Folgen Sie uns

Märkte

Ölpreis zu stark gefallen? Jenseits der Kaffeesatz-Leserei

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ölpumpe Symbolbild

Was war das für eine Woche, vom letzten Freitag bis heute. Der Ölpreis schoss kräftig nach oben nach der Tötung des iranischen Generals Soleimani. Dann der relativ harmlose iranische Angriff auf einen US-Stützpunkt, und danach die verbale Absage beider Seiten an eine gewollte weitere Deeskalation. Der Ölpreis krachte wieder runter. Wir schrieben Ende letzter Woche und Anfang dieser Woche noch darüber, dass die Lage eskalieren könnte – und danach sah es ja zunächst auch aus. Dass der Iran seine groß angekündigte Racheaktion so derart klein halten würde, war kaum vorstellbar nach den enormen Drohungen. Von heutiger Perspektive aus darf man fragen: Die Führung im Iran brauchte lediglich einen optisch vorzeigbaren Angriff mit schönen Raketen-Bildern im Fernsehen, für die Besänftigung des eigenen Bevölkerung?

Ölpreis zeigt sich mehr als nur entspannt

Aber man weiß ja nie… kommen noch Folge-Angriffe? Wer es vielleicht verpasst hat: Gestern bei Maybrit Illner ging es um die Iran-Krise, und um die Frage, ob es noch eine weitere Eskalation geben könnte (hier die Sendung ansehen). Die Runde war sich im Großen und Ganzen einig, dass Donald Trump aus innenpolitischen Gründen keine Eskalation gebrauchen kann, und dass auch der Iran keinen richtigen Krieg wünscht. Aber wird es durch dem Iran nahestehende Gruppen eigenständige Aktionen geben? Zum Beispiel gegen Öl-Anlagen im Irak? Diese Angst wird aktuell zum Beispiel bei CNBC durch Analysten geäußert. Solche Angriffe könnten die Ölzufuhr nach Asien beeinträchtigen – denn immerhin ist der Irak nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent der OPEC.

Von so einer Nervosität ist am Markt derzeit aber nichts zu spüren. Am Ende dieses Artikels zeigen wir den Verlauf des WTI-Ölpreis seit Juli 2019. Man könnte nun jede Menge Trendlinien, Widerstands- und Unterstützungslinien, Indikatoren etc in den Chart einbauen. Bei genug Kaffeeesatz-Leserei kann man letztlich alles was man will aus dem Chart rauslesen. Fakt ist: Vor dem Start der Iran-Krise vor einer Woche stand der WTI-Ölpreis bei 61,15 Dollar. Aktuell notiert er bei 59,62 Dollar. Also hat sich die Lage nicht nur entspannt, sondern richtig tiefenentspannt. Ist der Ölpreis nun so tief, dass dieses Kursniveau eine Kaufchance bietet?

Überraschung bei den Lagern

Oder ist vielleicht irgendwas geschehen, was diesen „zu tiefen“ Rückfall im Ölpreis rechtfertigen könnte? Ja, am Mittwoch Nachmittag gab es die offiziellen Lagerbestände für Rohöl in den USA. Mit +1 Million Barrels nahmen die Lagerbestände überraschend zu, wo ein Minus von gut 3 Millionen Barrels erwartet wurde. Vollere Lager bedeuten zu wenig Nachfrage, zu viel Angebot, oder beides. Das drückt natürlich auf den Ölpreis. Und so fiel WTI-Öl ab Mittwoch Nachmittag von gut 62 Dollar auf das jetzige Niveau, auf dem sich der Kurs seit zwei Tagen eingependelt hat. Die folgende Grafik zeigt die US-Lagerbestände seit einem Jahr (ein Balken pro Woche). Vor diesem aktuellen Anstieg gab es drei Wochen lang deutlich fallende Lagerbestände. So eindeutig ist die Zunahme der Lager also derzeit keinesfalls, nur weil sie eine Woche um 1 Million Barrels steigen. Letzte Woche fielen die Lager um mehr als 10 Millionen Barrels. Der Markt wollte diese Woche wohl erstmal richtig durchpusten mit fallenden Preisen? Vorsicht… wir wollten gerade anfangen mit Kaffeesatz lesen.


source: tradingeconomics.com

Zu viel Ölangebot vorhanden?

Henning Gloystein von der Eurasia Group vertritt eine klare Meinung. Im Moment sei so viel Öl auf dem Markt, dass eine einzige Störung oder sogar eine kleine Serie von Störungen im Nahen Osten die Welt nicht mehr so stark beeinträchtigen könnte wie noch vor fünf oder zehn Jahren. Wir meinen: In den letzten Monaten, wo der Ölpreis eine lange klare Aufwärtsstrecke hinlegte, hörte man davon eher wenig. Man hörte vor allem viel von Euphorie rund um eine Entspannung im Handelskrieg und eine bessere Konjunktur, was mehr Öl-Nachfrage nahe legen würde. Und die OPEC kürzte ihre Fördermenge, was Öl ebenfalls pushte. Aber ganz aktuell zu diesem jetzigen Zeitpunkt, da scheint die Stimmung gefühlt ganz schlicht zu lauten „Es ist zu viel Öl auf dem Markt“. Nächste Woche will der chinesische Abgesandte bei Donald Trump den Phase 1 Deal-Vertrag unterschreiben, und es sollen weitere Verhandlungen in der „Phase 2“ folgen. Bringt das womöglich die Trendwende für Öl, wenn sich am Markt das Gefühl durchsetzt, dass durch eine fortschreitende Entspannung im Handelskrieg wieder mehr Öl-Nachfrage entsteht? Ups, nein, wir fangen schon wieder an mit Kaffesatz-Leserei. Bilden Sie sich bitte Ihre eigene Meinung!

WTI Ölpreis im Verlauf seit Juli

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Finanznews

Aktienmärkte: Es wird immer bullischer! Videoausblick

Markus Fugmann

Veröffentlicht

am

Es wird jetzt immer bullischer für die Aktienmärkte – am heutigen Montag geht es erneut für die US-Futures nach oben. Der Hauptgrund für die heutigen Kursanstiege: weil Montag ist! Das Chance-Risiko-Verhältnis für die Bullen wird nun immer besser, die Bewertungen der Aktienmärkte immer der tatsächlichen Lage angemessener. Fast das Wichtigste aber ist: die Bullen sind nicht alleine, sondern sehr zahlreich – das war in der Vergangenheit immer ein sehr vielversprechendes Zeichen! Diese Woche ist eine „Monster-Woche“ mit der Entscheidung der Fed, vor allem aber den Zahlen von Apple, Tesla, Microsoft und Facebook. In Deutschland heute im Fokus der ifo Index (10.00Uhr)..

Werbung: Traden Sie smart mit Capital.com: https://bit.ly/316AkWq

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Indizes

DAX daily: Setzt sich die Rekordjagd fort? Wochenausblick

Stefan Jäger

Veröffentlicht

am

Der Dax notiert vorbörslich freundlich und könnte mit einem Aufwärts-Gap in die neue Handelswoche starten. Allerdings befindet er sich weiterhin in einer Konsolidierung auf hohem Niveau. Die bereits seit zwei Wochen andauernde Seitwärtsbewegung hat aber dazu geführt, dass die euphorische Stimmung etwas abgebaut wurde. Insgesmt bleibt die Grundstimmung der Anleger zwar positiv, das zeigen auch die jüngsten ZEW-Erwartungen, dennoch dürfte die nächste Kurs-Party weiter auf sich warten lassen. Die Befürchtung, dass die Konjunkturerholung unter den verschärften Corona-Restriktionen leidet ist noch zu präsent. In der letzten Woche hatte die Bundesregierung gerade erst die Wachstumserwartungen eingebremst, anstatt eines Wachstums von 4,4 % für das laufende Jahr, geht man von nur noch 3 % aus. Zudem ist immer noch nicht absehbar, ob der bis Mitte Februar andauernde Lockdown nochmal verlängert wird.

In der vergangenen Handelswoche schwankten die Kurse zwischen 13.700 und 14.000 hin und her. Nachdem der Dax am Donnerstag noch über die 14.000er Marke geklettert war, schloss er am Freitag aufgrund von Gewinnmitnahmen leicht im Minus bei 13.874 Zählern. Trotzdem kann sich die Wochenbilanz mit einem Plus von 0,6 % sehen lassen. Beim Dax ist derzeit der Deckel drauf. Genauer gesagt, ist der Leitindex bei 14.030 gedeckelt, dort scheiterten alle Versuche in der letzten Woche. Sprengt der Dax den Widerstand, dann wären neue Rekordstände möglich.

Kurzfristig könnte sich die Seitwärtsbewegung jedoch fortsetzen. Aber auch ein Rücksetzer bis in den Bereich bei 13.500 sollte nicht ausgeschlossen werden. Sogar eine ausgedehnte Korrektur bis 13.000 in den kommenden Wochen wäre möglich, würde an dem übergeordneten Aufwärtstrend aber nichts ändern. Die runde Marke ist stark unterstützt, außerdem dürften Schnäppchenjäger dann wieder vermehrt zugreifen. Zunächst sollten Händler ihr Augenmerk auf die Zone zwischen 13.670 und 14.030 richten.

News und fundamentale Daten

Diese Woche stehen hierzulande sehr interessante Wirtschaftsdaten auf der Agenda. Mit den Daten des ifo-Geschäftsklimaindex geht es heute um 10:00 Uhr los. Der ifo-Index spiegelt die Stimmung in den deutschen Chef-Etagen wider. Die Schätzungen liegen dabei auf dem hohen Niveau des Vormonats bei 91,8 (vorherig 92,1). Dennoch dürften die Manager die aktuelle Lage wieder schlecht einschätzen, während die Zukunft sehr optimistisch gesehen wird. Am Dienstag erscheint dann das erhobene Verbrauchervertrauen des Forschungsinstitut GfK. Die Entwicklung beim Konsumklima war in den letzten Monaten negativ, auch diesmal wird ein erneuter Rückgang prognostiziert (Prognose -7,9; vorher -7,3). Schließlich wird am Freitag noch die Vorabschätzung für das Bruttoinlandsprodukt (Q4) sowie die Veränderung der Arbeitslosigkeit veröffentlicht.

Nach dem Zinsentscheid der EZB in der vergangenen Woche, folgt am Mittwoch nun die US-Notenbank Fed mit den Ergebnissen ihrer Sitzung. Ähnlich wie die Europäische Zentralbank werde die Fed ihre Füße stillhalten. Zunächst überlässt man es der Fiskalpolitik der US-Regierung für den nötigen Stimulus zu sorgen. Allerdings wird Jerome Powell nicht vom Sicherheitsnetz abrücken und betonen, dass man für jegliche Hilfen bereitsteht.

Entscheidende Impulse könnten diese Woche von den Unternehmenszahlen ausgehen, die US-Bilanzsaison erreicht nämlich ihren Hochpunkt. Vor allem die Tech-Riesen Apple, Microsoft, Facebook und Tesla könnten für reichlich Bewegung an den US-Börsen, aber auch im Dax sorgen. Aufgrund der immer noch niedrigen Erwartungshaltung der Analysten besteht durchaus positives Überraschungspotenzial. Nur diesmal ist bereits sehr viel Optimismus in den Kursen eingepreist, was auch zu einer „sell on good news“-Reaktion führen könnte. Zudem werden knapp die Hälfte der Unternehmen im Dow Jones in der kommenden Woche über das Schlussquartal 2020 berichten. Hierzulande öffnen die Software AG und Sartorius ihre Bücher, außerdem erscheinen die endgültigen Zahlen von SAP am Freitag.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Der deutsche Leitindex notiert zum Wochenbeginn im Plus über der Marke von 13.900. Damit könnte er einen erneuten Versuch in Richtung der 14.000 starten. Auf dem Weg noch oben müsste er den Widerstandsbereich bei 13.950/960 überwinden. An der 14.000 Marke wartet dann die nächste Hürde. Entscheidend ist jedoch die MOB-Marke bei 14.030, dort scheiterte der Dax mehrmals in der vergangenen Woche. Erst ein Anstieg darüber könnte den Dax wieder in die Bereiche bei 14.115 und 14.131 führen. Für den Dax hängt viel davon ab, ob die US-Börsen ihre Rekordjagd fortsetzen.

Zur Kassamarkt-Eröffnung könnten Anleger die erhöhten Kurse auch zum Verkauf nutzen. Dann dürfte zunächst das Gap bei 13.874 geschlossen werden. Kann sich der Dax anschließend nicht in der Zone bei 13.870/860 stabilisieren, dann droht ein Abrutschen in Richtung der 13.804. Im Bereich von 13.800 sollte der Leitindex Halt finden, ansonsten könnte ein Test des Freitagstiefs bei 13.744 anstehen. Darunter trübt sich das Bild ein und die wichtigen Unterstützungsmarken bei 13.700 und 13.670 rücken in den Fokus.

Der Börsen Jäger

Haben Sie Interesse an konkreten Trading-Ideen, dann werfen Sie doch einen Blick auf unseren neuen Service „Der Börsen Jäger“. In dem kostenlosen Börsenbrief nehme ich Sie mit auf die Jagd und vermittle interessante Anregungen zu fundierten Handelsmöglichkeiten sowohl für die bekannten Indizes und Aktien, als auch für die Devisen- und Rohstoffmärkte.

Dax daily: Tages- und Wochenausblick - H1-Chart - 14.000er Marke im Visier

Dax Unterstützungen (US):

13.874 – Schlusskurs 22.01.

13.804 – Punkt 1 Topbildung (H4)

13.700 – Punkt 2 Bodenbildung (H1)

13.672 – Tagestief 15.01.

13.600/630 – US-Zone

13.566 – Tagestief 05.01.

Dax Widerstände (WS):

13.958 – 61,8% Retracement (14.131 – 13.672)

14.000 – psychologische Marke

14.029 – 161,8% Extension (13.670)

14.049 – Gap 08.01.

14.115 – 127,5 % Extension

14.131 – Tageshoch 08.01.

14.167 – 261,8% Extension (13.672)

14.234 – 261,8% Extension (13.564)

Disclaimer

Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

weiterlesen

Indizes

Gold & Silber, nächster Rush nach…

Rüdiger Born

Veröffentlicht

am

Gold und Silber erhitzen die Gemüter, das war schon immer so und zwar völlig zu recht. Doch jetzt gibt es neuen Grund, denn eine neue schnelle Bewegung steht an. Ob diese allerdings allen Marktteilnehmern schmecken wird und wie man als Händler auf diese Bewegung sinnvoll reagieren kann, wollen wir uns in diesem Beitrag einmal genauer anschauen, denn die Wahrscheinlichkeiten stehen hier aktuell recht günstig.

Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

BORN-4-Trading – Trading-Ideen kostenfrei aufs Smartphone! Aktuelle Trading-News, Handelsideen und Trader-Know-how, Rüdiger Born sendet seine Einschätzungen direkt auf Dein Smartphone, entweder als Video- oder Voice-Nachricht oder einfach als schneller Text mit Bild. Welche Märkte kann man handeln, wo gibt es interessante aktuelle Trading-Setups, wo wären Einstiege möglich oder aber Stopps sinnvoll? Brandaktuell, überall und in gewohnt professioneller und spritziger Art. Klicke dazu einfach an dieser Stelle.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage