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Märkte

Ölpreis steigt seit gestern deutlich – das hat zwei Gründe

Claudio Kummerfeld

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am

Eine alte Pumpe für Öl

Der Ölpreis steigt seit gestern deutlich. WTI-Öl notierte gestern Vormittag und Mittag öfters so um die 38 Dollar-Marke herum. Ab Nachmittag ging es dann stundenlang nach oben, auch über Nacht und heute Vormittag. Bis jetzt steigt der Ölpreis auf 39,59 Dollar. Die Angst vor der zweiten Corona-Welle existiert nicht mehr? Was ist da los? Schauen wir auf die Nachrichtenlage.

OPEC sorgt für Disziplin bei Kürzungen – Ölpreis steigt

Wir hatten im Verlauf der Woche schon spekuliert, ob das OPEC-Meeting am gestrigen Donnerstag ein Non-Event wird, oder ob dabei wirklich etwas herauskommt. Nun ja, beides, kann man jetzt sagen! Das „Aufsichtsgremium“ der OPEC namens „JMMC“ ist dafür zuständig zu prüfen, ob die Mitglieder der Kürzungsvereinbarungen auch wirklich die Mengen kürzen, die sie jeweils zugesagt haben. Und gestern verkündete man (hier das ganze Statement), dass die Kürzungszusagen (minus 9,7 Millionen Barrels pro Tag) im Mai zu 87 Prozent eingehalten wurden.

Auch freue man sich bei der OPEC über die freiwilligen zusätzlichen Kürzungen von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, und Kuwait im Mai im Volumen von 1,2 Millionen Barrels pro Tag, so das Statement des JMMC. Und, um es vereinfacht zusammenzufassen: Das JMMC macht Druck auf die Teilnehmer, die ihre Zusagen noch nicht vollständig erfüllten. Also, alles in allem keine großen Überraschungen. Dennoch freut sich der Markt, dass die OPEC am Ball bleibt mit den Kürzungen. Der Ölpreis steigt. Also war es ein Non-Event, welches den Markt trotzdem bewegt!

Rasch steigende Nachfrage nach Öl

Es gibt noch einen Grund, warum der Ölpreis seit gestern Nachmittag so gut am Steigen ist. Aktuelle Aussagen über eine kräftig steigende Nachfrage nach Öl sorgen für gute Laune. Laut Berichten sagen die beiden größten Öl-Handelsunternehmen, dass die Nachfrage derzeit kräftig ansteige. Der weltweit größte unabhängige Öl-Händler Vitol sagt zum Beispiel, dass der weltweite Öl-Verbrauch im derzeit jede Woche um 1,4 Millionen Barrels pro Tag zunehme, also 5,5 Millionen Barrels Zuwachs im Juni.

Das Tracking der Firma zeige eine gesunde Rückkehr der Nachfrage von den Tiefpunkten im April. China habe in den Monaten April und Mai die Erholung befeuert, und seit einigen Wochen würden die USA und Europa nachlegen. Also, gute Laune am Markt, und der WTI-Ölpreis durchbricht bald die 40 Dollar-Marke? Charttechnisch wichtig wäre es für die Bullen, wenn das Preisniveau von 40,40 Dollar vom 8. Juni nach oben durchbrochen wird. Dann wäre nach oben womöglich viel Platz.

WTI Ölpreis im Kursverlauf seit dem 20. Mai
WTI-Ölpreis seit dem 20. Mai.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Koch

    19. Juni 2020 09:42 at 09:42

    Gesunde Rückkehr der Nachfrage nach Öl.Lasst das besser nicht Greta/Luisa und die Extinctions wissen,sonst gibt’s wieder FFF-Stunk und Flashmobs der Rebellen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Schwächste Woche seit Corona-Crash! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Die zweite Corona-Welle ist ein zuvor nicht eingepreister game changer!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Und das ist wohl kein Zufall, denn die zweite Corona-Welle mit den damit verbundenen Lockdowns sind ein vorher so nicht eingepreister game changer für den wirtschaftlichen Ausblick. Diesmal aber ist der Abverkauf der Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch die großen Tech-Werte getrieben: am Montag SAP in Deutschland, heute die Schwergewichte Apple und Amazon jeweils gut 5% im Minus nach Vorlage der Quartalsergebnisse. Selbst gute Zahlen wie bei Amazon werden abverkauft – was „riecht“ der Markt? Ist das nur die Unsicherheit or der US-Wahl – oder kommt da etwas größeres auf uns zu?

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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Indizes

Rüdiger Born über die aktuelle Lage im Dax

Rüdiger Born

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Der Dax scheint sich seit gestern etwas stabilisiert zu haben. Ist heute noch kurzfristiges Trading möglich? Im folgenden Video werfe ich einen Blick auf die aktuelle Lage.

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