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Ölpreis unter Druck – aber Aktienmarkt macht Hoffnung?

Öl-Pumpe

Vom 30. Juli bis Anfang dieser Woche war der Ölpreis deutlich gefallen um gut 9 Dollar. Seitdem kann sich WTI-Öl wieder um gut 4 Dollar erholen. Ist das schon die Wende? Noch ist Druck gegen Öl vorhanden. Der steigende US-Dollar, der grundsätzlich gegen Öl drückt, war zwar gestern wieder leicht zurückgekommen, aber bleibt auf erhöhtem Niveau.

US-Regierung sorgt für Druck gegen Ölpreis

Wichtig war gestern die Meldung, dass die US-Regierung die OPEC dazu auffordert mehr Öl zu fördern. Es gehe darum genug Öl anzubieten, um auf dem Weltmarkt ein Gleichgewicht zur erhöhten Nachfrage herzustellen. Übersetzt in klare Worte: Joe Biden will niedrigere Benzinpreise an den Tankstellen haben, damit seine Wähler glücklicher sind. Das war unter Donald Trump nicht anders. Gestern sank der Ölpreis kurzzeitig nach der US-Forderung an die OPEC – aber das war nur ein kurzzeitiger Effekt, der inzwischen wieder vom Markt absorbiert wurde mit aktuell 69,17 Dollar.

Joe Biden legt Stärke der OPEC offen

Interessant sind die vor wenigen Minuten veröffentlichten Kommentare der Rohstoffexperten der Commerzbank. Auch sie erwähnen die gestrige Aufforderung der USA in Richtung OPEC. Die US-Forderung nach einer höheren OPEC+-Produktion sei gleich in zweifacher Hinsicht aufschlussreich. So zeige sie, dass allein die OPEC+ aktuell über die Fähigkeit verfüge das Ölangebot signifikant auszuweiten, sie also die Marktmacht innehat. Gleichzeitig werde dank der Biden-Aufforderung deutlich, dass die US-Schieferölproduzenten ihre vorherige Rolle als „Swing Producer“ verloren hätten, also nicht mehr darüber bestimmen, wer den letzten benötigten Barrel bekommt.

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Denn ansonsten hätte die US-Regierung laut Meinung der Commerzbank auch die eigenen Ölproduzenten auffordern können, die Ölproduktion auszuweiten. Ob die OPEC+ dem Ansinnen der USA nachkommt, bleibe aber abzuwarten. „Unseres Erachtens sind die angekündigten Produktionserhöhungen ausreichend, um den Ölmarkt weitgehend im Gleichgewicht zu halten. Zudem bleibt abzuwarten, ob die Ausbreitung der Delta-Variante nicht doch die Nachfrage noch stärker beeinträchtigt“, so die Commerzbank.

IEA senkt Aussicht für Nachfrageseite für Öl

Vor wenigen Minuten gab es auch neueste Aussagen der Internationalen Energie-Agentur (IEA). Laut Berichten senkt die IEA ihren Ausblick für die Öl-Nachfrage für das zweite Halbjahr 2021 um 500.000 Barrels pro Tag. Das ist nicht gerade wenig. Man kann es sich denken – die Delta-Variante des Coronavirus beeinträchtigt die Reisetätigkeit, den Konsum und die wirtschaftliche Erholung immer mehr, folglich gibt es wohl auch weniger Nachfrage nach Öl, worunter der Ölpreis leiden könnte.

Hoffnung vom Aktienmarkt?

Aber gibt es Hoffnung vom Aktienmarkt? Oft sieht man, wie Aktienkurse und der Ölpreis parallel verlaufen. Denn wo gute Konjunkturaussichten Aktienkurse pushen, da deutet eine bessere Konjunktur auch auf mehr Öl-Nachfrage hin. Im folgenden Chart, der bis zum 15. Juli zurückreicht, sehen wir den Ölpreis in rot-grün, im Vergleich dazu den S&P 500 Index in blau. Man sieht die perfekte Korrelation bis Anfang August. Seitdem entwickelt sich der Ölpreis deutlich schlechter als der Aktienmarkt. Könnte der Optimismus der Aktien-Anleger die Öl-Anleger bald umstimmen, und sie schließen nach oben auf? Oder ist der schwächelnde Ölmarkt ein Indikator für eine bevorstehende Korrektur am Aktienmarkt?

Chart zeigt den Kursverlauf von Ölpreis gegen S&P 500 seit dem 15. Juli
Chart zeigt in rot-grün den Ölpreis seit dem 15. Juli gegen den S&P 500 Index in blau.



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