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Ölpreis steigt wieder – mehrere Gründe und ein Damoklesschwert

Öl-Pumpe

Letzte Woche Donnerstag hatte sich die OPEC mit ihren Partnern (Gesamtgruppe OPEC+) dazu entschieden auch im Dezember ihre Öl-Fördermenge wie bisher vorgesehen „nur“ um 400.000 Barrels pro Tag zu erhöhen. Damit erzürnt man vor allem die USA, die mehr Ölförderung sehen wollen, damit der Ölpreis fallen kann. Die Entscheidung des Kartells war eindeutig positiv für den Ölpreis zu werten, da eine zusätzliche Ausweitung der Fördermenge ausbleibt. Dennoch sackte WTI-Öl am Donnerstag gut 4 Dollar in den Keller – aber bis heute Vormittag hat sich der Markt wieder spürbar erholt auf über 82,33 Dollar.

Saudis erhöhen Preise – das hilft dem Ölpreis

Saudi-Arabien hat Freitag Abend verkündet, dass man seine offiziellen Verkaufspreise für seine asiatischen Kunden erhöht hat. Daraus darf man schließen: Die Förderländer sind sich offenbar sicher, dass die Nachfrageseite im Zuge der globalen konjunkturellen Erholung derart zulegt, dass man einen höheren Ölpreis am Markt durchsetzen kann. Dies hilft folglich auch dem Preis am Terminmarkt für Öl.

US-Infrastruktur-Offensive hilft dem Drang nach mehr Öl

Die USA werden nun mehr als 1 Billion US-Dollar in ihre Infrastruktur pumpen. Am späten Freitagabend beschloss der US-Kongress endgültig, dass man Straßen, Brücken, Häfen, Flughäfen und den Nahverkehr ausbauen und erneuern will. Auch der Klimaschutz soll profitieren, den Joe Biden zur Top-Priorität gemacht hat. Mehr Infrastruktur? Da denkt der Öl-Trader gleich an mehr Wirtschaftswachstum, und damit auch an eine höhere Nachfrage nach Öl. Dies dürfte heute den steigenden Ölpreis ebenfalls unterstützen.

China-Exporte besser als gedacht

Auch jüngste Daten aus China machen Hoffnung auf eine bessere globale Konjunktur, damit auch auf mehr Nachfrage nach Öl, was positiv für den Ölpreis zu werten ist. Gestern meldete China nämlich für den Monat Oktober ein Exportwachstum von 27,1 Prozent im Jahresvergleich – das war zwar weniger als +28,1 Prozent im September, aber immer noch besser als die erwarteten +24,5 Prozent.

Nutzung der Öl-Reserven schweben wie ein Damoklesschwert über dem Markt

Jederzeit abrutschen könnte de Ölpreis, wenn die USA alleine oder in Koordination mit anderen Ländern verkünden würden, dass man seine nationalen Öl-Reserven anzapft und Teile davon auf den Markt wirft. Damit würde man durch das Überangebot den Ölpreis womöglich zum Fallen bringen. Dadurch könnte sogar ein wirklich deutlicher Absacker im Ölpreis entstehen, wenn man auf die monatelange massiv Rallye am Ölmarkt schaut.

Dieses Szenario schwebt verstärkt über dem Markt, seitdem die OPEC die US-Forderung nach einer deutlich steigenden Öl-Fördermenge letzten Donnerstag eiskalt ignoriert hat. Sehen Sie dazu auch hier Aussagen von Joe Biden, die so ein Szenario andeuten, welches wie ein Damoklesschwert über dem aktuell steigenden Ölpreis schwebt. Es gibt laut Joe Biden noch andere Instrumente im Arsenal, mit denen man umgehen müsse – und er verhandle mit anderen Ländern. Zu gegebener Zeit werde er darüber sprechen, dass man im übertragenen und im wörtlichen Sinne mehr Energie in die Pipelines bekommen könne.

Chart zeigt WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten fünf Tage WTI-Ölpreis im Verlauf der letzten fünf Tage.



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