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Ölpreis: wo ist jetzt nur die Perspektive?

Schon gefühlt wieder sehr lange her, dass der Ölpreis (WTI) über der 50er-Marke handelte. Und bald könnte es noch deutlich tiefer gehen..

FMW-Redaktion

Schon gefühlt wieder sehr lange her, dass der Ölpreis (WTI) über der 50er-Marke handelte. Seitdem der Brexit die Märkte verunsichert und damit die Risikobereitschaft senkt, ist das schwarze Gold nach einer kurzen After-Brexit-Rally (überwiegend ausgelöst duch Short-Covering, im Einklang mit den Aktienmärkten) wieder im Sinkflug. Da ist einerseits der starke Dollar, da sind andererseits aber auch fundamentale Gründe, die Öl unter Druck bringen.

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Gestern verlor WTI 5% und damit so viel wie seit dem September des Vorjahres nicht mehr. Und das liegt auch daran, dass mit dem vorherigen Post-Brexit-Anstieg viele Short-Positionen aus dem Markt gekegelt worden sind. Aber die Meute der Hedgefonds ist auf den erhöhten Niveaus short gegangen – die Short-Quote im WTI-Öl ist so hoch wie seit drei Monaten nicht mehr (siehe dazu „Investoren: raus aus dem Dollar, rein in Silber und Gold“), gleichwohl beträgt das Verhältnis Long zu Short immer noch fast 3:1. Es gibt also jede Menge Potential für einen weiteren Abverkauf, wenn die Long-Positionen bei fallenden Kursen weiter unter Druck kommen würden.

Und Öl tritt nun so langsam in eine saisonal ungünstige Phase ein: die amerikanische driving season überschreitet gerade ihen Höhepunkt nach dem Unabhängigkeitstag. Und die Lager für Benzin in den USA sind extrem voll derzeit, besonders an der Ostküste der USA. Und weil die Preisdifferenz zwischen Öl und Benzin stark gesunken ist, sind die Gewinnmargen für die Raffinerien derzeit extrem schlecht. Der Öl-Markt achtet also sehr genau auf Benzin derzeit – daher dürfte der wegen des Feiertags am Montag auf den Donnerstag verschobene Ölmarkt-Bericht besonders auf die Benzin-Lagerbestände abgeklopft werden (Prognose ist ein Rückgang der Benzin-Bestände von knapp einer Millionen Barrel).

Neben den fundamentalen Gegebenheiten aber hängt der Ölpreis nach wie vor an der Frage, wie es um die Risikobereitschaft der Märkte bestellt ist. Werden Rezessions-Szenarien eingepreist, wird das den Ölpreis weiter nach unten bringen. Sieht man sich den Langrist-Chart an, ist nach oben ohnehin noch nicht wirklich viel passiert – es „riecht“ nach einem weiteren down-move:

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(WTI Continous-Future)



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1 Kommentar

  1. Der von mir sehr geschätzte Chris Kimble hat dazu in seinem Blog einen interessanten Chart gepostet, http://blog.kimblechartingsolutions.com/2016/07/crude-oil-stocks-continue-look-alike-patterns-at-resistance/

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