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Märkte

Ölpreis zu stark gefallen? Man unterschätze nicht die Macht der Saudis

Claudio Kummerfeld

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Beispielbild einer Ölpumpe

Könnten die Saudis mit einem Spruch a la Mario Draghi (whatever it takes) eine plötzliche Wende im Ölpreis herbeiführen? Könnte der Kronprinz MBS oder der zuständige Ölminister Prinz Abdulaziz bin Salman verkünden, dass Saudi-Arabien und die OPEC bereit sind alles zu tun was notwendig ist um den Ölmarkt zu stabilisieren? Gemeint ist mit dem Wort „Stabilisierung“ zwar vordergründig eine möglichst perfekte Balance zwischen Angebot und Nachfrage. Aber es ist wie es ist. Letztlich geht es den Volkswirtschaften vor allem in der Golfregion um einen kräftig steigenden Ölpreis, weil ihre Staatseinnahmen in der Regel zum überwiegenden Teil aus Öl-Einnahmen gespeist werden.

Ölpreis erst monatelang gestiegen, jetzt schnell gefallen

Durch die stetige Verschärfung der Lage rund um den Corona-Virus (weltweite Verbreitung etc) ist der Ölpreis die letzten Tage kräftig gefallen. Seit dem 17. Januar hat WTI-Öl bis jetzt genau 6 Dollar auf 53 Dollar verloren. Brent-Öl hat etwas mehr als 6 Dollar verloren. Eines ist klar, wenn man sich den Verlauf im Ölpreis in den letzten zwölf Monaten anschaut (WTI-Öl im Chart). Von Oktober bis Dezember war der Ölpreis mühsam angestiegen von 52 auf 65 Dollar im Januar in der Spitze. Die angedachte Fördermengenkürzung der OPEC (Angebotsverknappung), die auch im Dezember umgesetzt wurde, hatte den Ölpreis beim Anstieg einige Zeit lang gut unterstützt.

Tja, und von der Spitze an bis jetzt erlebt der Ölmarkt in den letzten Tagen einen brutalen schnellen Absturz wieder runter auf das Niveau von Anfang Oktober. Nicht nur das Corona-Virus ist schuld, sondern auch Aussagen der Internationalen Energie-Agentur über eine Welt, die mit Öl geflutet sei (zu viel Ölangebot, das drückt natürlich den Ölpreis). Die Saudis dürften mehr als unzufrieden sein. Erst im Dezember hatte man die Fördermenge gekürzt, und schultert wie so oft in den letzten Jahren den Großteil der Kürzungen selbst, weil viele OPEC-Mitglieder bei Mengenkürzungen eher dezent passiv bleiben.

Reaktion der Saudis?

Aktuell gibt es die Aussage des saudischen Ölministers Prinz Abdulaziz bin Salman, dass man die Entwicklungen auf den globalen Ölmärkten genau beobachte. Sinngemäß kann man seine Aussagen so wiedergeben, dass es durch den Corona-Virus düstere Erwartungen für die Weltwirtschaft gebe, was sich natürlich negativ auf die Ölnachfrage auswirkt. Die OPEC und ihre Verbündeten könnten bei Bedarf auf jegliche Auswirkungen auf die Stabilität des Ölmarktes reagieren, so Prinz Abdulaziz bin Salman. Das bedeutet: Steigt der Ölpreis nicht nach Beendigung der Corona-Krise wieder spürbar an, könnten die Saudis und/oder die OPEC die Fördermenge plötzlich weiter senken? Sogar um einen deutlichen Schritt, um den Ölpreis ruckartig hochzupushen? Möglich und denkbar ist das, auch wenn es zum jetzigen Zeitpunkt ein rein spekulatives Szenario ist. Fakt ist aktuell, dass der Ölpreis schnell und weit gefallen ist. Das gefällt den Saudis ganz bestimmt nicht! Wir wollen Sie liebe Trader nicht zu irgendeiner Handlung animieren. Entscheiden Sie bitte selbst, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!

WTI Ölpreis Verlauf in den letzten zwölf Monaten

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Finanznews

Aktienmärkte: Schwächste Woche seit Corona-Crash! Marktgeflüster (Video)

Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Die zweite Corona-Welle ist ein zuvor nicht eingepreister game changer!

Markus Fugmann

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Die Aktienmärkte absolvieren die schwächste Woche seit dem Corona-Crash im März. Und das ist wohl kein Zufall, denn die zweite Corona-Welle mit den damit verbundenen Lockdowns sind ein vorher so nicht eingepreister game changer für den wirtschaftlichen Ausblick. Diesmal aber ist der Abverkauf der Aktienmärkte in dieser Woche vor allem durch die großen Tech-Werte getrieben: am Montag SAP in Deutschland, heute die Schwergewichte Apple und Amazon jeweils gut 5% im Minus nach Vorlage der Quartalsergebnisse. Selbst gute Zahlen wie bei Amazon werden abverkauft – was „riecht“ der Markt? Ist das nur die Unsicherheit or der US-Wahl – oder kommt da etwas größeres auf uns zu?

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Gold/Silber

Goldpreis mit Bewegung? Mögliche Kausalkette beginnt bei der EZB

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Eine Kausalkette ist eine Reihe von Ursachen und Wirkungen, wobei die Wirkung wieder zu einer neuen Ursache wird. In diesem Fall fängt diese Kette wohl bei der EZB an. Sie hat gestern angekündigt (hier die wichtigsten Punkte der PK), dass man im Dezember vermutlich auf die verschlechterte Corona-Lage in Europa reagieren und weitere Maßnahmen ergreifen könnte. Was das mit dem Goldpreis zu tun haben könnte? Nun, dann mal los mit der Kausalkette.

Anstehende EZB-Maßnahmen weisen auf steigenden oder fallenden Goldpreis hin?

Wenn die EZB ihre Geldpolitik weiter lockert, schwächt das den Euro. Da der Euro global das größte Gegengewicht gegen den US-Dollar ist, könnte der US-Dollar vermutlich aufwerten, sichtbar im Dollar-Index, einem Währungskorbs gegenüber anderen Hauptwährungen, wo der Euro das Haupt-Gegengewicht zum Dollar darstellt. Ein stärkerer US-Dollar sollte wiederum den Goldpreis schwächen. Denn alles was gegen den US-Dollar gehandelt wird, tendiert oft schwächer, wenn der US-Dollar aufwertet.

Aber halt, die Sache mit so einer klar nachvollziehbaren Kausalkette (EZB-Zinsen-Euro-Dollar-Gold) kann auch schnell wieder unklar werden. Denn wo der US-Dollar im Dezember womöglich vor einer weiteren Aufwertung steht, und der Goldpreis damit einem Abwärtsdruck ausgesetzt ist – da findet sich auch ein gutes Argument für einen steigenden Goldpreis. Denn wenn die EZB ihre Zinssätze weiter absenkt, würde dies das zinslose Gold gegenüber Anleihen mit Negativrenditen noch attraktiver machen. Denn der Einlagenzins der EZB ist ja bereits mit -0,50 Prozent im Negativbereich – und das zinslose Gold ist nunmal immer exakt bei 0,00 Prozent.

Expertenkommentare über EZB

Und wie aktuelle Expertenkommentare zeigen, könnten die Zinsen der EZB im Dezember in der Tat weiter sinken. So sagen die Analysten der Commerzbank in einem aktuellen Kommentar, dass man erwarte, dass das PEPP-Anleihekaufprogramm der EZB bis Ende 2021 verlängert und um 600 Milliarden Euro erhöht werde, im kommenden Jahr neue Langfristtender (TLTROs) auflegt und den Einlagensatz nochmals um 10 Basispunkte auf -0,6% gesenkt werde. Hiervon solle Gold in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitieren, so die Commerzbank. Man gehe daher nicht davon aus, dass der Goldpreis weiter stark nachgeben wird. Allerdings dürfte er in den kommenden Wochen Gegenwind von der Währungsseite erhalten, da man nach den Ankündigungen von EZB-Präsidentin Lagarde nun bis Jahresende keine EUR-Aufwertung mehr, sondern eine EUR-Abwertung (und damit einen festeren US-Dollar) unterstellen, so die Commerzbank. DIW-Chef Marcel Fratzscher hat in seinem aktuellsten Kommentar zu den gestrigen EZB-Aussagen erwähnt, dass er eine Ausweitung um der Anleihekäufe der EZB um 500 Milliarden Euro und eine Verlängerung bis Ende 2021 erwarte.

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.881 Dollar. Nach dem gestrigen Tief bei 1.860 Dollar konnte sich der Markt wieder etwas stabilisieren, weil der US-Dollar seit gestern minimal schwächelt. Aber von einer stärkeren Dollar-Abwertung kann noch keine Rede sein. Die Lage rund um das Edelmetall bleibt unklar. Im Zuge der stark fallenden Aktienkurse und des deutlich steigenden US-Dollar war der Goldpreis diese Woche von 1.910 Dollar auf das Tief von 1.860 Dollar gefallen – jetzt hat sich die Lage vorerst beruhigt. Weitere Abwärtsschübe am Aktienmarkt könnten (so meine bescheidene Meinung) zusätzlich zu einem stärkeren US-Dollar erneut Druck auf Gold ausüben.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten 30 Tagen

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Indizes

Rüdiger Born über die aktuelle Lage im Dax

Rüdiger Born

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Der Dax scheint sich seit gestern etwas stabilisiert zu haben. Ist heute noch kurzfristiges Trading möglich? Im folgenden Video werfe ich einen Blick auf die aktuelle Lage.

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