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Ölpreis steigt weiter nach OPEC-Entscheidung – Chart zeigt Stärke

Weltkugel mit Zapfpistole

Der Ölpreis steigt weiter an nach der gestrigen wichtigen Entscheidung der OPEC, die Öl-Fördermenge nicht auszuweiten. Man erhöht sie im November zusammen mit seinen externen Partnern wie bisher geplant „nur“ um 400.000 Barrels pro Tag. Damit läuft das „Verknappungs-Szenario“ weiter, wenn man es mal so nennen möchte. Auf der einen Seite sieht man die global weiter steigende Nachfrage nach Öl, und auf der anderen Seite das Kartell, das zwar planmäßig mehr Öl fördert – aber womöglich nicht genug um die steigende Nachfrage abzudecken. Genau wegen diesem Szenario stieg der WTI-Ölpreis gestern Nachmittag von 76 auf 78 Dollar. Und heute geht es weiter mit einem aktuellen Preis bei 78,66 Dollar.

Ölpreis steigt trotz des starken US-Dollar

Der folgende TradingView Chart zeigt seit Anfang August als blaue Linie den WTI-Ölpreis im Vergleich zum Dollar-Index als orange Linie. Normalerweise ist ein steigender US-Dollar Gift für alles was in US-Dollar gehandelt wird, also zum Beispiel Gold oder eben auch Öl. Aber dass der Ölpreis trotz deutlich steigendem US-Dollar seit Wochen so gut ansteigt, ist ein gutes Zeichen für die eigenständige Stärke am Ölmarkt. Mit dem Überschreiten von 77 Dollar im WTI-Ölpreis hat man gestern auch den höchsten Stand seit Herbst 2014 erreicht, und charttechnisch scheint nach oben erst einmal viel Luft vorhanden zu sein.

Analystenkommentar zur OPEC-Entscheidung

Carsten Fritsch von der Commerzbank hat in seinem heutigen Kommentar zum Ölmarkt interessante Aussagen getroffen, die wir hier auszugsweise zeigen. Angesichts des deutlich Anstiegs im Ölpreis und der angespannten Marktlage hätten gestern nicht wenige Marktteilnehmer auf eine stärkere Angebotsausweitung durch die OPEC gehofft. Der Ölmarkt dürfte auch nach der beschlossenen Produktionserhöhung im vierten Quartal ein beträchtliches Angebotsdefizit aufweisen, da die Nachfrage nach Öl laut Carsten Fritsch deutlich stärker ist als erwartet. Ein Grund hierfür seien die hohen Gaspreise, die in manchen Regionen der Welt zu einer höheren ölbasierten Stromproduktion führen würden.

Die staatliche saudi-arabische Ölgesellschaft beziffert diesen zusätzlichen Nachfrageeffekt auf 500.000 Barrel pro Tag. Zudem könne die Produktionserhöhung wie schon in den zurückliegenden Monaten hinter dem angekündigten Ausmaß zurückbleiben, da einige Länder wie Angola und Nigeria es nicht schaffen, die Produktion so stark zu erhöhen wie vereinbart. Der gestrige Anstieg im Ölpreis als Reaktion auf die Entscheidung der OPEC+ ist daher laut Carsten Fritsch nachvollziehbar, und ein weiterer Preisanstieg sei wahrscheinlich.

Chart vergleicht seit Anfang August Kursverlauf bei Ölpreis und US-Dollar



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1 Kommentar

  1. Warum sollte die OPEC Interesse daran haben die Fördermenge zu erhöhen, wenn sie schon morgen einen höheren Preis erzielen können. Ein typisches Inflations Scenario.

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