Der Ölmarkt steuert auf den nächsten Stresstest zu. Kaum hatte sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nach dem vorläufigen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran wieder erholt, kommt die wichtigste Ölroute der Welt erneut nahezu zum Stillstand. Neue US-Angriffe auf den Iran und Signale aus Teheran, wonach eine erneute Blockade der Meerenge wieder auf dem Tisch liegt, verschärfen die Lage. Damit rückt ein Risiko zurück, das viele Anleger bereits ausgeblendet hatten: neue Turbulenzen am Ölmarkt – mit möglichen Folgen für die Ölpreise, die Inflation und die Finanzmärkte.
Hormus-Krise: Schiffsverkehr bricht erneut ein
Noch vor wenigen Tagen schien sich die Lage in der Straße von Hormus zu normalisieren. Nach dem vorläufigen Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran nahm der Schiffsverkehr auf der wichtigsten Öltransportroute der Welt wieder deutlich zu. Laut Daten des Analysehauses Kpler passierten in den drei Wochen nach der Einigung durchschnittlich 34 Rohstoffschiffe pro Tag die Meerenge. Am 24. Juni wurde mit 59 Transitfahrten sogar der höchste Wert seit der Wiederöffnung erreicht.
Diese Erholung hat nun jedoch einen herben Rückschlag erlitten. Einem Bericht von Bloomberg zufolge kam der Schiffsverkehr am Donnerstag nahezu zum Erliegen, nachdem die USA den Iran den zweiten Tag in Folge angegriffen hatten. Beobachtbare Schiffsbewegungen fanden überwiegend auf einer vom Iran genehmigten Route entlang der Nordseite der Meerenge statt, während der von den USA unterstützte Schifffahrtskorridor vor Oman nahezu ungenutzt blieb.
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Unter den größeren Schiffen wurden lediglich ein mit US-Sanktionen belegter Supertanker auf dem Weg aus dem Persischen Golf sowie ein unter iranischer Flagge fahrendes Containerschiff registriert. Zwar könnten einzelne Schiffe ihre Transponder abgeschaltet haben, dennoch zeigen die Daten einen deutlichen Rückgang des Verkehrs. Bereits am Mittwoch passierten nur noch 14 Rohstoffschiffe die Meerenge – so wenige wie seit dem Friedensabkommen Mitte Juni nicht mehr.
Goldman Sachs schlägt Alarm
Für den Ölmarkt ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Denn nach Einschätzung von Goldman Sachs befindet sich die Ölversorgung der Region noch immer im Erholungsmodus. Die Investmentbank schätzt, dass die Rohölproduktion der Golfstaaten im Juni weiterhin rund 10,5 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorkriegsniveau lag. Zwar hätten die Produzenten in den vergangenen Wochen damit begonnen, stillgelegte Förderquellen schrittweise wieder in Betrieb zu nehmen. Ohne einen sicheren Transport durch die Straße von Hormus könnte sich diese Erholung jedoch deutlich verzögern.
Die Analysten verweisen darauf, dass die Öltransporte durch den Persischen Golf nach den jüngsten Tankerangriffen und der erneuten Eskalation zwischen den USA und dem Iran bereits wieder auf rund 70 Prozent des normalen Niveaus zurückgefallen sind. Zuvor hatten sie sich innerhalb weniger Tage nach der Wiederöffnung der Meerenge zeitweise auf mehr als 80 Prozent des Vorkriegsniveaus erholt.

Iran-Krise: Ölpreise reagieren sofort
Die neuen Spannungen blieben am Ölmarkt nicht ohne Folgen. Der Preis für Brent-Rohöl stieg am Mittwoch um mehr als fünf Prozent und legte am Donnerstag zeitweise um weitere 1,5 Prozent auf über 79 US-Dollar je Barrel zu. Auch die US-Referenzsorte WTI verteuerte sich und notierte wieder in der Nähe von 74 Dollar.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Preisreaktion bislang weniger auf tatsächliche Produktionsausfälle zurückzuführen ist als auf die Sorge vor neuen Störungen der Lieferketten. Solange die Straße von Hormus nicht zuverlässig passierbar ist, bleibt ungewiss, wie schnell die zusätzlichen Fördermengen aus dem Persischen Golf tatsächlich den Weltmarkt erreichen.
Jetzt entscheidet Hormus
Wie es für die Ölpreise weitergeht, dürfte nun maßgeblich von der Entwicklung in der Straße von Hormus abhängen. Sollten die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran fortgesetzt werden, Reedereien neue Sicherheitsgarantien erhalten und sich der Schiffsverkehr wieder normalisieren, könnte sich auch die Ölversorgung bis Ende Juli weiter erholen.
Scheitern die Gespräche jedoch und verschärft sich der Konflikt weiter, drohen neue Angriffe auf Tanker oder sogar zusätzliche Einschränkungen des Schiffsverkehrs. Signale aus Teheran, wonach eine erneute vollständige Blockade der Straße von Hormus wieder diskutiert wird, erhöhen dieses Risiko zusätzlich. In diesem Fall dürfte sich die Erholung der Ölversorgung weiter verzögern und der Aufwärtsdruck auf die Ölpreise anhalten.
Damit richtet sich der Blick der Märkte in den kommenden Tagen weniger auf die Fördermengen der OPEC-Staaten als auf eine deutlich grundlegendere Frage: Bleibt die wichtigste Ölroute der Welt geöffnet – oder wird die Straße von Hormus erneut zum geopolitischen Nadelöhr des globalen Energiemarktes?
FMW/Bloomberg
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Ohh jetzt doch keine Ölschwemme…
So ist das mit dem Insidertrading. Über Wochen durch Social Media Posts und dumme Algos, die darauf reagieren den Ölpreis runter prügeln, und dann wieder eskalieren. Hat jemand wirklich gedacht, dass die USA dem Iran 300 Mrd. schenken oder eingefrorene Gelder freigeben? Komplette Sanktionsaufhebung? Iranische Kontrolle über Hormus und iranischer Wegzoll? Bitte…Trump spielt Pingpong durch Algorithmen, die 70-80% des täglichen Handels ausmachen. Herr Fugmann hat es schon vor Wochen gesagt. Es war zum Scheitern verurteilt. Die Öltanker, die durch kamen, gingen nach Asien. Der Iran hat gezielt westliche Schiffe im persischen Golf gehalten, als Faustpfand gegen die USA. In Anderen Worten, China bekommt Öl, während der westen seine Reserven leert. Die meisten westlichen Reserven sind jetzt Mitte Juli leer. Die der USA werden vermutlich Anfang August leer sein. Und im Besten Fall wird auch noch Bab Al-Mandab dicht gemacht, wenn Trump noch etwas pöbelt. Alles von ihm bewusst provoziert, um Schlagzeilen zu verursachen, auf die die Algos reagieren.
Was die Fördermenge der Öl-Allianz OPEC+ anbelangt, wurde ja aktuell beschlossen, die Ölfördermenge ab „August“ d.J. zu erhöhen. Die genannten Ölstaaten, zu denen ja auch das Königreich Saudi-Arabien gehört, behalten sich aber gleichzeitig vor, je nach Marktsituation den genannten Beschluss zurückzunehmen.