Die Ölpreise geraten trotz neuer militärischer Eskalationssignale im Iran-Konflikt überraschend unter Druck. Während die Straße von Hormus weiterhin faktisch blockiert bleibt und zentrale Streitpunkte zwischen den USA und dem Iran ungelöst sind, setzen die Finanzmärkte zunehmend auf ein mögliches Friedensabkommen. Genau diese Hoffnung treibt derzeit die Aktienmärkte an und drückt die Ölpreise — obwohl die Versorgungslage am globalen Energiemarkt weiterhin fragil bleibt.
Ölpreise fallen trotz Iran-Eskalation
Die Nordseesorte Brent ist um rund 3 % auf 96,60 Dollar je Barrel gefallen, nachdem sie am Dienstag noch um fast 4 % gestiegen war. Die US-Sorte West Texas Intermediate notiert bei etwa 90,40 Dollar. Auslöser der jüngsten Bewegung waren laut einem Bloomberg-Bericht neue Hoffnungen auf ein mögliches Abkommen zwischen Washington und Teheran. US-Außenminister Marco Rubio erklärte jedoch, dass ein Abschluss der Gespräche noch mehrere Tage benötigen dürfte. Gleichzeitig verschärfte sich die Lage vor Ort erneut: US-Streitkräfte griffen zu Wochenbeginn Ziele nahe der Straße von Hormus an. Die Islamischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, mehrere US-Flugzeuge beschossen zu haben, nachdem diese in den iranischen Luftraum eingedrungen seien.
Die Märkte wetten damit zunehmend auf eine Deeskalation — obwohl die militärische Lage weiterhin hochgefährlich bleibt. Auch die jüngsten US-Angriffe im Iran sprechen eher für eine fragile Waffenruhe.
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Besonders kritisch bleibt die Straße von Hormus. Durch die Meerenge wurden in Friedenszeiten rund 20 % des weltweiten Öl- und LNG-Transports abgewickelt. Zwar konnten am Dienstag erstmals seit einer Woche wieder zwei nicht-iranische Supertanker die Passage verlassen. Insgesamt passierten dabei rund 4 Millionen Barrel nicht sanktionierten Rohöls die Meerenge. Von einer echten Normalisierung kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Der globale Ölmarkt bleibt weiterhin im Krisenmodus, was die Ölpreise jederzeit wieder antreiben könnte.
„Die Märkte handeln die Aussicht auf ein Abkommen mit dem Iran, doch bis zu einer vollständigen Wiederöffnung wird es Monate oder möglicherweise Quartale dauern: Die Meerenge bleibt technisch geschlossen, und die physische Normalisierung wird Zeit brauchen”, sagte Robert Rennie, Leiter der Rohstoffanalyse bei Westpac Banking.
Er fügte hinzu: „Brent kann aufgrund der Hoffnung auf ein Abkommen weiter nachgeben. Doch solange die Straße von Hormus nicht tatsächlich wieder geöffnet ist — und nicht nur bedingt verwaltet, politisch rationiert oder teilweise umgangen wird — dürften Rückgänge begrenzt und nur vorübergehend bleiben.”
Strategische Öleserven immer knapper
Genau hier liegt aktuell der entscheidende Punkt am Ölmarkt: Die Finanzmärkte handeln vor allem Erwartungen, während der physische Markt weiterhin Knappheit signalisiert. Viele Analysten sprechen inzwischen bereits von einem klassischen „Hope Trade“ — also einer Marktbewegung, die weniger von der aktuellen Lage als vielmehr von der Hoffnung auf eine spätere Deeskalation getragen wird. Selbst bei einer schrittweisen Öffnung der Meerenge dürften die Folgen der Krise noch monatelang spürbar bleiben. Hohe Versicherungsprämien, beschädigte Infrastruktur, Sicherheitsrisiken und vorsichtige Reedereien erschweren eine schnelle Rückkehr zum Normalzustand.
Noch problematischer könnte jedoch ein anderer Faktor werden: die strategischen Ölreserven. Die USA und andere Staaten greifen bereits verstärkt auf Notfallreserven zurück, um den Markt zu stabilisieren. Die Internationale Energieagentur (IEA) spricht inzwischen von der größten Ölversorgungsstörung der Geschichte. Gleichzeitig befinden sich die strategischen US-Ölreserven weiterhin nahe historischer Tiefstände. Das bedeutet: Die kurzfristige Stabilisierung erfolgt zunehmend zulasten der zukünftigen Versorgungssicherheit.
Viele Marktteilnehmer setzen dennoch darauf, dass ein mögliches Abkommen die Lage zumindest teilweise entspannen könnte. Allerdings bleiben zentrale Konfliktpunkte ungelöst. Dazu zählen eingefrorene iranische Vermögenswerte in Höhe von 24 Milliarden Dollar, das Atomprogramm Teherans sowie die Weigerung Irans, eine dauerhaft freie Passage durch die Straße von Hormus zu garantieren. Gerade dieser Punkt dürfte für Washington kaum akzeptabel sein, da die USA auf eine vollständige Wiederherstellung der globalen Handelsroute drängen. US-Präsident Donald Trump machte die Haltung der US-Regierung zuletzt mit der Aussage „No dust, no dollars“ deutlich — also kein Geld ohne nachweisbare Fortschritte beim iranischen Atomprogramm und der Uranfrage.
Risiken für Ölpreise bleiben hoch
In den USA wird Präsident Donald Trump am Mittwoch sein Kabinett im Weißen Haus einberufen. Der ursprünglich geplante Treffpunkt in Camp David wurde wetterbedingt verlegt. Beobachter rechnen damit, dass die Gespräche über das weitere Vorgehen gegenüber dem Iran dabei im Mittelpunkt stehen dürften.
Trotz der jüngsten Rückgänge bei den Ölpreisen bleibt die strukturelle Lage am Energiemarkt damit angespannt. Sollte die Straße von Hormus blockiert bleiben oder die Verhandlungen scheitern und es erneut zu einer Eskalation kommen, könnte die aktuell ausgepreiste Risikoprämie rasch an die Märkte zurückkehren.
FMW/Bloomberg
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Gut möglich, daß sich aktuell diverse Hedgefonds sagen, obwohl die Iranische Revolutionsgarde zur Zeit die Bestimmer in der Islamische Republik Iran sind, ist Staatspräsident Dr. Massud Peseschkian mit seiner ablehnenden Haltung zur Atombombe nicht irgend so ein Beiprogramm in Teheran.
ölpreise fallen ausschließlich, weil interveniert wird.
hope trade ist bestenfalls das kolportierte feigenblatt für die manipulationen der amis in die sie alles nullzinsluftgeld reinpacken, das sie noch auftreiben können.
jeder der nur halbwegs die augen ausserhab der us-fake-news-blase aufbekommt weiß, dass ein schneller deal mit dem iran eigentlich nie am tisch war, und auch nicht kommen wird. alle realen zeichen vor ort und den „verbündeten“ inkl. situation in gaza/libanon sprechen eine 180 grad andere sprache. die mullahs werden das angebot verknappen, die inflation anheizen bis der orangene wegen der renditen aus allen ecken quietscht, und alle jetzt schon nicht mehr vorhandenen hosen runterlassen wird.
eines wissen sie mit sicherheit, einen neuen heißen krieg traut sich der maulheld im weißen haus aufgrund seiner (und der seiner sponsoren) gier nicht zu beginnen.