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Märkte

Ölpreis steigt wie im Rausch – warum das eine wacklige Nummer ist

Claudio Kummerfeld

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Eine Öl-Pumpe in der Wüste

Der Ölpreis steigt seit Freitag Abend immer weiter an. Gestern berichteten wir bereits. Der Dow Jones erreichte mit über 30.000 Punkten ein neues Rekordhoch. Die Kapitalmärkte fahren deutlich mehr Risiko. Denn das Risk On-Umfeld wird immer belieber nach mehreren guten Impfstoff-Meldungen und einer nun offenbar geregelten Amtsübergabe von Donald Trump auf Joe Biden. Je mehr Hoffnung die Anleger haben auf eine schnellere Erholung der globalen Konjunktur, und je mehr man nun Hoffnung auf neue Stimulus-Billionen der neuen Biden-Administration hat, desto mehr glaubt man auch an eine steigende Öl-Nachfrage. Sie treibt seit Freitag Abend den WTI-Ölpreis von glatt 42 Dollar bis jetzt auf 45,46 Dollar nach oben. Aber ist das nachhaltig? Geht es so weiter mit dem klaren Anstieg?

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Die gestern Abend vermeldeten API-Daten für die Öl-Lagerbestände in den USA zeigen einen Zuwachs beim Rohöl von 3,8 Millionen Barrels in den Lagertanks, was eigentlich gegen einen steigenden Ölpreis sprechen würde. Aber diese Daten wurden über Nacht vom Terminmarkt einfach ignoriert. Heute um 16:30 Uhr deutscher Zeit werden in den USA die staatlich ermittelten Lagerbestände für Öl veröffentlicht. Sie könnten dem Ölpreis einen neuen Impuls geben. Eugen Weinberg von der Commerzbank ist der vielleicht anerkannteste Rohstoff-Experte in Deutschland. Er erwähnt heute in seiner Analyse zum immer weiter steigenden Ölpreis, dass die Terminkurve erstmals seit Juni in Backwardation gedreht ist, d.h. der nächstfällige Futures-Kontrakt liegt oberhalb der späteren Kontrakte. Eine fallende Terminkurve werde häufig als Zeichen einer Angebotsknappheit interpretiert. Diese könne man seiner Meinung nach zumindest in den aktuellen Lagerdaten nicht erkennen.

Kräftiger Anstieg im Ölpreis übertrieben?

Auch macht Eugen Weinberg heute Aussagen, die vermuten lassen, dass der aktuelle Anstieg im Ölpreis doch auf durchaus wackligen Beinen steht. So gebe es von der Angebotsseite bei Öl wenig Positives zu berichten. Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung IATA erwarte, dass im nächsten Jahr 2,8 Milliarden Passagiere reisen werden, 1 Milliarde mehr als im Jahr 2020, aber 1,7 Milliarden weniger als 2019. Das Ausmaß der Krise werde deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass die eigentliche Nachfrage nach Flugtransport, gemessen in Passagierkilometern (PKM bzw. die Anzahl zahlender Passagiere multipliziert mit der zurückgelegten Strecke), im Jahr 2021 voraussichtlich 50 Prozent höher sein soll als in diesem Jahr, aber 50 Prozent niedriger als im letzten Jahr. IATA rechnet daher mit einer langen und schwierigen Erholung, wobei das Passagieraufkommen frühestens 2024 wieder das Niveau von 2019 erreichen soll.

Für den Zusammenhalt der OPEC+ könnte sich der jüngste Anstieg im Ölpreis laut Eugen Weinberg als kontraproduktiv erweisen. Denn er könnte die Allianzmitglieder eher zu einer „laissez-faire“-Haltung verleiten beziehungsweise eine Einigung auf schmerzhafte freiwillige Einschnitte unwahrscheinlicher machen. Ja, und so meine ich als Abschluss-Anmerkung… man sieht die letzten Jahre, was für ein wackliges Gebilde die OPEC doch ist. Bei großspurigen Einigungen zu Fördermengenkürzungen mussten in erster Linie die Saudis auf eigene Kosten deutlich mehr Produktionsmenge kürze, weil andere OPEC-Mitglieder sich nicht an ihre Kürzungszusagen hielten. Steigt der Ölpreis jetzt zu schnell und zu deutlich an, könnten Länder wie zum Beispiel der Irak der Meinung sein, dass eine weitere stringente Haltung bei den Fördermengenkürzungen nicht mehr so richtig notwendig ist. Erhöhen die Förderländer wieder die Mengen, und die globale Konjunktur erholt sich nicht so kräftig wie gedacht, hat der Weltmarkt schnell wieder ein Überangebot an Öl, und der Ölpreis könnte wieder kräftig abstürzen.

Chart zeigt Kursverlauf im Ölpreis seit Juli
Der Chart zeigt den Verlauf im WTI-Ölpreis seit Juli.

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Finanznews

Aktienmärkte: Ich werde bullisch – schnell verkaufen! Marktgeflüster (Video)

Wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen! Deshalb werde ich jetzt extrem bullisch – Aktien steigen immer!

Markus Fugmann

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Die Konjunktur in den USA brummt, wie heutige Daten zeigen – also werde ich jetzt bullisch für die Aktienmärkte! Denn wenn die Wirtschaft anspringt, dann müssen auch die Aktienmärkte steigen, oder? Dazu kommt jetzt auch noch der Stimulus in den USA – besser geht nicht! Und nächste Woche werden Apple, Facebook und Tesla ihre Zahlen berichten – das wird sicher extrem bullisch werden, denn die tollen Zahlen sind bestimmt noch nicht ausreichend eingepreist, oder? Ausserdem: Aktien steigen immer – das zeigt schon der Blick in die Geschichte! Und heute ist Janet Yellen als Finanzministerin bestätigt worden – können Sie sich an einen einzigen Tag erinnern, an dem die Aktienmärkte gefallen sind, als Yllen noch Fed-Chefin war? Eben..

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Allgemein

Dirk Müller über das Börsenjahr 2021: „Mit Gas und Bremse durch den Markt“

Claudio Kummerfeld

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Bulle und Bär - Dirk Müller will mit Gas und Bremse durchs Jahr kommen

Dirk Müller hat in einem aktuellen Interview über das Börsenjahr 2021 gesprochen, aber auch über die Corona-Restriktionen und den Bitcoin. Beim Thema Corona ist er der Meinung, dass die Beschränkungen nach einer flächendeckenden Impfung und rückläufigen Infektionszahlen nicht verschwinden würden. In welcher Form genau es weitergehe, könne er auch nicht sagen, aber gewisse Arten von Einschränkungen im Alltag würden dauerhaft bestehen bleiben. Dirk Müller erwähnt in dem Zusammenhang die auch bei der Grippe ständigen Mutationen und jährlich neuen Impfungen, um sich dagegen zu schützen. Corona käme dauerhaft als neues Risiko hinzu.

Dirk Müller über das die Aktienmärkte in 2021

Immer weiter steigende Börsenkurse sind laut Dirk Müller auch im Börsenjahr 2021 möglich, auch dank der Notenbanken. Aber, so seine Worte, alle Welt glaube es gehe an der Börse jetzt nur noch nach oben. Man frage sich nur noch, wie kräftig die Kursgewinne im Jahr 2021 ausfallen werden. Aber ein großer Börsencrash sei jederzeit möglich. Was dafür exakt der Auslöser sei, könne man vorher nie sagen. Ein Problem für die Aktienmärkte sei aktuell das Ansteigen der Anleiherenditen in den USA (aktuell 1,09 Prozent). Diese würden laut Dirk Müller unabhängig von der Politik der Notenbanken anziehen, weil die Inflationserwartungen in den USA zunehmen. Es stehe für 2021 eine Sektorenrotation bevor. Das Anlegergeld verlasse die Tech-Aktien. US-Banken würden interessanter werden, aber auch Branchen wie der Flüssiggas-Sektor. Er gehe mit Gas und Bremse durch das kommende Börsenjahr. Man solle für weiter steigende Kurse offen sein, aber mit Absicherung.

Bitcoin

Und was ist mit dem Bitcoin? Wochenlang war der Kurs ja kräftig gestiegen, dann wieder deutlich gefallen (hier unsere aktuellste Berichterstattung). Dirk Müller bleibt bei seiner bisherigen Meinung. Der Bitcoin sei eine eindeutige Zockerei, dahinter stehe kein echter Wert. Er könnte kräftig verlieren, aber auch unendlich weiter steigen.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände +4,4 Mio Barrels (jetzt 486,6 Mio)

Claudio Kummerfeld

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Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 486,6 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Plus von 4,4 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei -1,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit -0,3 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +2,8 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +2,6 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (-0,3 erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung mit -7 Cents bei 52,43 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Anmeldestatus

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