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Schutz für Durchfahrt durch Straße von Hormus Ölpreis steigt weiter – Märkte glauben Trump nicht

Der Ölpreis steigt weiter an. Zusicherungen von Donald Trump über Schutz für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus helfen nicht.

Öltanks in Kalifornien
Öltanks in Kalifornien. Foto: David Paul Morris/Bloomberg

Der Ölpreis ist weiter dabei anzusteigen. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs am Wochenende sehen wir im europäischen Brent-Öl einen Anstieg von 10,70 Dollar auf aktuell 83,99 Dollar. Im Chart sehen wir den Anstieg und auch den Preisrückfall für Öl gestern Abend. Denn Donald Trump verkündete, man werde Schiffe versichern und beschützen, wenn sie die Straße von Hormus durchqueren. Der Chart zeigt es: Der Ölpreis fiel daraufhin, um aber wenig später wieder anzusteigen, und die Rally der letzten beiden Tage fortzusetzen, Tendenz weiter steigend. Damit signalisiert der Markt, dass man Trumps Aussagen nicht wirklich Glauben schenkt!

Ölpreis-Entwicklung der letzten Tage

Ölpreis steigt weiter an – Iran-Krise läuft weiter

Der Iran blockiert die Straße von Hormus, der Krieg geht in voller Härte wieter. Viel Öl und Gas für den Weltmarkt gelangt nicht auf das Offene Meer, der Ölpreis steigt. Entsprechend füllen sich die Lager der Produzenten am Golf. Volle Lager, man muss die Produktion einstellen. So sieht man es aktuell beim großen OPEC-Produzenten Irak, der die Produktion auf dem weltweit zweitgrößten Ölfeld wegen vollen Lagern schließen musste. Dies zeigt die Dramatik der Lage. Die Ölexperten Amena Bakr schreibt heute früh auf X: Zur Erinnerung: Der Irak drosselt seine Rohölversorgung um 1,45 Millionen Barrel pro Tag, was rund 40 % seiner Produktion entspricht, da seine Lagerkapazitäten erschöpft sind und die Exporte durch die aktuelle Lage eingeschränkt sind.

Giovanni Staunovo von der UBS schreibt heute früh auf X: Präsident Donald Trump sagt, die USA würden den freien Energiefluss durch den Persischen Golf mit Versicherungsgarantien und sogar Marineeskorten sicherstellen. Die Schifffahrtsindustrie sieht darin jedoch bestenfalls eine Teillösung für eine historische Krise.

Bloomberg-Bericht

Der Ölpreis hat weiter zugelegt — trotz einer Ankündigung Donald Trumps, Öltankern mittels Versicherungen und Marineeskorten eine sichere Passage durch die Straße von Hormus zu gewährleisten, so Bloomberg News. Die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge ist angesichts der Angriffe des Iran in der gesamten Region praktisch zum Erliegen gekommen.

Marineeskorten werden für iranische Angriffe leichte Beute sein”, hieß es in einer Analyse der Bank ING. “Daher könnten die USA mit der Eskortierung von Schiffen warten, bis sie davon ausgehen können, dass die Angriffsfähigkeit des Iran geschwächt ist”, erklärte Rohstoffstratege Warren Patterson.

Der Irak – der zweitgrößte Opec-Produzent – hat informierten Kreisen zufolge damit begonnen, die Förderung am größten Ölfeld des Landes — Rumaila — herunterzufahren. Gleiches geschieht, wie zu hören ist, beim Projekt West Qurna 2. Sobald die Stilllegungen abgeschlossen sind, wird eine Mehrheit der irakischen Förderung gestoppt sein.

In Saudi-Arabien füllen sich große Öllagerstätten rasch, wie das Geodatenanalyse-Unternehmen Kayrros berichtet. Die israelischen Streitkräfte indessen haben mitgeteilt, sie hätten eine “breite Welle von Angriffen” gegen Ziele im Iran begonnen. Das saudi-arabische Verteidigungsministerium erklärte, neun Drohnen und zwei Marschflugkörper seien abgefangen worden.

Das US-Zentralkommando berichtete, es habe bislang 17 iranische Schiffe sowie Hunderte Abschussvorrichtungen und Drohnen zerstört. “Heute ist kein einziges iranisches Schiff im Arabischen Golf, in der Straße von Hormus oder im Golf von Oman unterwegs, und wir werden nicht aufhören”, sagte Admiral Brad Cooper in einem auf X veröffentlichten Video. Zu den zerstörten Einheiten habe das “am meisten einsatzfähige iranische U-Boot gehört, das nun ein Loch in seiner Seite hat”.

FMW/Bloomberg



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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2 Kommentare

  1. Mich hatte es gewundert, dass die Russen und Chinesen sich verhältnismäßig zurückhaltend über den Angriffskrieg der USA geäußert haben.
    Russland sollte durch den Ukraine-Krieg wirtschaftlich ruiniert werden.
    Die Nato lieferte Unmengen an Waffen und stellte auch Satellitendaten zur Verfügung.
    Wird nun der Spieß herumgedreht?
    Das kann für die USA ein Vietnam-Disaster hoch 3 bedeuten.
    Ich hoffe aber weiter, dass die Iraner sich (mit der Hilfe des Militärs) des Mullah-Systems entledigen werden.
    Und die alte Freundshaft mit Israel wieder aufbauen.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

  2. Der Ölpreis agiert zur Zeit als Frühindikator im Zusammenhang mit der Straße von Hormus. Der 47. US-Präsident Donald John Trump muß in Sachen politischer Wille zugunsten der erforderlichen globalen Ölversorgung nunmehr Resultate liefern. Ich bin und bleibe regelrecht ein Fan von Präsident Trump bezüglich seiner Agenda „Make Oil great again!“. Von daher würde ich Genugtuung empfinden, wenn Donald Trump die aktuelle Hormus-Blockade beenden könnte. Ich habe allerdings auch Verständnis für Staatspräsident Dr. Massud Peseschkian, hinsichtlich der Tatsache, daß er sich momentan als stolzer Iraner von Sir Donald nicht über den Tisch ziehen lassen möchte.

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