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Märkte

Ölpreis tagelang kräftig gefallen – aktueller Preisanstieg und die Iran-Krise

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Letzte Woche war der Ölmarkt ganz klar in einen fallenden Modus eingestellt. Egal wie bullish die Nachrichtenlage war. Öl fiel letzte Woche mehrmals schubweise. Der WTI-Ölpreis fiel insgesamt um 4,20 Dollar auf 56 Dollar Freitag Abend. Wir sprachen bei der Bewegung im Ölmarkt letzte Woche von einem Höllenritt. Bis heute früh erlebt der Markt einen Mini-Anstieg auf aktuell 56,65 Dollar im WTI-Ölpreis. Wer den Chart (seit Freitag den 12. Juli) betrachtet, kann hier noch nicht wirklich von einer Kehrtwende sprechen. Dafür ist der ganz aktuelle Move noch zu klein.

Ölpreis WTI seit 12. Juli

Iran-CIA bringt Leben in den Ölpreis?

Laut aktuellen Meldungen wurde angeblich einen Spionagering der CIA im Iran aufgedeckt. 17 für den US-Geheimdienst angeblich tätige Personen sollen verhaftet worden sein, einige von ihnen seien zum Tode verurteilt worden. Tja, was für ein zeitlicher Zufall, mag man da sagen? Denn erst letzte Woche hatte der Iran einen unter britischer Flagge fahrenden Tanker einer schwedischen Reederei besetzt, und hält nun die Besatzung in einem iranischen Hafen gefangen. Man muss dazu aber auch bedenken, dass Großbritannien kurz davor vor Gibraltar einen iranischen Öltanker beschlagnahmt hat, weil der angeblich illegal Öl nach Syrien liefern wollte.

Auch letzte Woche hatte Donald Trump verkündet die USA hätten eine iranische Drohne abgeschossen, die ein US-Kriegsschiff bedroht hätte. Der Iran bestreitet überhaupt eine Drohne verloren zu haben. Und so scheint sich der Konflikt in der Region immer weiter hochzuschaukeln. Puhhhhh, möchte man da sagen. Wer hat angefangen, wer hat recht, und wer lügt in dieser Gemengelage? Wir wissen es nicht. Fakt ist aber: Der Ölpreis steigt nicht. Wie gesagt. Er ist seit Tagen kräftig gefallen, und diese ganz frische CIA-Story scheint den jetzigen Schub im Ölpreis um +60 Cents auf 56,78 Dollar ausgelöst zu haben. Aber bei der Gemengelage rund um den Iran, dafür notiert der Ölpreis immer noch auf einem verdammt tiefen Niveau!

Wie geht es weiter?

Die britische Regierung ist aktuell geschwächt. Theresa May ist mehr als eine “lame duck”, da sie übermorgen ihr Amt wohl an Boris Johnson übergeben wird. Der allerdings könnte als erste Amtshandlung “Stärke” demonstrieren wollen, und so den Konflikt mit dem Iran weiter eskalieren lassen? Gut möglich! Gegen einen steigenden Ölpreis drückt momentan die über allem schwebende Angst vor der globalen Nachfrageschwäche nach Öl (Konjunkturflaute). Aussagen der EZB am Donnerstag bezüglich einer noch weicheren Geldpolitik könnten die Märkte (neuer Stimulus für die Konjunktur) wieder nach oben pushen, so auch den Ölpreis! (könnten, nicht müssen). Am Freitag wurde bekanntgegeben, dass sich die Zahl der aktiven Öl-Bohrlöcher in den USA im Wochenvergleich von 784 auf 779 verringert hat. Auch das ist aktuell ein Mini-Lichtblick für die Öl-Bullen.

Ölpumpe in China - Ölpreis bleibt "noch" schwächelnd
Symbolbild einer Ölpumpe in China. Foto: John Hill CC BY-SA 3.0

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Finanznews

USA: Auf dem Weg in eine chaotische Bananenrepublik? Marktgeflüster (Video)

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Sind die USA auf dem Weg in eine chaotische Bananenrepublik? Die schockierenden Bilder von den Ausschreitungen in zahlreichen amerikanischen Städten reißen nicht ab, viele dieser Städte haben nun den Ausnahmezustand verhängt – New York sogar bis Sonntag (was sogar die nicht unbedingt empathische Wall Street beeindruckt hat!). Damit schlittern die USA nach der Coronakrise gleich in die nächste Krise – ein bürgerkriegsähnlicher Zustand, der nicht so schnell aufhören dürfte. Im Stile einer Bananenrepublik agiert übrigens auch die US-Notenbank Fed in ihrem Verhältnis zur Finanz-Krake Blackrock. Keine Frage: die USA haben schon bessere Zeiten gesehen – der relative Abstieg von der Supermacht schlechthin zu einem zerissenen Land wird immer offensichtlicher. Gewinner des amerikanischen Abstiegs ist wohl China..

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Allgemein

EZB-Bilanz explodiert immer weiter – zu großer Hunger auf deutsche Papiere

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Die Zentrale der EZB in Frankfurt

Seit gestern liegt die EZB-Bilanz für den Stichtag 29. Mai vor. Am Ende dieses Artikels drucken wir die Übersicht der Aktiva ab, woraus auch die gigantischen Anleihekäufe der EZB ersichtlich sind. Die gesamte Bilanzsumme wuchs binnen einer Woche um 40,8 Milliarden auf 5,596 Billionen Euro! Noch im Februar waren es 4,7 Billionen Euro. Tja, das Geld für all die aufzukaufenden Staatsschulden und für die Kredite an die Banken muss irgendwo her kommen. Euros aus dem Nichts erschaffen, das bläht die Bilanzsumme auf! Die zu “geldpolitischen Zwecken gehaltene Wertpapiere” (Anleihekaufprogramme) haben jetzt ein Volumen von 3,019 Billionen Euro erreicht – ein Plus von 24 Milliarden Euro in nur sieben Tagen.

Die längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (Kredite an Banken) wuchsen um 18 Milliarden Euro im Vergleich zur Vorwoche. Die EZB-Bilanz macht nun 47 Prozent der Wirtschaftsleistung der Eurozone aus. Abgesehen von der Summe ist auch diese prozentuale Relation ein Rekord! Interessant ist auch, dass die EZB derzeit offenbar mehr deutsche Staatsanleihen aufkauft, als es nach dem Kapitalschlüssel angedacht wäre. Schon mal vorsichtshalber viele deutsche Papiere aufkaufen, bevor es der Bundesbank nach dem Urteil aus Karlsruhe endgültig verboten wird an den Anleihekäufen der EZB mitzuwirken? Im folgenden Chart sehen wir den Verlauf der EZB-Bilanz seit der Entstehung der Zentralbank.


source: tradingeconomics.com

EZB-Bilanz mit Stand 29. Mai

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Indizes

Dax: Wo bleibt der zweite große Crash? Blick auf die versteckten Probleme

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Der Dax hängt derzeit an der Marke von 12.000 Punkten. Es geht im großen Bild gesehen weiter bergauf. Es wirkt so, als blicke man stramm in die weit entfernte Zukunft nach der Coronakrise, ohne Massenunruhen in den USA, ohne Rezession etc. Es wird schon alles werden? Im Chart sehen wir den Dax-Verlauf seit November 2019. Am 20. Februar noch bei 13.800 Punkten, ging es im März brutal runter auf 8.200 Punkte. Bis jetzt haben wir mit 12.000 Punkten einen großen Teil der Verluste wieder aufgeholt. Das ist ein beeindruckender Turnaround. Aber ist er gerechtfertigt, vor allem aus fundamentaler Sicht? Dass die Wirtschaft jetzt gerade abstürzt, ist kein Geheimnis. Aber in einigen Monaten? Da preist der Dax ein, dass demnächst alles wieder halbwegs laufen wird.

Insolvenzen und vieles andere nur aufgeschoben

Man schaue bitte auf unseren Artikel vom 14. Mai an dieser Stelle. Hier nur in Kurzform. Bis zum 30. September 2020 ist offiziell für Unternehmen die Pflicht ausgesetzt eine Insolvenz anmelden zu müssen! Bis zum 30. Juni 2020 dürfen Vermieter das Mietverhältnis nicht kündigen, sofern die Mietschulden auf den Auswirkungen der COVID-19-Pandemie beruhen. Und es gibt Bundesländer, bei denen derzeit Zwangsvollstreckungen nicht durchgeführt werden. Und ja, auch die Banken sind erst einmal total entlastet. Bei Stundungen von Kreditraten, weil Schuldner wegen der Coronakrise nicht zahlen können, müssen die Banken erst einmal keine Abschreibungen vornehmen. Denn normalerweise müssten solch “wertlose” Vermögenswerte bilanziell als Verluste verbucht werden.

All das zusammengenommen bedeutet: Die Krise ist da, aber niemand sieht sie. Sie ist zeitlich nur aufgeschoben. Vor allem die Erlaubnis nicht Insolvenz anmelden zu müssen bis Ende September, das könnte ein wichtiges Datum sein. Ab  Oktober könnte die Krise und ihre Folgen öffentlich viel sichtbarer werden, wenn reihenweise Restaurants und vor allem gewerbliche Betriebe, aber auch Dienstleister dicht machen. Denn die Geschäftsführer müssen darauf achten, sich nicht wegen Insolvenzveschleppung strafbar zu machen. Aktuell tun sie das nicht, auch wenn die Betriebe längst pleite sind. Wird diese Frist vom Gesetzgeber verlängert, liegt die Deadline hierfür bei Ende September. Aber man könnte es auch anders sehen. Die großen Konzerne, die nun mal den Dax ausmachen, werden derzeit kräftig gefüttert mit Staatskohle (siehe Lufthansa), und die Deutsche Bank ebenfalls als Dax-Mitglied muss die derzeit gestundeten Kredite nicht als wertlos abschreiben. Auch andere Konzerne können derzeit gut weitermachen dank günstigen KfW-Krediten.

Dax sieht die Zukunft rosig?

Die Börse handelt die Zukunft, wie es viele Börsenkommentatoren immer so schön sagen. Und zum Beispiel ein Dauer-Optimist wie Heiko Thieme sprach im April von einer raschen Erholung im Dax. Wird es so kommen und wir sehen wieder die 13.800 Punkte vom 20. Februar? Wenn man an die Zukunft der deutschen Volkswirtschaft denkt, dann womöglich ja auch an die vorhin angesprochenen Faktoren – nämlich einen optisch verschobenen konjunkturellen Absturz, weil zum Beispiel die Zahl der Insolvenzen erst ab Oktober so richtig Fahrt aufnehmen dürfte. Müsste der deutsche Leitindex deswegen nicht eher pessimistisch Richtung Herbst oder Jahresende blicken?

Tja, man kann Argumente finden, warum der Dax jetzt steigt. Zum Beispiel schaut er in die Zukunft der deutschen Exportindustrie? Weltweit werden deutsche Exportgüter bald wieder öfter nachgefragt. China zum Beispiel ist wirtschaftlich wieder gut in Fahrt! Und weil der Dax nun mal stark exportlastig ist, juckt es den Index auch nicht, wenn die deutsche Binnenkonjunktur bald verstärkt schwächeln könnte, ohne Erholung in V- oder U-Form? Es gäbe auch noch ein weiteres Szenario. Es könnte sein, dass der Markt die aufgeschobenen und verdeckten Probleme einfach nicht sehen will, und nun ganz simpel an den Aufschwung nach dem Absturz glaubt. Fertig aus. Ach ja… und da bliebe noch die Angst der Börsianer, die in den letzten Wochen auf viel Cash saßen. Die Angst auf dem Weg nach oben nicht investiert zu sein, und somit fette Gewinne zu verpassen, dürfte verdammt groß sein und viele Anleger zurück in die Märkte treiben. Ist man nicht dabei bei der kräftigen Kurserholung, müsste man sich als Fondsmanager oder Vermögensverwalter gegenüber seiner Kundschaft rechtfertigen.

Dax auf CFD-Basis seit November 2019

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