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Ölpreis zieht weiter an: Zwei Unsicherheitsfaktoren befeuern Ängste

Harte Fakten haben Öl-Bullen momentan nicht zu bieten, warum der Ölpreis derzeit weiter steigt. Neueste Daten-Orgien seitens OPEC und Internationaler Energie-Agentur von letzter Woche lassen einfach gesagt darauf schließen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Harte Fakten haben Öl-Bullen momentan nicht zu bieten, warum der Ölpreis derzeit weiter steigt. Neueste Daten-Orgien seitens OPEC und Internationaler Energie-Agentur von letzter Woche lassen einfach gesagt darauf schließen, dass es momentan eine Art Ausbalancierung zwischen Angebot und Nachfrage gibt. Momentan läuft aber mal wieder ein politisches Spielchen, bei dem es um Angst um Öl-Knappheit geht.

Zum Handelsschluss am Freitag lag der Preis für WTI-Öl bei 51,40 Dollar. Seit gestern Abend, wo der Handel im Terminmarkt wieder öffnete, ging es sprunghaft über 52 Dollar (aktuell 52,25 Dollar). Zunächst einmal hatte schon am Freitag Abend die neueste Info von den aktiv betriebenen Öl-Förderstellen in den USA für eine kleine Anschluss-Euphorie bei den Öl-Bullen gesorgt, weil ihre Anzahl um 5 auf 743 gesunken ist. Das lässt die Vermutung zu, dass die Förderer in den USA erst mal eine kleine Pause einlegen beim weiteren Hochfahren ihre Förderkapazitäten.

Iran

Wirklich wichtig sind aber zwei andere Schauplätze. Da wäre zunächst einmal der Iran. Der Atom-Deal funktioniert eigentlich reibungslos, weil die ausländischen Inspektoren Zugang zu iranischen Atom-Anlagen haben, und bisher bescheinigten, dass man sich dort an den Deal hält – keine Anreicherung von Uran für Kernwaffen. So weit, so gut. Aber das Trump-Lager sieht den Iran nun mal „im besten Stil der 80er-Jahre“ als den Feind schlechthin an.

Eine Aufkündigung des Atomabkommens wollen die USA offenbar nicht, was auch offiziell bestätigt wurde. US-Außenminister Rex Tillerson sagte am Wochenende auch, dass man nicht wolle, dass der US-Kongress neue Sanktionen gegen den Iran verhänge. Die Regierung der USA wolle eine verhältnismäßige Antwort geben auf iranische Aktionen wie internationale Waffenverkäufe und Terrorismusfinanzierung. Deshalb hatte Donald Trump am Freitag eine Bestätigung an den US-Kongress verweigert, dass der Atom-Deal mit dem Iran wie vereinbart funktioniere. Diese Bestätigung ist aber nach US-Recht alle 90 Tage nötig. Jetzt hat der US-Kongress 60 Tage Zeit selbst zu entscheiden, ob man wieder Sanktionen gegen den Iran einführt.

Irak

Wirklich interessant wird es für den Ölpreis aber aktuell im Irak. Die nordirakische Stadt Kirkuk und die gleichnamige Provinz liegt am Rand der autonomen Kurden-Region, und die Kurden wie auch der Irak behaupten, dass das Gebiet zum jeweils eigenen Gebiet gehört. Wichtig ist das für beide Seiten natürlich in aller erster Linie wegen dem Ölreichtum der Region. Das irakische Staatsfernsehen verkündete, dass Regierungstruppen in das von den kurdischen Peschmerga-Einheiten kontrollierte Gebiet der Provinz Kirkuk eingedrungen seien. Laut kurdischer Seite haben irakische Regierungstruppen auch einen großen Angriff auf die Stadt Kirkuk begonnen.

Bisher lebten die Kurden und die Iraker nebeneinander her im selben Land, auch wenn die Kurden ihre Region schon lange als eigenen Staat betrachten. Aber das will der Irak nicht zulassen. Es ist durchaus denkbar, dass sich also innerhalb des Irak nach dem bevorstehenden Sieg über den IS gleich der nächste bewaffnete Konflikt anschließt. Und der geht ganz direkt ums Öl. Die Angst lautet: Nehmen die Spannungen rum um den Iran und vor allem im Irak weiter zu, könnte es eine Öl-Knappheit geben… warum auch immer, aber bei solchen Krisen entstehen eben die üblichen Ängste. Sie treiben aktuell den Ölpreis. Ein ideales Szenario für die Saudis und ihre Freunde. Man hat steigende Ölpreise, obwohl man die Fördermenge nicht weiter kürzt.


Der WTI-Ölpreis seit 5. Oktober.

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