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Ölpreis mit weiter dramatischem Absturz – zwei Probleme

Der Ölpreis fällt und fällt. Seit 22. Mai ist es jetzt schon ein Minus von 10 Dollar im WTI-Öl. Aktuell notiert der Kurs bei 52,91 Dollar. Wo soll das noch enden, wo kann das noch enden? Und was sind die aktuellen Gründe für den jüngsten Absturz? Denn von Donnerstag auf Freitag alleine war es ein Absturz von 3 Dollar!

Der Ölpreis hätte eigentlich eine Verschnaufpause nach oben verdient gehabt, und letzten Donnerstag hätten fallende Lagerbestände in den USA die Wende bringen können. Aber avisierte Rückgänge blieben aus, und so könnte der Ölpreis weiter fallen. Zwei Gründe haben dafür gesorgt, dass es dann am Freitag nochmal knüppeldicke kam auf der Abwärtsseite.

Zwei Probleme für einen möglichen steigenden Ölpreis

Da wären zum einen die steigende US-Ölproduktion (von 12,2 auf 12,3 Millionen Barrels pro Tag gestiegen), die neben den nicht fallenden Lagerbeständen für zunehmendes Angebot in Nordamerika sorgt. Gleichzeitig ist lauf Barclays die Öl-Nachfrage in den USA im März um 370.000 Barrels pro Tag gefallen im Vergleich zum Vorjahr, was der schlechteste Wert seit fast zwei Jahren sei. Also: Steigendes Angebot und sinkende Nachfrage in den USA!

Und auch kommt hinzu, dass sich der Handelskrieg zwischen den USA und China immer weiter hochschraubt, wie in einer Spirale. Erst verkündete Donald Trump neue Zölle auf alle Importe aus Mexiko. Und nun sind am Wochenende neue chinesische Zölle auf US-Importe in Kraft getreten, was bereits am Freitag verkündet wurde. Damit weiten sich die Volumen der weltweiten Zölle stark aus. Das dämpft den Welthandel und die Konjunkturaussichten. Damit dürfte sich auch die weltweite Nachfrage nach Öl eintrüben. Tja, der Weg für einen steigenden Ölpreis scheint momentan verbaut zu sein.

Was sagen die Charts?

Und was sagen die Charts? Die Gründe für steigende Kurse (OPEC-Kürzungen, Sanktionen gegen Iran und Venezuela) sind wie weggeblasen worden, vor allem durch den Handelskrieg. Im folgenden Chart zeigen wir den WTI-Ölpreis seit September 2018. Ziemlich genau die Hälfte des großen Anstiegs seit Ende 2018 ist nun abgebaut worden. Damit haben wir nun eine mehr als kräftige Korrektur gesehen. Grob gesehen liegt zwischen 50 und 51 Dollar eine gute Unterstützung, die zurückgeht auf Kurse im Januar und Februar. Aber ob Charttechnik momentan wirklich entscheidend ist beim Ölpreis-Absturz? Wie wir es letzte Woche schon sagten – momentan ist das Twitter-Konto von Donald Trump wesentlich wichtiger.

Ölpreis Absturz



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