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Märkte

Ölpreis vor weiterem Rutsch? Aktuelle Gründe!

Claudio Kummerfeld

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am

Der Ölpreis war in den letzten Tagen schon kräftig unter Beschuss. Gestern hatten wir das Chaos schon ausführlich angesprochen. Ganz vereinfacht und verkürzt kann man sagen, dass der Ölpreis diese Woche bisher schwächelte, weil viele Beobachter doch enttäuscht waren, dass die OPEC am Montag die Fördermengenkürzung nicht im Volumen erhöht hat, sondern nur den Zeitrahmen verlängert hat (von Juli 2019 bis März 2020). Und die Lagerbestände für Rohöl in den USA fielen vorgestern nicht so stark wie erwartet!

Ölpreis kurz vor jüngster Unterstützung

Im folgenden Chart sieht man den WTI-Ölpreis seit dem 24. Juni. Nach dem Absturz von über 60 auf 56 Dollar trat zuletzt eine Beruhigung ein, und kurz über 56 Dollar hat sich eine kleine Unterstützung im Chart gebildet (blaue Linie). Aber es ist nur eine kleine, zarte Unterstützung, die schnell nach unten durchbrochen werden kann. Jetzt ist der Markt 30 Cents von dieser Marke entfernt!

Ölpreis WTI seit 24. Juni

Gründe für möglichen weiteren Absturz

Der Ölpreis könnte noch heute womöglich (kein Muss!) weiter abstürzen, zügig unter die 56 Dollar-Marke. Tut er das, läge für auf Charts fokussierte Trader der nächste Support bei ca 51 Dollar, dem vorigen Tief aus Anfang Juni  (blaue Linie im folgenden Chart). Was könnte der Auslöser für einen möglichen heutigen Absturz sein? Nun, beim extrem wichtigen US-Sender CNBC wurde gestern darauf verwiesen, dass die Exporte in Venezuela sich im Juni eventuell gesteigert haben, was natürlich mehr Angebot auf den Weltmarkt bringen würde! Wichtiger aber sei der Umstand, dass US-Raffinerien aktuell 2% weniger Öl raffiniert hätten als vor genau einem Jahr. Dies deute auf eine Schwäche bei der Nachfrage hin!


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Und jetzt kommen wir von FMW noch dazu, und setzen ganz aktuell einen oben drauf! Die US-Terminhändler haben in Sachen globale Konjunkturschwäche in den letzten Monaten auch verstärkt ein Auge auf Europa geworfen. Werden die Amerikaner, die keinen Brückentag machen und heute Mittag deutscher Zeit so langsam ans Desk kommen, Short gehen und den Ölpreis runterdrücken? Denn ihnen dürfte kaum entgehen, was in der größten Volkswirtschaft Europas heute für Grusel-Daten veröffentlicht wurden (wir berichteten vorhin). Auftragseingänge -8,6%…. aber gut, man muss es ja immer wieder betonen. Dieser Absturz kann heute noch kommen, es kann aber auch nichts passieren. Der Ölmarkt ist und bleibt unberechenbar. Bilden Sie sich ihre eigene Meinung!

Ölpreis WTI seit Oktober 2018

Beispielbild Ölpumpe in China - Ölpreis vor weiterem Absturz?
Symbolbild einer Ölpumpe in China. Foto: John Hill CC BY-SA 3.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Gixxer

    5. Juli 2019 13:34 at 13:34

    Ich bleibe bei meiner schon oft getätigten Aussage, dass es unter die 50$ gehen wird.
    Erst danach sehe ich wieder Chancen für eine Erholung. Ich hoffe nur, dass der Anstieg dann, falls er kommt, nicht auf einen Krieg USA/Iran zurückzuführen ist.

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Indizes

Rüdiger Born: Bullenmarkt in Frage gestellt

Rüdiger Born

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am

Der Bullenmarkt für Aktien ist erst einmal in Frage gestellt. Dies schaue ich mir im Video am Dow-Chart genauer an. Auch blicke ich auf eine mögliche Idee bei Gold.

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Konjunkturdaten

Aktuell: Öl-Lagerbestände -0,8 Mio Barrels (jetzt 488,7 Mio)

Claudio Kummerfeld

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am

Die wöchentlich vermeldeten Öl-Lagerbestände in den USA (Rohöl) wurden soeben mit 488,7 Mio Barrels veröffentlicht. Dies ist im Vergleich zur Vorwoche ein Minus von 0,8 Mio Barrels, wobei die Erwartungen zur Vorwoche bei +0,1 lagen.

Die Benzinbestände wurden im Vergleich zur Vorwoche mit +2,2 Millionen Barrels veröffentlicht. Die Erwartungen gegenüber der Vorwoche lagen bei +0,6 Millionen Barrels.

Die Dienstag Abend um 22:35 Uhr veröffentlichten API-Lagerbestände wurden mit +3,8 Mio Barrels beim Rohöl gemeldet (unverändert erwartet).

Der Ölpreis (WTI) reagiert in den ersten Augenblicken nach Verkündung unverändert bei 45,24 Dollar.


source: tradingeconomics.com

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Devisen

Schweizer Franken: Warum die Aufwertung erst einmal unterbrochen ist

Claudio Kummerfeld

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am

Eine Franken-Münze

Der Schweizer Franken soll doch bitte nach Möglichkeit schön abwerten. So lautet jedenfalls seit Jahren die Hoffnung und das Drängen der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Denn je höher der Franken notiert, desto teurer werden Schweizer Produkte im Ausland, und desto teurer wird der Urlaub für Ausländer in der Schweiz. Beides ist natürlich Gift für die schweizerische Volkswirtschaft. Und so versucht die SNB seit Jahren mit gigantischen Summen an selbst gedruckten Schweizer Franken etwas zu tun. Sie verkauft diese Franken und kauft dafür vor allem den Euro, aber auch den US-Dollar.

So will die SNB die Aufwertung des Schweizer Franken verhindern. Aber der Devisenmarkt war mit Blick auf die letzten Jahre stärker als die SNB, und der Franken blieb zu stark. So druckte die SNB immer weiter. Dann kam die Coronakrise. Und die Welt suchte unter anderem ihr Heil in der Flucht in die schweizerische Währung, die als einer der letzten sicheren Fluchthäfen gilt. Laut jüngsten Meldungen hat die SNB geäußert, dass sie alleine im ersten Halbjahr 2020 eine Summe von 90 Milliarden Schweizer Franken einsetzte um die Aufwertung zu bremsen.

Schweizer Franken als Spielball der Coronakrise

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken in den letzten zwölf Monaten. Man sieht bis Mai den fallenden Euro (von 1,08 bis 1,05), also eine klare Franken-Aufwertung. Dies zeigte in der schlimmsten Corona-Krisenzeit den Drang der Märkte in Richtung Schweiz. In den Monaten danach folgte der Rückgang der Corona-Infektionszahlen, und der Euro konnte sich wieder erholen – der Franken wertete wieder ab auf Niveaus um die 1,08. Aber im Oktober sieht man im Chart den Rückgang im EURCHF, korrespondierend mit dem Aufkommen der zweiten Corona-Welle.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende 2019

Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit dem 27. Oktober. Nicht zu übersehen ist der EURCHF-Anstieg am 9. November von 1,07 auf 1,0820. An diesem Tag gab es die erste richtige Corona-Impfstoff-Meldung von Biontech und Pfizer. Die Aktienmärkte und der Ölpreis stiegen kräftig, in Hoffnung auf eine deutlich schnellere Konjunkturerholung. Der Goldpreis (sicherer Hafen) fiel drastisch um mehr als 100 Dollar, und auch der Schweizer Franken als sicherer Hafen in Krisenzeiten reagierte genau an diesem Tag mit einer Abwertung. Sie hält (wie der Chart zeigt) bis heute an. Fürs Erste scheinen die seit drei Wochen anhaltenden guten Impfstoff-Meldungen sowie die nun doch geregelte Amtsübergabe zwischen Donald Trump und Joe Biden die Anleger weltweit dazu zu bringen, mehr Risiko eingehen zu wollen (Risk On-Szenario). Das schwächt erst einmal die Save-Haven-Assets wie Gold und Schweizer Franken. Die SNB dürfte fürs Erste ein wenig aufatmen.

Chart zeigt Kursverlauf von Euro vs Schweizer Franken seit Ende Oktober

Nie den Drang hin zum Fränkli unterschätzen

Das größere Bild zeigt, dass der Schweizer Franken seit dem Jahr 2018 in einem klaren Aufwertungstrend liegt (EURCHF damals noch bei 1,20). Dieser Trend wurde erst ab Juni diesen Jahres gebremst. Es kann jetzt zu einer weiteren Franken-Abwertung kommen im Zuge der Impfstoff-Verteilung in den nächsten Monaten. Aber den globalen Drang hin zum Fränkli, den sollte man langfristig im großen Bild gesehen nicht unterschätzen.

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