Der Ölpreis gerät plötzlich stark unter Druck: Nach Aussagen von Donald Trump, dass Washington Gespräche mit dem Iran führt, bröckelt die geopolitische Risikoprämie – und die Märkte reagieren sofort. Sowohl WTI als auch Brent verzeichnen deutliche Verluste, nachdem die Sorge vor einer Eskalation im Nahen Osten vorerst nachlässt. Zusätzlich verstärkte ein breiter Ausverkauf bei Rohstoffen den Abwärtsdruck.
Ölpreis fällt nach Trump-Aussagen
Angesichts der Erklärung von Präsident Donald Trump, dass Washington Gespräche mit dem Iran führt, sind die geopolitischen Risikoprämien geschwunden und der Ölpreis eingebrochen. Zudem wurde der Markt von einem breiteren Ausverkauf bei Rohstoffen erfasst.
Die Sorte Brent stürzte zeitweise um mehr als 5% ab und notierte bei rund 65,80 Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI) unter 62 Dollar fiel. Trump spielte die Drohungen des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei mit einem Regionalkrieg vom Wochenende herunter und bekräftigte seine Hoffnung auf eine Einigung.
“Die Abwärtsbewegung sieht eher nach einer Neupositionierung als nach einer fundamentalen Verschiebung aus”, sagte Haris Khurshid, Investmentchef bei Karobaar Capital. “Da kein neuer Angebotsschock vorliegt, gibt der Ölpreis einen Teil der Risikoprämie ab, während der Markt sich neu kalibriert, nachdem er kurzfristige Störungen eingepreist hatte, die einfach nicht eingetreten sind.”

Verkaufsdruck bei Rohstoffen
Rohöl wurde zudem belastet, da Rohstoffe — insbesondere Metalle — unter starken Verkaufsdruck gerieten. Der Goldpreis fiel zeitweise um bis zu 10% bis auf rund 4.400 Dollar und Kupfer sank um mehr als 5%. Damit setzten sie ihren am Freitag begonnenen Rückzug fort, der auf kräftige Kursgewinne in den letzten Wochen folgte. Jüngste Zuwächse beim Dollar verteuern Öl zudem für viele Käufer.
Zuvor war der Ölpreis nach wochenlangen Eskalationen gestiegen, die den Iran und die USA an den Rand eines Konflikts gebracht hatten. Vorausgegangen waren Trumps Drohungen im Januar mit Angriffen aufgrund des tödlichen Vorgehens Teherans gegen Proteste. Dies hatte das Risiko von Lieferunterbrechungen in der Region erhöht, die etwa ein Drittel des weltweiten Rohöls liefert, und den Fokus von einem wachsenden globalen Überangebot abgelenkt.
Unterdessen werden die nächsten trilateralen Treffen zwischen den USA, Russland und der Ukraine am 4. und 5. Februar in Abu Dhabi stattfinden, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Bei vorangegangenen Gesprächen zur Beendigung des Krieges, der bald in sein fünftes Jahr geht und zu Sanktionen gegen den russischen Ölhandel geführt hat, gab es kaum Durchbrüche.
Zudem hat die OPEC+ ihre Pläne bestätigt, die Produktion im März trotz des jüngsten Anstiegs des Ölpreises stabil zu halten — der letzte Abschnitt eines dreimonatigen Angebotsstopps.
FMW/Bloomberg
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Ich halte zunächst an meinem Lob für die energiepolitische Agenda des 47. US-Präsidenten Donald John Trump „Make Oil great again!“ fest. Und in diesem Zusammenhang wäre ja ein Ölabkommen zwischen den USA und dem Iran konstruktiv/zielführend. Aber wann wird dieses von Präsident Trump einseitig aufgekündigt? Ein weiteres mögliches Szenario: Sir Donald lässt, während Verhandlungen stattfinden, die Flugzeuge Richtung OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran aufsteigen. Momentan zumindest eine gefährliche Entspannung. O.k., die aktuelle Entwicklung des Ölpreises ist auch der momentanen Ausgangslage des US-Dollar geschuldet.