Anleihen

Österreich: Bad Bank-Gläubiger zu „bail-in“ gezwungen

Von Markus Fugmann

Über die Bad Bank der österreichischen Hypo Alpe Adria, Heta Asset Resolution, hat die österreichische Regulierungsbehörde Finanzmarktaufsicht gestern ein Schuldenmoratorium erlassen. Heta Asset Resolution zahlt bis auf weiteres keine Schulden zurück. Die Folge: die Anleihen der Heta Asset Resolution stürzen heute dramatisch ab: die Anleihen mit Laufzeit bis Januar 2017 notieren bei 43 Prozent nach 68 Prozent zu Handelsschluss am Freitag. Wer nun diese Anleihen kauft – und das Glück hat, dass diese auch ausbezahlt werden – könnte sich über eine Rendite von 68% freuen. Die Anleihe mit Laufzeit Oktober 2016 fällt auf einen Kurswert von 44 – das würde bei Ausbezahlung einer Rendite von 71% enstprechen.

Die Finanzmarktaufsicht hat ein Schuldenmoratorium bis Mai 2016 angeordnet – betroffen von dem Schritt der Finanzmarktaufsicht sind Schulden von 11 Milliarden Euro. Eine Untersuchung hatte eine Kapitallücke von 7,6 Milliarden Euro bei der Heta Asset Resolution ergeben. Offenkundig hat sich die Lage der Bad Bank drastisch verschlechtert durch den Schritt der Schweizer Nationalbank, die am 15.Januar den Mindestkurs Euro-Franken von 1,20 aufgehoben hatte: insbesondere in Südosteuropa, einem Kerngebiet der Geschäfte der Hypo Alpe Adria, waren viele Kredite in Franken aufgenommen worden. Einkaufscenter und andere Einrichtungen, die in Franken Schulden aufgenommen hatten, geraten durch die Aufwertung der Schweizer Währung in Schwierigkeiten und vergrößern das Schulden-Loch bei der Heta.

Der Schritt der Finanzmarktaufsicht könnte Vorbild-Charakter haben: wahrscheinlich ist nun, dass die Anleihehalter und Gläubiger der Heta massive Verluste erleiden werden – daher die Kursverluste der Heta-Anleihen.



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