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Ölpreis: Vorbote für Rezession?

Der IWF sieht es positiv: der fallende Ölpreis sei gut für die Weltwirtschaft, so lautet das Credo der IWF-Chefin Lagarde. Aber ist das so? Oder kündigt der kollabierende Preis für das schwarze Gold konjunkturelles Unheil an?

Verleicht man die Entwicklung zwischen dem Ölpreis und dem wichtigsten Aktienindex der Welt, dem S&P500, hat sich in der Vergangenheit meist ein recht paralles Muster ergeben. Das macht insofern Sinn, als ein steigender Ölpreis signalisierte, dass die Welt Öl nachfragt, und viel Nachfrage heisst gute Konjunktur. Nun aber driftet diese Entwicklung der letzten Jahre stark auseinander:

Öl und S&P
(Chart von Streettalklive.com)

Der Ölpreis jedenflls hat seinen längerfristigen Aufwärtstrend gebrochen – sogar Kurse um 30 Dollar (also das Paniktief in der Finanzkrise) sind nun nicht mehr ganz unrealistisch:

Öl Langfristtrend

Fallende Ölpreise jedoch verstärken den ohnehin deflationären Trend noch weiter. Sie signalisieren als Frühindikator einen Einbruch der Nachfrage – auch wenn der Ölpreiskollaps zunächst einmal die Folge des durch den Aufstieg der amerikanischen Shale-Industrie erzeugten Überangebots zu sein scheint. Ohne esoterisch zu werden: der fallende Ölpreis ist wahrscheinlich eine Botschaft, die uns mindestens ebensoviel über das Angebot wie über die Nachfrage nach Öl erzählt. Nur ist die Nachfrage-Seite der Botschaft noch nicht in den Köpfen angekommen..



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