Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis zeigt Stärke! Saudis sind es leid, Putin im Fokus , Montag Meeting!

Avatar

Veröffentlicht

am

Beispielbild einer Öl-Pumpe

Der Ölpreis zeigt heute Stärke! Oft ist es so, dass nach starken Anstiegen, die auf wackligen Füßen stehen, Stunden später oder am Folgetag ein Kurseinbruch erfolgt. Aber schaut man auf den folgenden Chart (Kursverlauf seit Anfang der Woche), dann kann sich der Ölpreis nach dem gigantischen Anstieg von gestern gut halten! Von 21,90 Dollar stieg WTI-Öl gestern schnell auf bis zu 27,27 Dollar in der Spitze. Aber das war nur ein ganz kurzer schneller Ausschlag. Wichtiger waren die Stunden danach und die Entwicklung über Nacht! Das erhöhte Niveau konnte gehalten werden. Das ist ein wichtiges Signal. Mit aktuell glatt 25 Dollar notiert der Markt noch 14,15 Prozent höher als gestern Nachmittag.

Trump-Tweet pushte den Ölpreis

Gestern berichteten wir über den Auslöser für diesen Mega-Push im Ölpreis. Donald Trump twitterte, dass er mit den Saudis gesprochen habe, die wiederum mit den Russen gesprochen hätten. Nun erwarte er eine Fördermengenkürzung von 10-15 Millionen Barrels pro Tag. Wow, rummms. Der Ölpreis explodierte schnell nach oben! Ob die Russen wirklich schon auf Linie sind für eine koordinierte Kürzung? Oder hat Donald Trump mal wieder weit übers Ziel hinaus geschossen? Schließlich ist er ein konstanter Lieferant von Fake News. Von daher sind seine Aussagen mit Vorsicht zu genießen!

Die Saudis sind es leid

Wichtig ist: Die letzten Jahre, wo es von Seiten der OPEC immer wieder Fördermengenkürzungen gab um den Ölpreis zu pushen, hielten sich einige Mitglieder nicht so wirklich an die Vereinbarungen. Die Saudis als größter OPEC-Partner und de facto Kartell-Anführer hatten dann mehrmals die eigene Fördermenge weiter gekürzt als notwendig, damit das Gesamtziel erreicht wird, nämlich eine Fördermengenkürzung, die auch am Markt spürbar ist. Nun weigerte sich Russland als externer OPEC-Partner jüngst, bei einer weiteren Kürzungsrunde mitzumachen. Erneut gab es die Möglichkeit, dass Saudi-Arabien in Eigenregie nun wieder mehr kürzt als notwendig. Aber nein, diesmal waren die Saudis es leid, immer selbst drauf zu zahlen. Nun sollen die anderen endlich mit ins Boot kommen. Mit der globalen Überflutung der Ölmärkte senden die Saudis ein brutales Signal an alle Öl-Förderländer, dass nun wirklich jeder aufgefordert ist seinen Teil beizutragen, damit weltweit die Fördermengen schrumpfen. So soll das Angebot runter schrumpfen, um sich der brutal geschrumpften Nachfrage zu nähern, die dank der Coronakrise weggeschmolzen ist.

Putin im Fokus um den Ölpreis zum Ansteigen zu bekommen

Man darf annehmen, dass die Saudis nicht nur von ihren OPEC-Partnern und Russland echte Kürzungen ihrer Fördermengen erwarten. Nein, man erwartet wohl auch, dass die USA mitmachen? Das wird aber schwierig, weil die Öl-Förderung in den USA in den Händen hunderter Privatunternehmen liegt. Darunter große Konzerne, aber auch mittelgroße und kleine Fracking-Buden in Texas, North Dakota etc. Da könnten höchstens Industrie-Verbände versuchen koordiniert eine freiwillige Kürzung dieser Unternehmen hinzubekommen. Wladimir Putin ist die entscheidende Figur in diesem Spiel, bei dem es darum geht den Ölpreis deutlich zum Steigen zu bekommen. Die Golfstaaten, Venezuela, die US-Fracker, alle ächzen unter dem viel zu niedrigen Ölpreis. Auch Russland verliert Geld, aber alle anderen sind darauf angewiesen, dass auch Russland mitmacht. Wird Putin von Trump ein Entgegenkommen verlangen? Aktuell hört man, dass die Russen auf eine Teilnahmer der Amerikaner an der Fördermengenkürzung bestehen könnten. Man wird sehen. Und wer soll wie viel kürzen, wenn es denn wirklich um Größenordnungen von 10-15 Millionen Barrels pro Tag geht? Das kann verdammt spannend werden!

Montag Meeting

Nach aktuellen Infos wird die OPEC am Montag ein Online-Meeting organisieren, bei dem auch externe Partner zugeschaltet werden sollen. Kann man dann schon eine global koordinierte Fördermengenkürzung vereinbaren? Das ist eine verdammt komplexe Aufgabe. Wer kontrolliert, dass auch wirklich alle mitmachen? Und wie will man die US-Fracker schnell zum Runterfahren ihrer Förderleistung bewegen? Gut möglich ist es, dass am Montag nach dem Meeting vielleicht erstmal nur eine Absichtserklärung verkündet wird, damit der Ölpreis nicht gleich wieder Richtung 20 Dollar rauscht. Ganz aktuell hört man von einer Kürzung von nur 6 Millionen Barrels pro Tag, die im Kreise der OPEC+ diskutiert werde!

Analystenmeinungen nach dem starken Ölpreis-Anstieg von gestern

Hier einige Analystenmeinungen von heute früh zum Thema Öl. Milan Cutkovic von Axitrader erwähnt auch die Ankündigung von US-Präsident Trump, dass sich Saudi-Arabien und Russland darauf einigen würden ihre Öl-Förderung um 10 bis 15 Millionen Barrel pro Tag zu kürzen. Schon aber herrschen Zweifel, ob solch ein Deal zustande kommen werde, ohne dass die USA auch ihre Öl-Produktion reduzieren, so Cutkovic.

Jaspwer Lawler von der London Capital Group erwähnt aktuell die ungewöhnliche Art und Weise wie der US-Präsident die Nachricht verbreitete. Man könne nur vermuten, ob die Kürzung um 10 Millionen Barrel pro Tag stattfinde. Dies würde eine massive Kürzung um 10 Prozent der weltweiten Produktion bedeuten. Die Frage sei, um wie viel die Nachfrage aufgrund der Coronakrise gesunken ist. 50 Prozent? 10 Millionen Barrel seien wahrscheinlich immer noch nicht genug. Man werde sehen müssen, dass auch die US-Produzenten ihre Produktion reduzieren. Aber ein solches Abkommen wäre nach den amerikanischen Anti-Kartellvorschriften nicht zulässig. Es sei daher unklar, welche Kombination von Zuckerbrot und Peitsche bei den Russen und Saudis verwendet wurde. Es sei möglich, dass wir bald sehen könnten, dass einige US-Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden, so spekuliert Jasper Lawler. Alles für den “guten Zweck”, nämlich den steigenden Ölpreis, möchten wir fragend hinterher werfen.

Ipek Ozkardeskaya von der Swissquote Bank sagt heute, dass es angesichts der sehr bedeutenden Zahl (10-15 Mio Kürzung) nicht verwunderlich wäre, wenn die Investoren von einer viel kleineren Aktion enttäuscht wären, wenn es überhaupt eine geben werde. Die gute Nachricht sei, dass die Saudis nun ein OPEC+-Notfalltreffen mit Russland einberufen haben. Auch wenn die Saudis Marktanteile gewinnen würden, würde die schrumpfende Größe des Gesamtkuchens die billigsten Ölproduzenten der Welt sicherlich dazu ermutigen, ein Abkommen über eine niedrigere Produktion abzuschließen, um den Ölpreis und damit seine Einnahmen zu verbessern. Nachdem Russland die dramatischen Folgen seines Vetos vom letzten Monat gesehen habe, habe es Interesse daran sich ebenfalls auf eine Kürzung zu einigen. Und die Intervention sollte mindestens 5 Millionen Barrels por Tag betragen, um zumindest dem Einbruch der eingebrochenen Nachfrage zu entsprechen, so Ipek Ozkardeskaya.

Ölpreis Kursverlauf seit Montag

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    3. April 2020 10:45 at 10:45

    Jetzt noch einen Ölpreisschock nach oben und wir haben die Finanz-und Währungskrise.

  2. Avatar

    thinkSelf

    3. April 2020 11:03 at 11:03

    “Nachdem Russland die dramatischen Folgen seines Vetos vom letzten Monat gesehen habe, habe es Interesse daran sich ebenfalls auf eine Kürzung zu einigen.”

    Wieder ein schöner Satz, der zeigt das Banker echt von nix eine Ahnung haben.10 Millionen Barrel entsprechen der Fördermenge einer der großen drei.
    Die kleineren Produzenten brauchen alle dringend Kohle und werden die Förderung nicht kürzen. Die amerikanische Ölindustrie hat da auch kein Interesse, denn die Preissteigerungen müssten die Mengenreduktionen schon massiv überkompensieren damit das Sinn macht.

    Und Russland hat aktuell einen einzigartigen strategischen Hebel in die Hand bekommen. Und Putin wird den nutzen. Er wird die Ölförderung nur dann einschränken, wenn er dafür enorme politische Zugeständnisse bekommt. Die Russen sind Entbehrungen gewöhnt und halten das lange durch. Das können weder die USA noch die Saudis.

    • Avatar

      Scheer

      3. April 2020 15:23 at 15:23

      Endlich jemand der mitdenkt! Volle Zustimmung.
      Ich würde sogar einen Schritt weiter gehen. Es liegt nicht im entferntesten Sinne der russischen Regierung eine schnelle Einigung zu erlangen. Der Grund liegt auf der Hand, eine schnelle Einigung würde den die Front “Ölpreiskrieg” den amerikanern entnehmen und für eine wirtschaftliche Entspannung sorgen. Aber das ist doch gar nicht das Ziel des Russen. Der größte Schaden ist die Amerikaner im Glauben zu lassen das es zu einer Einigung kommt und nicht nur die Fracker in Mitleidenschaft zu ziehen sondern gleichzeitig die Gläubiger, sprich die Banken. Das gelingt nur wenn nur russische Glaubensbekenntnisse ausgesprochen werden.
      Das ganze wird sich nur dann ändern wenn die Möhre so groß ist, dass es sich für den Russen geopolitisch und nachhaltig wirtschaftlich lohnt.
      So weit sind die Amerikaner aber nicht, die haben den Schuss noch gar nicht gehört und denken nach wie vor das Zentrum der Welt zu sein – Das wird sich bitter rächen!

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Offiziell bestätigt: Lufthansa bekommt Staatsmilliarden – hier die Details

Avatar

Veröffentlicht

am

Eine Lufthansa A380

Nun ist es endlich offiziell. Die Lufthansa hat vor wenigen Minuten offiziell mitgeteilt, dass der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (der neue Staatsfonds von Olaf Scholz) dem Lufthansa Stabilisierungspaket zustimmt. Der Bund bestätigt die Einigung mit der Lufthansa ebenfalls offiziell. Hier die wichtigsten Eckdaten:

Der Gesamtumfang der Stabilisierungsmaßnahmen beträgt 9 Mrd. Euro,

3 Mrd. Euro umfasst eine KfW-Konsortialfinanzierung, an der sich private Banken mit 600 Mio. € beteiligen;

der Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) erwirbt eine Stille Beteiligung I in Höhe von rd. 4,7 Mrd. €, die nach IFRS als Eigenkapital anerkannt werden kann;

darüber hinaus erwirbt der WSF zu rd. 0,3 Mrd. € im Zuge einer Kapitalerhöhung einen Aktienanteil in Höhe von 20 % an Lufthansa mit inhaltlich beschränkten Stimmrechten.

eine weitere Stille Beteiligung II in Höhe von rd. 1 Mrd. €, die unter bestimmten Bedingungen (Übernahmefall/Nichtzahlung des Coupons durch DLH) in Aktien gewandelt werden kann (mindestens weiteren 5 %);

der Bund wird im Aufsichtsrat über zwei Mandate vertreten sein, die durch unabhängige Experten auszuüben sind.

Die Lufthansa verpflichtet sich zur Verfolgung von Nachhaltigkeitszielen einschließlich einer Erneuerung ihrer Flotte. Es sind weitgehende Vergütungsbeschränkungen für den Konzernvorstand, die Vorstände der Konzerngesellschaften sowie das Management vorgesehen.

Die Lufthansa sagt dazu folgendes, Zitat:

Der WSF wird Stille Einlagen von insgesamt bis zu 5,7 Milliarden Euro in das Vermögen der Deutsche Lufthansa AG leisten. Davon werden ca. 4,7 Milliarden Euro im Sinne der Vorschriften des HGB und der IFRS als Eigenkapital eingestuft. In dieser Höhe ist die Stille Einlage unbefristet und kann vom Unternehmen ganz oder in Teilen gekündigt werden. Die Vergütung der Stillen Einlagen beträgt gemäß des abgestimmten Konzepts 4% für die Jahre 2020 und 2021. In den folgenden Jahren steigt die Vergütung bis auf 9,5% im Jahr 2027 an.

Außerdem wird der WSF im Wege einer Kapitalerhöhung Aktien zeichnen, um eine Beteiligung von 20% am Grundkapital der Deutsche Lufthansa AG aufzubauen. Der Bezugspreis soll 2,56 Euro je Aktie betragen, so dass sich die Bareinlage auf rund 300 Mio. Euro beläuft. Der WSF kann außerdem seinen Anteil am Grundkapital im Falle einer Übernahme der Gesellschaft auf 25% plus eine Aktie erhöhen.

Darüber hinaus kann ein weiterer Teil der Stillen Einlage bei Nichtzahlung der Vergütung durch die Gesellschaft frühestens ab den Jahren 2024 und 2026 in eine weitere Aktienbeteiligung von jeweils 5% am Grundkapital gewandelt werden. Die zweite Wandelungsmöglichkeit gilt jedoch nur, soweit der WSF nicht zuvor bereits seinen Anteil im Rahmen des vorstehend genannten Übernahmefalls erhöht hat. Eine Wandlung ist ferner auch zum Verwässerungsschutz möglich. Unter der Voraussetzung der vollen Rückzahlung der Stillen Einlagen durch das Unternehmen sowie eines Mindestveräußerungspreises von 2,56 Euro je Aktie zuzüglich einer jährlichen Verzinsung von 12%, verpflichtet sich der WSF jedoch zum vollständigen Verkauf seines Aktienbesitzes bis zum 31. Dezember 2023 zum Marktpreis.

weiterlesen

Indizes

Rüdiger Born: Dax positiv, Chance im Euro

Avatar

Veröffentlicht

am

Im Dax sieht es heute doch recht gut aus. Dank Bankenfeiertag in UK und einem kompletten Feiertag in den USA ist nicht viel los heute. Die Chancen nach oben sind aber die besseren. Der Euro könnte interessante Tradingchancen bieten. Erwähnen möchte ich an dieser Stelle auch mein ausführlicheres Marktvideo vom Samstag, dass Sie sich beim Klick an dieser Stelle anschauen können. Wollen Sie abgesehen von meinen täglichen Analysen im Trade des Tages noch viel mehr und vor allem aktuellere Trading-News von mir erhalten, auch aufs Handy? Nutzen Sie dazu gerne meinen neuen Service “Trade to Go” (einfach hier anmelden). Auch dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei!

weiterlesen

Indizes

Dax Charttechnik: Neue Sichtweise – Kaufsignal möglich?

Avatar

Veröffentlicht

am

Der Dax Performance Index konnte sich im Verlauf der zurückliegenden Handelswoche relativ gut behaupten. Auch wenn der ganz große Sprung dem Index noch versagt blieb, konnte sich eine kleine Rallye einstellen. In Folge dessen habe ich meine Sichtweise auf dem Dax umgestellt. Wie der Chart es zeigt, bin ich nun wieder leicht positiv eingestellt, wenn auch nicht euphorisch. Die seit Mitte März zu konstatierenden Bewegungen bilden lediglich eine Korrektur aus und nicht etwa das Fundament für einen größeren Aufwärtstrend.

Ausblick für den Dax

Ausblick: Aktuell bildet sich für den deutschen Leitindex im Chart ein Triangle (a-b-c-d-e) als übergeordnete Welle (B) aus. Die sich momentan noch in der Ausformung befindliche Welle (d) kann an den folgenden Tagen noch bis zur 2.00-Linie bei 11.437 Punkten im Dax steigen. Diesen Schritt erwarte ich sogar, da sich dadurch die Struktur des Triangles besser darstellen würde. Wesentlich stärker wird der Trend indes nicht verlaufen. Die sich daran anschließende (e) schließt das Triangle durch eine kleine Korrektur ab.

Das Ziel von einer „E“ lässt sich nicht zuverlässig bestimmen, sollte aber im vorliegenden Fall nicht unter dem 1.00 Retracement bei 10.367 Punkten liegen. Nach abgeschlossener Welle (B) wird die sich anschließende (C) den Dax Index noch einmal relativ kräftig steigen lassen. Dabei kann der Arm des Trends durchaus bis zum 1.00-Widerstand bei 13.093 Punkten reichen. Größere Gefahren für das beschriebene Bild würden sich erst mit Unterschreiten der 1.62-Unterstützung (10.270 Punkte) einstellen. Diesen Schritt erwarte ich indes nicht.

Fazit: Der Dax bildet innerhalb einer Korrektur eine seitliche Korrekturformation aus. Ein Kaufsignal würde sich erst über der 2.00-Linie einstellten. Die Absicherung dieser Positionen sollte auf dem 1.62 Retracement bei 10.270 Punkten erfolgen.

Dax Chart

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 30 Tage