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Ölpreis steigt seit gestern deutlich – das hat zwei Gründe

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Eine alte Pumpe für Öl

Der Ölpreis steigt seit gestern deutlich. WTI-Öl notierte gestern Vormittag und Mittag öfters so um die 38 Dollar-Marke herum. Ab Nachmittag ging es dann stundenlang nach oben, auch über Nacht und heute Vormittag. Bis jetzt steigt der Ölpreis auf 39,59 Dollar. Die Angst vor der zweiten Corona-Welle existiert nicht mehr? Was ist da los? Schauen wir auf die Nachrichtenlage.

OPEC sorgt für Disziplin bei Kürzungen – Ölpreis steigt

Wir hatten im Verlauf der Woche schon spekuliert, ob das OPEC-Meeting am gestrigen Donnerstag ein Non-Event wird, oder ob dabei wirklich etwas herauskommt. Nun ja, beides, kann man jetzt sagen! Das “Aufsichtsgremium” der OPEC namens “JMMC” ist dafür zuständig zu prüfen, ob die Mitglieder der Kürzungsvereinbarungen auch wirklich die Mengen kürzen, die sie jeweils zugesagt haben. Und gestern verkündete man (hier das ganze Statement), dass die Kürzungszusagen (minus 9,7 Millionen Barrels pro Tag) im Mai zu 87 Prozent eingehalten wurden.

Auch freue man sich bei der OPEC über die freiwilligen zusätzlichen Kürzungen von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, und Kuwait im Mai im Volumen von 1,2 Millionen Barrels pro Tag, so das Statement des JMMC. Und, um es vereinfacht zusammenzufassen: Das JMMC macht Druck auf die Teilnehmer, die ihre Zusagen noch nicht vollständig erfüllten. Also, alles in allem keine großen Überraschungen. Dennoch freut sich der Markt, dass die OPEC am Ball bleibt mit den Kürzungen. Der Ölpreis steigt. Also war es ein Non-Event, welches den Markt trotzdem bewegt!

Rasch steigende Nachfrage nach Öl

Es gibt noch einen Grund, warum der Ölpreis seit gestern Nachmittag so gut am Steigen ist. Aktuelle Aussagen über eine kräftig steigende Nachfrage nach Öl sorgen für gute Laune. Laut Berichten sagen die beiden größten Öl-Handelsunternehmen, dass die Nachfrage derzeit kräftig ansteige. Der weltweit größte unabhängige Öl-Händler Vitol sagt zum Beispiel, dass der weltweite Öl-Verbrauch im derzeit jede Woche um 1,4 Millionen Barrels pro Tag zunehme, also 5,5 Millionen Barrels Zuwachs im Juni.

Das Tracking der Firma zeige eine gesunde Rückkehr der Nachfrage von den Tiefpunkten im April. China habe in den Monaten April und Mai die Erholung befeuert, und seit einigen Wochen würden die USA und Europa nachlegen. Also, gute Laune am Markt, und der WTI-Ölpreis durchbricht bald die 40 Dollar-Marke? Charttechnisch wichtig wäre es für die Bullen, wenn das Preisniveau von 40,40 Dollar vom 8. Juni nach oben durchbrochen wird. Dann wäre nach oben womöglich viel Platz.

WTI Ölpreis im Kursverlauf seit dem 20. Mai
WTI-Ölpreis seit dem 20. Mai.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Koch

    19. Juni 2020 09:42 at 09:42

    Gesunde Rückkehr der Nachfrage nach Öl.Lasst das besser nicht Greta/Luisa und die Extinctions wissen,sonst gibt’s wieder FFF-Stunk und Flashmobs der Rebellen.

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Aktien

Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0?

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie erleben wir eine regelrechte Flucht in Technologie-Aktien. Insbesondere die Nasdaq eilt seit Wochen von einem Allzeithoch zum nächsten. Zwar profitieren einige Technologie-Werte von der aktuellen Situation während der Pandemie, aber was zurzeit abläuft, grenzt an absurder Euphorie. Man muss sich nur den Chart von Tesla anschauen, hier fehlt nur das Fähnchen, dass man an die Fahnenstange hängen kann. Tesla ist nur eins von vielen Beispielen. Auch Apple hat seit dem März-Tief einen Anstieg von über 80 Prozent hingelegt. Als Info an alle Börsenanfänger – solche Steigerungsraten sind NICHT normal.

Diesmal ist alles anders

Diesmal ist es aber anders als in der Zeit des „Neuen Markt“. Damals wurde alles gekauft, dass nicht bei drei auf den Bäumen war. Dazu gehörten auch Unternehmen, die übertrieben gesagt, irgendwo in einer Garage an unnützer Software gearbeitet haben. Im Gegensatz dazu, ist es diesmal so, dass sich die Euphorie nicht auf eine große Anzahl von Techwerten konzentriert, sondern nur auf wenige Unternehmen. Hier sind die großen Technologie-Unternehmen zu nennen – Apple, Amazon, Microsoft, Alphabet, Facebook, Netflix und Nvidia. Diese sieben Unternehmen machen mittlerweile 50 Prozent des gesamten Index aus.

Klumpenbildung der Technologie-Werte

Die Situation ist auch den ETFs geschuldet. Um gute Wachstumsraten für ihre Kunden zu gewährleisten, müssen sie die großen Technologie-Werte übergewichten. Dadurch verstärkt sich der Effekt. Steigen die Kurse der großen Technologie-Unternehmen, dann zieht das mehr und mehr Käufer aus allen Bereichen an – Private, Institutionelle und Fonds. Entsprechend erhöht sich das Risiko einer Klumpenbildung. Kommt es zu einer erneuten Korrektur, wäre das ein Problem, da alle gleichzeitig durch eine kleine Tür rauswollen.

Weltweite Rezession

Es scheint auch fast so, als ob die Investoren vergessen, dass wir uns in einer weltweiten Rezession befinden. Diese Rezession ausgelöst durch die Corona-Pandemie hat nämlich einen Faktor, der derzeit ignoriert wird – Unsicherheit. Damit ist gemeint, dass aktuell niemand voraussagen kann was die tatsächlichen Auswirkungen auf die Realwirtschaft sind und wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Auch die Technologie-Unternehmen sind davon betroffen. Apple setzt zum Beispiel weniger Handys ab, Facebook hat weniger Werbeeinnahmen und Teslas Absatz an Automobilen ist alles andere als beeindruckend. Die ab nächste Woche beginnende Berichtssaison wird mehr Aufschluss darüber geben, wie sich die Pandemie tatsächlich auf die Unternehmensgewinne auswirkt.

Aktuelle Entwicklung der Technologie-Unternehmen

In den nachfolgenden Grafiken kann man einerseits die Kursentwicklung der großen fünf Technologie-Unternehmen in dem letzten Monat erkennen sowie die Relation vom Nasdaq zum S&P500. Insbesondere der Chart des Nasdaq in Relation zum S&P zeigt deutlich, dass die Entwicklung der Technologie-Werte auf dem Weg ist eine neue Blase zu bilden. Demnach brauchen wir nicht mehr über Bewertungen zu sprechen. Es wurde mehrfach in anderen Artikeln darauf hingewiesen, dass diese fernab von Gut und Böse sind. Geschuldet ist diese Situation natürlich auch den Geldflutungen und Stimuli von Notenbanken und Staaten. FED-Chef Powell hat zwar vor kurzem betont, dass man durch die Maßnahmen keine Blasenbildung erzeugen möchte, aber genau das ist was gerade passiert. Die Corona-Pandemie wird noch länger Einfluss auf die Märkte haben und Unsicherheit verbreiten. Früher oder später muss Luft aus der Blase abgelassen werden, sonst droht das Platzen.


Technologie-Blase: Sehen wir gerade die Dotcom-Blase 2.0? Corona

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Indizes

Rüdiger Born: Die aktuelle Lage bei S&P 500 und Nasdaq

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Wie ist kurz vor dem Wochenende die Lage im S&P 500 und im Nasdaq? Das schaue ich mir ganz aktuell im folgenden Video direkt am Chart an. Wollen Sie meine täglichen Analysen im “Trade des Tages” erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

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Aktien

Aktienmärkte aktuell: Der nächste Corona-Hype durch Remdesivir

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Und die nächste Jubelmeldung über ein Medikament, welches das Coronavirus bekämpfen soll. Remdesivir (der schon wieder) soll laut ganz aktueller Veröffentlichung des Herstellers Gilead Sciences das Todesrisiko bei Patienten um 62 Prozent senken. Hurra, es kann endlich wieder aufwärts gehen an der Börse? Die Aktienmärkte steigen. Der Dow Jones steigt in den letzten Minuten um 150 Punkte, der Dax um 54 Punkte. Wie lange kann diese Euphorieblase dieses Mal die Kurse pushen? Wann folgt die Enttäuschung? Oder ist es dieses Mal wirklich der Durchbruch?

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