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Marktblick und Ausblick Ölpreis und Dollar im Auftrieb – und Aktien? Iran-Krieg steht an

Ölpreis und US-Dollar steigen derzeit kräftig an. Ein wichtiger Faktor ist der anstehende Iran-Krieg. Der Aktienmarkt ist unschlüssig.

Börsenkurse
Grafik: Thinkhubstudio-Freepik.com

Ölpreis und US-Dollar steigen gerade parallel an. Ein seltenes Phänomen. Im Chart sehen wir den Verlauf seit dem 6. Februar: In blau steigt der Dollar-Index vor allem seit Anfang dieser Woche spürbar an von 96,60 bis auf aktuell 97,71 Indexpunkte. In orange sehen wir, dass amerikanisches WTI-Öl seit gestern Mittag ansteigt von 62,40 Dollar auf 66,17 Dollar.

Kursauftrieb bei Ölpreis und Dollar

Iran-Krieg steht kurz bevor – Öl steigt

Beim Ölpreis ist es relativ eindeutig: Ein Preisauftrieb von gut 4 Dollar binnen etwas mehr als 24 Stunden ist eine kräftige Bewegung. Wie bereits in den letzten Tagen berichtet, sehen wir, dass die USA immer mehr Streitkräfte in den Nahen Osten verlagern, und die Drohgebärden zwischen den USA und dem Iran zunehmen. Ein US-Angriff wird immer wahrscheinlicher. Mit dem steigenden Ölpreis preisen die Händler ein, dass der Iran womöglich die Straße von Hormus sperren könnte. Die Folge wäre: Deutlich weniger Rohöl aus mehreren Golfstaaten für den Weltmarkt, Verknappung bedeutet steigende Preise.

Dollar-Auftrieb

Beim Dollar kann man sagen: Jüngst nimmt die Neigung der Börsianer, an mehr als zwei Zinssenkungen der Federal Reserve in 2026 zu glauben, wieder etwas ab. Dazu kommt noch der allgemeine Umstand, dass in Krisenzeiten der weltweit größte Fluchthafen namens US-Dollar gerne gesucht wird, erst recht wenn Krieg ausbricht. Und in Sachen Iran droht wohl eher ein richtiger Krieg, im Vergleich zu der winzigen Militäroperation in Venezuela Anfang des Jahres.

Aktienmarkt unklar

Und was macht der Aktienmarkt? Seit mehreren Tagen sehen wir Anstiege, und dann wieder Rückfälle, gefolgt von neuen Anstiegen. Eine klare Richtung ist nicht erkennbar. KI-Angst wechselt sich ab mit KI-Euphorie. Vielleicht können die Quartalszahlen von Nvidia einen neuen großen Impuls liefern? Diese Daten stehen aber erst für nächste Woche an. Für Aktienhändler könnte wichtig werden: Morgen um 14:30 Uhr werden in den USA Daten für Bruttoinlandsprodukt und PCE-Preise gemeldet, und in Deutschland um 9:30 Uhr die Einkaufsmanagerdaten. Dies können marktbeeinflussende Meldungen sein. Und die Iran-Krise, was würde sie bedeuten für die Aktienmärkte? Die Erfahrung lehrt: Politische Börsen haben kurze Beine, und erst recht bei geopolitischen Krisen und Kriegen im Nahen Osten. Vielleicht ein kurzes Zucken, aber schnell dürften sich die Aktienanleger wieder anderen Themen zuwenden. Negativ könnten Aktien einen Iran-Krieg wohl nur dann auffassen, wenn der Ölpreis längere Zeit auf deutlich höheren Preisniveaus bleibt.

Risikohinweis: Der Handel mit Wertpapieren und Finanzinstrumenten kann Ihr Kapital erheblichen Risiken aussetzen, unter Umständen auch über das eingesetzte Kapital hinaus. Trading ist nicht für jeden geeignet. Vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Performance. Die hier gezeigten Analysen stellen keine Anlageberatung dar und sind daher auch keine Empfehlung zum Kauf bzw. zum Verkauf eines Wertpapiers, eines Terminkontraktes oder eines sonstigen Finanzinstrumentes. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können ein individuelles Beratungsgespräch nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.



Claudio Kummerfeld
Über den RedakteurClaudio Kummerfeld
Claudio Kummerfeld verfügt über langjährige Kapitalmarkterfahrung. Er berichtet als Finanzjournalist über aktuelle Marktereignisse. Dazu kommentiert er politische und wirtschaftliche Themen.
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3 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Also wenn man überlegt …was früher bei Nahost- Kriegen ….an den Märkten los war …so verhalten sich die Anleger jetzt äußerst besonnen…

    1991 erster Irakkrieg…Dax unter 1500…2003 zweiter Irakkrieg…Dax unter 2500….jetzt über 25 000…

    Krieg…?

    Wenn juckt es…?

  2. Einen Krieg mit Iran nehmen die Märkte wohl nicht so richtig ernst. Vielleicht wegen eines David/Goliath Effekts? Aber bei David sollte der Goliath vorsichtig sein, man weiß da nie. Zumindest sollte er die Bibel kennen.

  3. In Sachen Ölpreis spricht momentan zumindest einiges für das Finanzprodukt Rohstoffsicherungsgeschäft für die Erdölabnehmer.

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