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Österreich: Bank Austria wird von Mutter UniCredit quasi ausgeknipst

FMW-Redaktion

Gestern eine schnöde Presse-Headline, 18.200 Stellen sollen beim italienischen Bankkonzern UniCredit wegfallen – aber keine Bange dachte man beim genaueren Hingucken, Geschäftsbereiche sollen ja z.B. abgegeben werden, dadurch kommt ein Teil der Stellenstreichungen zustande, was also nicht automatisch Entlassungen sein müssen. Aber egal, UniCredit schrumpft mal wieder (Restrukturierung klingt aber einfach besser). Für Österreich hat das aber einschneidende Folgen.

Stellen Sie sich mal vor ein sagen wir mal chinesischer Investor kauft die Commerzbank (durchaus denkbar), integriert die Bank in seine Konzernstruktur, und entscheidet dann ein paar Jahre später den Laden im Großen und Ganzen dicht zu machen, einfach so, weil irgendwo im Konzern irgendwie „restrukturiert“ werden muss. So ungefähr läuft es jetzt in Österreich. Die „Bank Austria“, Tochter der italienischen UniCredit ist neben der „Erste Bank“ (vergleichbar mit Deutsche Bank + Commerzbank) eine der zwei Großen in Österreich (natürlich kleinere Dimension als in Deutschland).

Die UniCredit-Zentrale in Mailand hat gestern beschlossen das Filialgeschäft der Bank Austria (1,6 Mio Privatkunden) einzustampfen. Bis Ende 2016 gibt die Mutter der Tochter in Wien Zeit das Filialgeschäft entweder umzubauen, es ganz aufzugeben oder an einen Konkurrenten zu verkaufen. Wir vermuten mal man wird sich für die einfachste Variante entscheiden. Warum schwierig, wenn es doch einfach geht? Exakt formuliert in der offiziellen Pressemitteilung heißt das so: „Exit or restructuring of poorly performing businesses such as retail banking in Austria and leasing in Italy, on top of the ongoing rundown of the Non Core Division“. Abgesehen davon muss die Bank Austria ihr profitables Osteuropa-Geschäft an die Mutter in Mailand abtreten. Damit verbleibt in Wien eine Bank Austria, die eigentlich nur noch ein Restgerippe einer einst großen Bank darstellt.

Hier der gesamte Plan von UniCredit im Originaltext:

– Acceleration of cost cutting measures in staff and other administrative expenses as well as streamlining corporate centres, aimed at staff cuts of c.18,200 FTEs by 2018;

– Exit or restructuring of poorly performing businesses such as retail banking in Austria and leasing in Italy, on top of the ongoing rundown of the Non Core Division;

– Strong focus on the new digital agenda, underpinned by €1.2 bn investments over the 2016-18 horizon, which will accelerate the Group’s retail and corporate multi-channel transformation and create further discontinuity from traditional banking;

– Becoming a simpler and more integrated Group, with the elimination of the Austrian sub-holding with direct shareholding control of CEE subsidiaries by UniCredit Holding (while preserving CEE Division know-how) by the end of 2016, strengthening central governing functions and focusing on commercial synergies between global platforms (CIB) and the Commercial Banks networks;

– Leverage on growth businesses in CEE Region, Asset Management and Asset Gathering, increasing capital allocation towards CEE whilst increasing and rebalancing the revenue stream towards capital light businesses.

Ein nachhaltiger Vertrauensverlust der Kunden und damit eine Flucht der Kunden weg von der Bank Austria dürften die Folge sein. Das Echo in der österreichischen Presse ist dementsprechend verheerend. Das österreichische „Wirtschaftsblatt“, das heute einen Bericht hierzu veröffentlicht hat mit dem Titel „Die Bank Austria ist Geschichte“, lässt Franz Hahn, einen Bankexperten des „Wirtschaftsforschungsinstituts“ zu Wort kommen:

„Die heute getroffenen Entscheidungen bedeuten das Ende der Bank Austria, so wie wir sie kennen. Die Bank Austria ist Geschichte. Egal, ob nun das Privatkundengeschäft verkauft oder drastisch zurückgefahren werde, mittelfristig würden sich die Kunden eine Bank suchen, in der sie umfassender betreut werden. Variante eins ist ein schneller Tod. Bei Variante zwei dauert es halt etwas länger“.

Unicredit hat seine deutsche Tochter HypoVereinsbank, die das große deutsche Standbein der Italiener nördlich der Alpen werden sollte, in den letzten Jahren auch schon immer weiter runtergeschrumpft. Man hat den Eindruck, dass irgendwann bei UniCredit nichts mehr da ist zum Schrumpfen. Die Börsianer in Mailand scheinen vom Konsolidieren, Schrumpfen und Zusammenlegen bei UniCredit nicht überzeugt zu sein. Bereits gestern fiel die Aktie von einem Hoch bei 6,12 Euro auf 5,92, heute dann weiter auf aktuell 5,65 Euro.



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1 Kommentar

  1. also muss noch mehr billiges geld her, amigo mario wird es schon richten ;)

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