Allgemein

Offene Stellen in Deutschland mit 1,18 Millionen auf Rekordhoch

FMW-Redaktion

Die Zahl der offenen Stellen, also aller unbesetzten Arbeitsstellen, die von Arbeitgebern bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet sind, lag zuletzt bei 764.274 Stellen. Die Zahl der tatsächlich offenen Stellen liegt aber bei 1,18 Millionen. Das hat heute das „Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung“ (IAB) veröffentlicht. Das IAB ist die Forschungstochter der Bundesagentur für Arbeit. Während die 764.274 offenen Stellen von den Arbeitgebern bei der Agentur gemeldet werden, beziehen sich die 1,18 Millionen offenen Stellen, die von der IAB errechnet wurden, auf eine IAB-Umfrage.

15.000 Arbeitgeber aus allen Wirtschaftsbereichen hat die IAB befragt. Denn es ist ja klar, dass nicht alle Arbeitgeber alle offenen Stellen beim Amt melden. Also liegt die tatsächliche Zahl der offenen Stellen möglicherweise noch viel höher als 1,18 Millionen? Aber bleiben wir erstmal bei dieser offiziellen Zahl. Es ist ein Rekordwert, und beruht vor allem auf einer extrem starken Zunahme in den letzten 12 Monaten. Zitat IAB:

Damit lag die Zahl um 128.000 über dem Stand vom vierten Quartal 2016 mit 1.055.000 offenen Stellen. Gegenüber dem dritten Quartal 2017 erhöhte sich die Zahl der offenen Stellen um 85.000. Das geht aus der IAB-Stellenerhebung hervor, einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

In Westdeutschland waren im vierten Quartal 2017 rund 918.000 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland rund 265.000.

„Am stärksten stieg die Personalnachfrage im Verarbeitenden Gewerbe und im Bausektor“, erklärte der IAB-Arbeitsmarktexperte Alexander Kubis am Dienstag in Nürnberg. So verzeichneten die Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes im vierten Quartal 2017 rund 161.000 offene Stellen. Dies entspricht einem Zuwachs von 35 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2016. Im Bausektor gab es gegenüber dem Vorjahresquartal einen Anstieg um 24 Prozent auf rund 98.000 offene Stellen.

Die Arbeitslosen-Stellen-Relation sank auf 2,0 für Gesamtdeutschland. Mit durchschnittlich 194 Arbeitslosen je 100 offenen Stellen in Westdeutschland und 225 Arbeitslosen je 100 offenen Stellen in Ostdeutschland wurde in beiden Landesteilen der niedrigste Wert seit 25 Jahren erreicht. „Die Zahlen zeigen verbesserte Arbeitsmarktchancen für Bewerber, bedeuten aber auch steigende Herausforderungen für die Arbeitgeber bei der Personalrekrutierung“, so IAB-Forscher Kubis.

Was hat das zu bedeuten? Die Wirtschaft brummt wie wild, und es gibt gleichzeitig sehr viele Arbeitslose, die man eigentlich in die offenen Stellen hinein vermitteln könnte. Tja, wenn die Sache mit den Qualifizierungsmaßnahmen nicht wäre. Wir haben es schon sehr oft angesprochen. Anscheinend sind die Fortbildungsmaßnahmen der Bundesagentur für Arbeit alles andere als effektiv!

Offene Stellen
Die Grafik geht zurück bis zum Jahr 2010.



Kommentare lesen und schreiben, hier klicken

Lesen Sie auch

1 Kommentar

  1. Das kann doch nicht stimmen. Merkel, die Industrie eigentlich alle haben doch die“ Fachkräfte“ ( manche haben sie wertvoller als Gold bezeichnet ) so hoch gelobt die gekommen sind. Leider kennt der überwiegende Teil von den Fachkräften das Wort“ Arbeit“ nicht und wollen es auch nicht lernen. Warum fehlen dann so viele im Baugewerbe?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.




ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Meist gelesen 7 Tage