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Märkte

Ölpreis-Turnaround? Achtung, Saudis und Russen im Fokus

Claudio Kummerfeld

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am

Ist das die Wende im Ölpreis? Geht es jetzt weiter nach oben? Aber erst einmal kurz ein Blick zurück. Was was passiert? Am Mittwoch wurden die US-Lagerbestände für Rohöl deutlich voller gemeldet als gedacht. Daraufhin fiel der Ölpreis (WTI) um gut 2 Dollar auf 50,60 Dollar im Tief. Von Mittwoch Abend bis gestern Abend pendelte er dann in der Region um die 51,50 Dollar.

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Signale aus Russland

Noch gestern waren tiefere Preise im Gespräch (hier mehr Detailinfos). Aber gestern Abend dann gab es  einen plötzlichen Sprung im WTI-Ölpreis von 51,80 auf 53 Dollar. Seit gestern läuft das St. Petersburg International Economic Forum. Dort geht es natürlich auch um das liebe Öl. Präsident Putin, sein Energieminister Novak und viele andere wichtige Personen der Ölindustrie sind bei diesem Event regelmäßig anwesend. Schon gestern, aber noch mehr am heutigen Freitag gibt es aus Russland daher Aussagen zum Ölmarkt.

Die Signale sind unterschiedlich. Da wäre zum Beispiel die weltweit wichtigste Person im Ölgeschäft, der saudische Öl-Minister Klahid Al-Falih. Er sagte laut Berichten heute, dass 60 Dollar im Ölpreis (damit meint er das aktuelle Brent-Niveau) zu wenig seien um Investments in der Industrie anzuregen (neue Quellen erschließen etc). Auch sagte er, dass Saudi-Arabien die Produktion nicht hochfahren wolle um einen niedrigeren Preis zu erhlten. Eine Rückkehr zum Preisumfeld aus den Jahren 2014 und 2015 sei einfach inakzeptabel.

Al-Falih versucht mit seinen aktuellen Aussagen auch eine Art Gemeinsamkeit mit Russland darzustellen, zumindest für die Außendarstellung. Die Lage scheint relativ klar zu sein. Die Saudis wollen (das zeigen auch ihre Aussagen der letzten Tage) die aktuelle Fördermengenkürzung, die noch bis Ende Juni läuft, wohl für den Rest des Jahres verlängern zu wollen. Der Ölpreis reagierte heute auf die saudischen Aussagen. Aber nur ganz mau. WTI-Öl stieg kurz von 53,20 auf 53,80 Dollar, und notiert jetzt schon wieder bei 53,24 Dollar.

Denn der russische Energieminister Novak sagte inzwischen laut aktuellen Meldungen, dass Russland nach Beendigung der gemeinsamen Kürzungen (OPEC + Russland) wohl seine Fördermenge erhöhen werde. Tja, und so wurde der kleine Saudi-Anstieg im Ölpreis gleich wieder zerstört.

Schaut man sich auch die aktuellen Äußerungen von Wladimir Putin an, dann darf man vermuten, dass Saudis und Russen sich wie bisher auch dieses Mal irgendwie einigen werden. Natürlich wollen beide Seiten höhere Preis, aber die Golfstaaten brauchen viel dringender weiter steigende Preise als die Russen. Denn ihre Staatshaushalte leben de facto nur vom Öl.

Ölpreis WTI seit 28. Mai

Turnaround im Ölpreis?

Aktuell wirkt der Ölmarkt relativ mutlos in der Aufwärtsrichtung. Aber ist das aktuell vielleicht doch schon der Beginn eines Turnaround im Ölpreis? Puhhh, da braucht man viel Optimismus um das aus dem Chart herauslesen zu können, so meinen wir. Vielleicht kommen heute und morgen noch weitere Aussagen aus St. Petersburg? Wir möchten aber nochmal an unsere gestrigen Aussagen erinnern. Seit gut 10 Tagen hat der Ölmarkt die saudischen Aussagen fast komplett ignoriert, weil Handelskrieg und Lagerbestände vordergründig wichtiger waren.

Wir finden ja auch, dass die saudischen Aussagen eigentlich viel wichtiger sind, aber zuletzt interessierte sich der Markt eben kaum dafür. Sind potenziell bullische Aussagen aus St. Petersburg Montag schon wieder Geschichte, und der Markt denkt wieder an fallende Kurse? Der Chart zeigt in diesem (!) bestimmten Augenblick keine klare Richtung. Auf jeden Fall sollte man jetzt nicht blind an einen Turnaround glauben, nur weil es gestern Abend diesen Uptick gegeben hat. Der Chart zeigt es ganz gut. In den letzten Tagen bewegten die Lagerbestände in den USA den Ölpreis deutlich stärker als aktuelle Aussagen von Russen und Saudis. Wie immer möchten wir zum Abschluss sagen: Der Ölmakt ist unberechenbar. Bilden Sie sich bitte ihre eigene Meinung!

Aktuelle Konferenz in St. Petersburg - Hilfe für den Ölpreis?
St. Petersburg. Foto: Teddy fox78 CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    7. Juni 2019 15:27 at 15:27

    Wie ich schon sagte, ich erwarte auf kurze Distanz erst noch mal höhere Kurse, um dann auf etwas längere Sicht sogar noch mal unter die 50$ zu fallen.

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Finanznews

Aktienmärkte: Tech-Aktien wieder schwach – Zufall? Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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am

Auch heute sind es wieder die relativ schwachen Tech-Aktien, die die amerikanischen Aktienmärkte belasten. Ist das Zufall? Oder vielmehr eine Folge der Ent-Hebelung, die nun am großen Verfallstag seine Fortsetzung findet? Die große Frage ist und bleibt: wieviel der Ent-Hebelung hat bereits stattgefunden? Die Optionen auf US-Aktien verfallen heute um 22Uhr – die Folgewirkungen des Verfalls könnten dann aber vor allem Anfang nächster Woche auf die Aktienmärkte wirken. So oder so: value-Aktien laufen gegenüber growth-Aktien so gut wie seit dem Jahr 2001 nicht mehr – die Rotation raus aus den Tech-Werten geht also weiter. Derzeit viel stärker – auch das wohl kein Zufall – ist im Vergleich zum Nasdaq der Dax..

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Aktien

Coronakrise: Für die Verlierer folgt wohl der zweite wirtschaftliche Abschwung

Redaktion

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Lufthansa mit massiven Problemen in der Coronakrise

Zum Ausbruch der Coronakrise gab es zunächst massive Staatshilfe über Kurzarbeit, Zuschüsse, Milliardenkredite und sogar Unternehmensbeteiligungen durch den Staat. Die Lage schien sich zu stabilisieren. Mit der deutschen Volkswirtschaft geht es wieder bergauf. Und wenn man sich die Headlinezahlen der Statistiker betrachtet, wirkt die Lage auch gar nicht mehr so schlimm. Aber die Verlierer-Branchen, die ab März fast komplett den Bach runtergingen, die erleben derzeit womöglich den zweiten Abschwung.

Wenn dem wirklich so ist, wäre es für Börsianer ratsam die Finger von Aktien dieser Branchen zu lassen. Denn es ist natürlich zunächst verführerisch. Was im Zuge der Coronakrise stark gefallen ist, scheint jetzt vom reinen Aktienkurs her optisch günstig zu sein. Aber kommt eine weitere kräftige Abwärtswelle bei den Aktienkursen der betroffenen Konzerne, wenn den Börsianern klar wird, dass die Coronakrise auf ganz spezielle Branchen noch viel länger sehr drastische Auswirkungen haben wird?

Lufthansa in der Coronakrise weiter im Abschwung

Da wäre zum Beispiel die Lufthansa als Paradebeispiel in Deutschland zu nennen. Zum Ausbruch der Coronakrise sanken die Passagierzahlen auf Null. Nun denkt man, dass sich die Fluggastzahlen zusammen mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung auch steigern werden. Aber die Lage ist wohl schwieriger. Erstmal hilft da der gesunde Menschenverstand. Wie viele potenzielle Urlauber bleiben bitte schön solange den Flughäfen fern, bis die Maskenpflicht entfällt? Denn stundenlang als erholungssuchender Tourist im Flieger, am Flughafen, im Hotel, und an der Strandpromenade mit Maske rumzulaufen – darauf haben viele Menschen einfach keine Lust, denn das ist einfach kein richtiger Urlaub!

Nach den bisherigen massiven Einschnitten der letzten Monate sieht es bei der Lufthansa (wie bei anderen Airlines auch) nach einer erneuten Runde von Einschnitten aus. Dies lässt vermuten, dass sich die Flugzahlen eben nicht so erholen, wie man es sich erhofft hatte. Laut aktuellen Berichten soll Anfang nächster Woche bekanntgegeben werden, wie viele zusätzliche Jobs und Maschinen bei der Lufthansa gestrichen werden. Denn die Airlines leider derzeit auch darunter, dass sich die Einreisebeschränkungen einzelner Länder schnell ändern, und der potenzielle Reisende dann fernbleibt. Auch hier kann man denken aus „kaltherziger“ Börsianer-Sicht: Gut, dann warte ich die nächste Kürzungsrunde und weiter fallende Aktienkurse noch ab, und kaufe dann günstig ein.

Aber das sage mal jemand den Aktionären der Telekom, die damals in ein immer weiter fallendes Messer griffen nach dem Motto „jetzt gibts die Aktie aber günstig zu kaufen“. Natürlich ist das alles Ansichtssache. Es kann natürlich auch sein, dass ab einem gewissen Kursniveau wirklich eine Bodenbildung eintritt. Aber man sollte als Börsianer nicht all zu euphorisch agieren, nur weil der Aktienkurs optisch günstig zu sein scheint. Im folgenden Chart sehen wir in den letzten 12 Monaten in blau den Verlauf des Dax gegen die deutlich schlechter laufende Lufthansa-Aktie (beides auf CFD-Basis).

Chart zeigt Kursverlauf von Lufthansa gegen Dax

US-Airlines und Hotels

Auch in den USA geht der Abbau bei den Verlierern weiter. Nachdem die Airlines nach dem Ausbruch der Coronakrise bereits üppig vom US-Steuerzahler bedacht wurden, scheint das Geld wohl auszugehen. Nach ganz aktuellen Berichten sind die Chefs der großen US-Airlines im Weißen Haus vorstellig geworden. Das Motto lautete: Gebt erneut Staatshilfe, oder wir müssen Massenentlassungen durchführen. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass es Delta, United und Co sehr schlecht geht.

Wie jüngste Berichte zeigen, und was natürlich mehr als verständlich ist: Das Spieler-Paradies Las Vegas wurde von der Coronakrise übel getroffen, aber gleich doppelt und dreifach. Da lohnt es sich einen Blick zu werfen auf die Las Vegas Sands Corp, einen Hotel- und Casino-Betreiber mit Schwerpunkten in Las Vegas, Macau und Singapur. Die Aktie notierte vor dem Beginn der Coronakrise im Februar bei 71 Dollar, jetzt bei 49 Dollar. Im folgenden Chart, der 12 Monate zurückreicht, haben wir die Kursverläufe der Hotelkette und von United Airlines übereinander gelegt. Frage: Greift man hier in ein fallendes Messer, wenn man jetzt kauft? Oder stehen die Aktien vor einem langen, langweiligen Seitwärtstrend?

Chart zeigt United Airlines und Las Vegas Sands

Nicht in das fallende Messer greifen?

Der Spruch ist einer der absoluten Börsianer-Klassiker. Man soll nicht in das fallende Messer greifen. Damit ist gemeint, dass man in einem Absturz, bei dem der Boden noch nicht erkennbar ist, nicht kaufen sollte. Natürlich sollte man auch später nie krampfhaft versuchen den absoluten Tiefpunkt für seine Einstiege an der Börse zu finden. Aber derzeit scheint es bei Aktien von Hotels und Airlines so zu sein, dass die Corona-Misere weitergeht, während sich der größte Teil der sonstigen Volkswirtschaft damit beschäftigt die alten Niveaus zu erreichen. Also, Vorsichti ist geboten bei den Problembranchen. Es sieht nicht nach einer raschen Erholung aus! Gestern berichteten wir bereits über die große Entlassungswelle bei deutschen Autozulieferern (hier finden Sie den Artikel). Auch hier sollte man bei Neueinstiegen in die entsprechenden Aktien überlegen, ob nun das Tief wirklich erreicht wird, oder ob die Misere noch einige Zeit anhalten wird, was auch die Aktienkurse weiter belasten könnte.

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Rüdiger Born

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Soll man so kurz vor dem Wochenende noch neue Positionen aufbauen? Dazu will ich mich im folgenden Video äußern in Sachen Indizes, Gold und Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

„Kaffeesatzleserei“, „Hokuspokus“, „alles Zufall“… viele Akteure an den Finanzmärkten haben eine völlig falsche Vorstellung von der Charttechnik und verzweifeln, sollte es gute technische Argumente für beide Richtungen geben. Das Problem: es wird nicht unterschieden zwischen Analysten, die eine Meinung vertreten und Händlern, die den Markt handeln. Wie ein Händler zu sinnvollen Entscheidungen kommt, zeigt der folgende Beitrag am Beispiel des Gold-Charts.

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