % Retracement (12.820 – 12.450)

12.725 – mehrfache US (H1)

12.765 – Tageshoch 21.10

12.850 – Tageshoch 20.10.

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Aktien

Tesla-Quartalszahlen: Erwartungen übertroffen, Aktie steigt nachbörslich

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Tesla-Auto von innen

Die Tesla-Quartalszahlen wurden soeben veröffentlicht. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz liegt bei 8,77 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 6,3/zweites Quartal 2020 6,04/erwartet für heute 8,26).

Der Gewinn liegt bei 0,76 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal +1,91/zweites Quartal 2020 +2,18/erwartet für heute +0,56).

Die „Automotive gross margin“ steigt im Jahresvergleich von 22,8 Prozent auf 27,7 Prozent.

Der Sonderumsatzposten „regulatory credits“ trägt 397 Millionen Dollar zum Autoumsatz bei, im Vorquartal waren es 428 Millionen Dollar.

Der Free Cash Flow steigt im von 418 Millionen Dollar im Vorquartal auf 1,395 Milliarden Dollar.

Die Aktie von Tesla reagiert nachbörslich mit +3,2 Prozent.

Datenblatt zeigt aktuelle Tesla-Quartalszahlen

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