Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis steigt weiter an! Viel Hoffnung und konkrete Gründe

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Eine Öl-Pumpe in den USA

Der Ölpreis steigt seit gestern Nachmittag um mehr als 2 Dollar! Schaut man sich die letzten zwei Tage an, dann könnte man fast sagen „worauf habt ihr solange gewartet“? Denn die Gründe für einen weiter steigenden Ölpreis waren schon da, aber der Markt wollte noch nicht so richtig. Die Höchstpunkte der letzten beiden Wochen konnte man nun hinter sich lassen, und auf dem Weg nach oben sieht es weiter gut aus (Warnung: Das ist natürlich keine Kaufempfehlung für Öl – bilden Sie sich Ihre eigene Meinung). Im Chart sehen wir den Preisverlauf im WTI-Öl seit Ende März.

Hoffnung und Gründe für steigenden Ölpreis

Die Gründe für den aktuellen Anstieg im Ölpreis sind wie gesagt fast alle gestern auch schon bekannt gewesen. Die Internationale Energie-Agentur (IEA) verkündete, dass der Nachfrageeinbruch nach Öl im Gesamtjahr wohl etwas geringer ausfallen werde als bislang gedacht. Und vorgestern wurden zum ersten Mal nach 15 Wochen Anstiegen in Folge rückläufige Lagerbestände für Öl in den USA vermeldet. Beides sorgte für ganz leicht steigende Kurse. Aber erst seit gestern Nachmittag steigt der Ölpreis kräftiger auf jetzt 28,46 Dollar, nach 26 Dollar gestern Nachmittag. Auch unterstützten Saudi-Arabien, VAE etc die letzten Tage den Markt mit Aussagen über zusätzliche Fördermengenkürzungen! Heute früh kommt unterstützend für die Öl-Bullen hinzu, dass aus China Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, die Hoffnung auf eine dort steigende Öl-Nachfrage machen. So stieg die chinesische Industrieproduktion im April im Jahresvergleich um 3,9 Prozent. Auch aus den VAE gibt es heute früh weiter unterstützende Aussagen, dass die Ausbalancierung des Marktes (Angebot und Nachfrage) in Gange sei. All die genannten Gründe helfen derzeit dem Ölpreis auf dem Weg nach oben. CNBC führt derzeit die IEA-Aussagen und die Lagerbestände als Hauptgründe für den steigenden Ölpreis an.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Nicht in blinde Euphorie verfallen

Vorsicht, Achtung, so titelten wir schon gestern. Daran wollen wir an dieser Stelle nochmal erinnern. Es schlummern Risiken im Hintergrund. Auszugsweise zitieren wir hier nochmal unsere Aussagen von gestern Mittag: Die zahlreichen Mega-Tanker aus Saudi-Arabien, die dieser Tage an der Golfküste der USA ankommen um deutlich mehr Öl als üblich zu entladen, können dies aktuell offenbar nicht bewerkstelligen. Grund dafür sei der Mangel an kleinen Schiffen, die die auflaufenden Tanker entladen sollen, um das Öl dann letztlich an Land zu bringen. Offenbar wollen zu viele Mega-Tanker gleichzeitig ihr Öl umladen. Kommt daher die große Öl-Schwemme für die Lagertanks in Cushing und anderen Orten in den USA erst in ein oder zwei Wochen?

Und da wäre noch der kurz bevorstehende Wechsel an der Terminbörse vom Juni-Kontrakt auf den Juli-Kontrakt. Am 19. Mai ist für den Kontrakt mit Liefertermin Juni letzter Handelstag. Aktuell gibt es zwischen Juni und Juli einen Preisabstand von 40 Cents (hier eine Übersicht). Das ist ziemlich wenig im Vergleich zu den Vorkommnissen vor dem Wechsel vor einem Monat. Aber zum Beispiel der Experte John Kemp weist aktuell darauf hin, dass beim aktuellen Front-Monat Juni noch 138 Millionen offene Barrels an Öl zur Lieferung anstünden, wobei es nur noch vier Handelssitzungen bis zum Ablauf des Kontrakts gibt. Die Liquidationsrate werde sich bald deutlich beschleunigen müssen, um eine Wiederholung der Volatilität zu vermeiden, die den vorherigen Verfall kennzeichnete, so seine Aussage! Also, kann es in Kürze zu Turbulenzen im Ölpreis kommen? Achtung, Augen auf!

Analystenmeinung

Ipek Ozkardeskaya von Swissquote ist aktuell der Meinung, dass die Öl-Händler an der Hoffnung festhalten würden, dass der Einbruch der Öl-Nachfrage geringer ausfallen werde als die vorherige Prognose der IEA. Und die wichtigsten Öl-Produzenten fahren fort ihre Verkäufe zu kürzen, um die Lücke zwischen dem rekordverdächtigen Rückgang der Ölnachfrage und dem weltweiten Allzeithoch der Produktion zu verringern. Neueste Nachrichten deuten darauf hin, dass Saudi Aramco jetzt nur noch an wichtige Kunden verkauft. Die Aussichten auf einen schwächeren Rückgang der Öl-Nachfrage und ein abnehmendes Angebot treiben den Ölpreis weiter in die Höhe. WTI-Rohöl testet die 28 Dollar pro Barrel, während Brent-Rohöl den Widerstand von 32 Dollar zurückschlägt. Doch die zunehmende Besorgnis über das Tempo der Normalisierung und die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China könnten das Aufwärtspotenzial des WTI vor der 30-Dollar-Marke begrenzen, so Ipek Ozkardeskaya.

WTI Ölpreis Verlauf seit Ende März

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage